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Hoffnungsbote





Hoffnungsbote

10.08.2020

Buße

4 da stand er vom Mahl auf, legte seine Kleider ab und nahm einen Schurz und umgürtete sich. 5 Danach goss er Wasser in ein Becken, fing an, den Jüngern die Füße zu waschen und zu trocknen mit dem Schurz, mit dem er umgürtet war.

Johannes 13,4-5

Hände waschen vor dem Essen!

Bevor ich jedoch auf die Bibelgeschichte eingehen, will ich eine Anekdote aus Mosambik erzählen. Und zwar geht es dabei um das Händewaschen vor dem Essen. Dies ist sehr wichtig und wird immer gemacht. Wenn du zum Beispiel als Gast eingeladen bist und es dann zum Essen kommt, dann wäscht in der Regel die Frau des Gastgebers einem die Hände! Dabei wird aus einem Krug Wasser über deine Hände gegossen und in einer großen Schale wieder aufgefangen. Manchmal gibt es danach noch ein Handtuch zum Abtrocknen. So ähnlich stelle ich mir ebenfalls die Fußwaschung bei den Jüngern vor. 

Warum Fußwaschung?

Die Jünger Jesu waren damals auf staubigen Straßen mit Sandalen unterwegs. Daher werden die Füße auch deutlich leichter schmutzig als heute, wenn wir mit unseren festen Schuhen unterwegs sind. Dann zog man sicher auch die Schuhe aus, wenn man in ein Haus gegangen ist. Das kann ich mir auch sehr gut vorstellen. Wenn man hier in Mosambik in der Freizeit unterwegs ist, dann ist man in der Regel auch mit Flip-Flops unterwegs und diese werden ebenfalls ausgezogen, wenn man in ein Haus geht.
Es geht daher bei der Fußwaschung darum, den Staub von den Füßen zu waschen.

Was bedeutet es nun für uns?

Der Zweck einer Fußwaschung ist, den Staub des Alltags abzuwaschen. Somit will ich den Staub des Alltags vergleichen mit den Fehltritten und Sünden, die mir jeden Tag passieren. Wenn ich so meinen Tag anschaue, dann finde ich immer wieder Sünde in meinem Leben. Und dazu noch eine Anmerkung, von einer Beschreibung wie man Sünde auch verstehen kann. Nicht nur ist Sünde die Trennung von Gott, sondern die Sünde ist die Zielverfehlung, es ist nicht zielführend, zielorientiert. Wie oft an meinen Tag verfehle ich mein Ziel und „beschmutze“ somit meine Füße.

Jesus macht die Fußwaschung?

Das sicher ungewöhnliche bei der Fußwaschung war aber, dass Jesus diese gemacht hat. Es war eine Aufgabe von dem Dienern des Hausherrn und nicht vom Gast. Aber hier zeigt sich mir die unvorstellbare Art und Weise, wie Jesus hier handelt. Er dient uns. Somit will Jesus auch uns jeden Tag wieder neu die Sünde vergeben, wenn wir Buße tun.

Warum Buße jeden Tag wichtig ist?

Zum Schluss noch eine Geschichte aus der Liturgie im Gottesdienst in der reformierten Kirche von Mosambik. Es gibt in jedem Gottesdienst die Lesung des Gesetzes. Das geht dann folgender Weise. Zur erst wird mit Bibelversen, wie Lukas 10,26-27 (Doppelgebot der Liebe) oder 1. Johannes 1,8 (Wer sagt er ist ohne Sünde, belügt sich selbst) der Sinn des Gesetzes verdeutlicht. Danach gibt es eine Zeit der Stille, wo ich meine Fehltritte und Schuld vor Gott bringen kann. Diese wird mit einem gemeinsamen Lied abgeschlossen. Danach spricht der Leiter des Gottesdienstes noch die Gnade der Vergebung zu. Durch diese Liturgie ist mir wieder wichtig geworden, vor Gott Buße zu tun und dies jeden Tag. Ich glaube, dass wir es hier auf Erden nicht schaffen ohne Zielverfehlung durch den Tag zu kommen und daher ist es wichtig, dass wir jeden Tag unsere Sünde vor Gott ablegen können und uns reinigen. Besonders wichtig finde ich es vor dem Lobpreisteil, dass wir gereinigt in das Heiligtum Gottes kommen können.

 

Mit diesen Worten will ich uns ermutigen, wieder neu die Kraft der Buße zu entdecken.

 

Silas Besier

03.08.2020

Wer Gott ernst nimmt, hat auch etwas zu lachen

In Psalm 2 ist doch tatsächlich von einem „Lachen Gottes“ die Rede. Und gleichzeitig fordert dieser Psalm am Ende auf, den HERRN sehr ernstzunehmen.
In diesem 2. Psalm wird in düsteren Farben eine bedrohliche Situation geschildert.  Da ist von einem weltweiten Aufruhr die Rede, von einer globalen Verschwörung gegen Gott.
Luther spricht in seiner Übersetzung vom „Toben der Heiden“.

 Damit ist nicht zu spaßen.  Das könnte einem schon einen Schrecken einjagen.  Wehe, wenn sie losgelassen! Wehe dem, der da wie ein Kaninchen gebannt auf die Schlange oder wie ein Angsthase auf ein bedrohliches Virus schaut!

Auf die Blickrichtung kommt es an. Der 2. Psalm lädt ein, aufzuschauen und diesen schier unglaublichen Kontrast wahrzunehmen: „Der im Himmel wohnt lacht ...“

Auch in Psalm 59, in diesem „Gebet mitten unter den Feinden“, ist von dem Lachen Gottes die Rede. Im Himmel wird gelacht!

Was für ein Gottesbild!  Gottes Lachen hat nichts mit Sarkasmus und Ironie zu tun, sondern mit seiner unendlichen Überlegenheit.

Wenn wir von der Überlegenheit Gottes sprechen, von seiner Souveränität, von seiner inneren Stärke, dann bleiben wir oft im Abstrakten: Sören Kierkegaard gebrauchte das Wort von dem „unendlichen qualitativen Unterschied zwischen Gott und Mensch“. Die Bibel macht das viel anschaulicher. Sie sagt einfach:  „Gott lacht!“ Er lächelt überlegen. Er schmunzelt. Er freut sich. Er hat keine Angst.

Wir sagen manchmal: „Wer zuletzt lacht, lacht am besten!“
Aber Gott lacht nicht zuletzt. Er kann sich von Anfang an nur wundern und lächeln über die Menschen, die ihm am Zeug flicken, und die seinen Gesalbten abschaffen wollen.

Humor ist, wenn man trotzdem lacht

Der Psalmist hat sich anstecken lassen von diesem Humor Gottes. Weil Gott so unendlich überlegen ist über jede Widerwärtigkeit, darum kann er seinen Psalm von vornherein mit einem erstaunten „Warum“ beginnen: „Warum Toben die Heiden und murren die Völker so vergeblich?

Eine Wurzel des Humors ist der Glaube. Jean Paul sagte:
Nur der, der um die Ewigkeit weiß, hat rechten Humor.

Wenn ich an einen Menschen mit viel Humor denke, dann denke ich nicht zuletzt an den Papst Johannes XXIII.

Was hatte dieser Mann für einen Humor! Der ist geradezu sprichwörtlich geworden.

Wer Glauben hat, der zittert nicht. Er überstürzt nicht die Ereignisse, er ist nicht pessimistisch eingestellt. Er verliert nicht die Nerven. Glauben, das ist die Heiterkeit, die von Gott kommt.

Wer Gott ernst nimmt,  braucht sich selber nicht so ernst zu nehmen. Johannes XXIII konnte über sich selbst schmunzeln:

„Papst kann jeder werden. Der beste Beweis bin ich.“

„Warum können Engel fliegen? Weil sie sich leicht nehmen!“

Welche Leichtigkeit könnte das Leben haben!

Mir gefällt auch das kleine Lied von Hanns Dieter Hüsch:

Was macht, dass ich so unbeschwert
und mich kein Trübsal hält?
Weil mich mein Gott das Lachen lehrt
wohl über alle Welt.

 Ja, wer Gott ernst nimmt, hat auch etwas zu lachen!

 Reinhold Brunkel

27.07.2020

Eine Hochzeit ist immer etwas Besonderes! Alle warten gespannt auf den Tag! Viele möchten den Tag gerne auf Foto oder noch besser auf Video für immer festhalten!

Der Bräutigam in Spannung, wie wohl seine Auserwählte aussehen wird und ob sie „Ja“ zu ihm sagt?

Die Braut ganz aufgeregt und gespannt, wie ihr Zukünftiger sie findet!

Alles dreht sich um die zwei! Es muss am besten ALLES perfekt laufen.

Und dann passiert das, auf das alle gewartet haben. Die Braut und der Bräutigam treffen sich! Einmal für immer!

In der Bibel wird die Gemeinde Jesu als Braut dargestellt. Und Jesus als Bräutigam.

Hier vergleicht Jesus die Beziehung zu seinem Volk mit einer Ehe.

Er, als Schöpfer, schuf seine Braut (Jesaja 54,5).

Der Plan war genial! Leider kehrte die Braut ihrem Bräutigam den Rücken zu (Jeremia 31,32) und wurde in Gefangenschaft genommen. Sie ist ihm fremdgegangen!

Obwohl er sie mehrmals gewarnt hatte, wollte sie ihren „Spaß“ haben. Doch der Bräutigam ist ja ein Retter. Immer wieder macht er neue Rettungsversuche. Er will sich über sie freuen (Jesaja 62,5), doch sie will alles selbst in der Hand haben. Sie hat gegen ihn treulos gehandelt (Jeremia 3,20). Doch der Bräutigam lässt nicht los! Man nennt die Bibel nicht umsonst ein „Liebesbrief“.

Er spricht immer wieder zu ihr, damit sie seine Liebe versteht! Dann macht er das, was nur ER machen kann. Er nimmt auf sich all ihre Schuld und stirbt für sie…!

Und nicht nur das! Er steht von den Toten auf und lebt. Damit wir leben!!!

Jeder, der seine Schuld bekennt und das Blut Jesu als Reinigung für sich in Anspruch nimmt, wird gereinigt. Sein „Kleid“ wird weiß wie Schnee. Er wird durch Jesu Tod lebendig.

Sie ist nicht mehr „die Braut“, die Angst hat, wenn sie ihn kommen hört, sondern die, die sagt: Komm! Ich warte sehnsüchtig auf dich!

Im folgendem Vers wird das Geheimnis der Ehe gelüftet. So, wie wir als Mann und Frau heiraten um ewig miteinander zu sein, so werden wir auch ewig mit Jesus sein!

 „Deshalb wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhängen, und die zwei werden ein Fleisch sein“. Eph.5,31 / 1.Mose 2,24

„Dieses Geheimnis ist groß; ich aber deute es auf Christus und auf die Gemeinde.“ Eph.5,32

Und dann kommt das Happy End! In Offenbarung 19,7 steht: “Lasst uns fröhlich sein und jubeln und ihm die Ehre geben! Denn die Hochzeit des Lammes ist gekommen, und seine Frau hat sich bereitgemacht.“

Die Braut hat ein weißes Kleid angezogen, an dem keine Flecken, keine Unreinheiten und keine Sünde mehr zu sehen sind. Sie steht bereit und er kommt auf sie zu. 

In dem letzten Kapitel der Bibel stehen Worte: Und der Geist und die Braut sprechen: Komm! (Off.22,17)

 

Benjamin Radegin
 

20.07.2020

Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid, und dass der Geist Gottes in euch wohnt?

- 1. Korinther 3,16

Was wäre, wenn es keine Kirchengebäude mehr gäbe?

An diese Frage wurde ich vor kurzem wieder erinnert. Um genauer zu sein, wurde ich daran erinnert, dass mich diese Frage schon einmal für ein paar Tage beschäftigte. Und zwar durfte ich vor etwas mehr als einem Jahr bei einer „DenkBar mehr...“-Veranstaltung ein wenig über diese Frage „philosophieren“, wenn man es so nennen möchte. Wenn ich damals gewusst hätte, wie treffend diese Frage für die Zeit der Corona-Krise ist, hätte ich mich sicher sehr viel eingehender mit dieser Frage beschäftigt. Und wahrscheinlich hätte diese Frage uns alle so sehr beschäftigt, dass wir mit Sicherheit mehr als nur zehn Minuten dieses Abends darauf verwendet hätten, um Vorsorge zu treffen. Aber so ist es nun mal... Obwohl wir schon mal zumindest einige Minuten darüber nachgedacht haben, wurden wir zu Beginn der Corona-Krise doch ins eiskalte Wasser geworfen. Auf einmal standen die Kirchengebäude zwar noch da, wo sie vorher waren, aber sie hatten keinen Nutzen mehr für uns - es gab sozusagen auf einen Schlag keine Kirchengebäude mehr für uns. Was damals eine scheinbar rein hypothetische Frage war, ist vor einigen Monaten knallharte Realität für uns geworden. Damals sagte ich noch, die Sonntage würden auf jeden Fall anders sein, denn man könnte ja nicht einfach „in die Kirche gehen“, wie man es sonst tut. Auch das durften wir hautnah erleben. Die Dinge änderten sich, der Gottesdienst am Sonntagmorgen fand, wenn überhaupt, auf dem Sofa vor dem Bildschirm statt. 

Uns wurde in dieser Zeit bewusst, was es bedeutet, wenn das „klassische“ Kirchengebäude wegfällt. Es gibt diese Gebäude zwar nach wie vor, aber, wie gesagt, wenn sie nur für das Bild der Stadt dastehen, bringen sie uns wenig. Aber gab es deswegen wirklich keine Kirchengebäude mehr? Denn „Kirche“ ist ja nicht einfach nur ein Gebäude, das Wort hat seinen Ursprung ganz wo anders. Ursprünglich kommt „Kirche“ nämlich von „kyriake“, was „dem Herrn zugehörig“ bedeutet. Das bedeutet, dass „Kirche“ in erster Linie nicht an das Gebäude gebunden ist, sondern viel mehr, dass das Gebäude durch seinen Inhalt, nämlich eine Versammlung von Nachfolgern Jesu, zum Kirchengebäude wird. Damit kann also jedes Gebäude zum Kirchengebäude werden, solange wir in diesem Gebäude Gemeinschaft mit dem Herrn Jesus haben. In diesem Fall wäre es verheerend, wenn es keine Kirchengebäude mehr gäbe, denn dann sähe die Welt ziemlich kahl aus, zumindest in Siedlungsgebieten. Aber so ist es ja Gott sei Dank nicht. Wir durften in der letzten Zeit hoffentlich erfahren, dass wir wahren Gottesdienst auch außerhalb unseres Gemeindehauses feiern dürfen (auch wenn es teilweise vielleicht ungewohnt war) und wir nicht an ein Gebäude gebunden sind, sondern wir vielmehr Teil des Gebäudes sind, in dem Gott wohnt.

Gott hat uns durch die Wochen, bevor die Gottesdienste für einen Teil von uns wieder vor Ort stattfinden konnten, einiges gelehrt. In erster Linie haben wir wahrscheinlich gemerkt, wie wertvoll die physische Gemeinschaft mit der gesamten Gemeinde doch ist. Und umso dankbarer sind wir jetzt wohl auch, dass Gottesdienste im Größeren jetzt wieder möglich sind.

Aber die Wochen waren auch eine Zeit, in der zumindest der eine oder andere von uns ein paar Gänge zurückschalten durfte, und sich neu besinnen konnte. Die Zeit war eine Zeit der Prüfung. Wie ist es bei uns? Stehen wir auch einfach nur noch leer in der Gegend herum und erfüllen keinen Zweck mehr, so wie es all die Kirchengebäude tun? Oder sind wir wirklich ein Tempel, in dem der Geist Gottes lebt, also von innen heraus lebendig, auch dann, wenn der normale Alltag wegfällt und erstmal Ruhe einkehrt? Gerade dann zeigt sich, ob die „Kirche“ einfach nur ein Gebäude ist, dass von den Äußerlichkeiten abhängig ist, oder ob sie tatsächlich eine „Kirche“ ist, die von innen heraus lebendig ist, weil Gott in ihrer Mitte ist und nichts und niemand sonst. So ist es auch bei uns persönlich. Ist auf einmal Feierabend mit Gottesdienst, nachdem die Kirche am Sonntagmorgen wegfällt, oder geht der Gottesdienst im alltäglichen Leben weiter, auch wenn die äußeren Umstände sich ändern? Ist es etwas in uns, das den Gottesdienst Tag für Tag weiterleben lässt oder machen auch bei uns die Türen zu, spätestens dann, wenn wirklich völlige Stille herrscht? Brennt der Gottesdienst in uns oder sind andere Sachen oft wichtiger?

Denkt doch mal über diese Fragen nach! 


Gottes Segen euch allen,

Euer Kevin Radegin

06.06.2020

Die Hoffnung weitergeben

 

„Nun gehört die Herrschaft über die Welt unserem Herrn und seinem Christus und er wird regieren von Ewigkeit zu Ewigkeit. (Offenbarung 11, 15b)In unserem Hauskreis beschäftigen wir uns seit Beginn des Jahres mit der Offenbarung – eine schwierige und herausfordernde Lektüre, die seit Ausbruch der Corona-Krise unser Lesen nochmals deutlich verändert hat. Johannes hat die Offenbarung zur Zeit einer großen Christenverfolgung geschrieben, als das römische Reich Weltmacht war. Und immer wieder haben Christen zu durch die Zeiten hindurch in Krisen ein besonderes Augenmerk auf das letzte Buch der Bibel gelegt.

Manche Christen reihen sich zur Zeit in die bunte Riege der verschiedenen Verschwörungstheoretiker ein, die mit Demonstrationen gerade in allen Medien sind. So haben einige italienische katholische und auch deutsche Geistliche ein Schreiben veröffentlicht, indem sie die Coronakrise als Vorwand zur Schaffung einer Weltregierung sehen – von so einer Weltregierung, die die Christen unterdrückt, lesen wir in der Offenbarung. Und auch von Seuchen und Krankheiten. Kann und soll man die prophetischen Worte der Offenbarung nun auf unsere aktuelle Situation übertragen? Manche gehen sogar soweit und sehen das Virus als „Strafe Gottes“ für die sündige Menschheit. Wie gehen wir als Christen mit solchen Ansichten um? Wie stehen wir zu den Maßnahmen, die unsere Regierung ergreift und die unsere bis dahin so unproblematische und selbstverständliche Freizügigkeit einschränken?

 Es ist zu kurz gedacht, dieses prophetisch und damit bildhaft zu lesende Buch eindimensional auf eine bestimmte Situation zu deuten.

Die Offenbarung enthält einige wirklich schauerlich zu lesende Stellen, in denen viel Leid und Verfolgung beschrieben wird. Wir haben im Hauskreis bei unserer Lektüre gemerkt: Wir dürfen und müssen die Offenbarung vom Ende her lesen. Und das Ende ist herrlich: Jesus siegt, er bringt den Frieden und das Heil für die gesamte Welt, die ganze Schöpfung ist dabei mit eingeschlossen. Deshalb können wir den Blick hoffnungsvoll nach vorne richten. Eine Botschaft mit dem alleinigen Inhalt  „Das Ende ist nah“ ist als Angstmacher völlig ungeeignet, anderen Menschen den Sieg von Jesus Christus über alle gottfeindlichen Mächte nahezubringen. Vielen Menschen geht es im Moment nicht so gut, aus den unterschiedlichsten Gründen. Jeder hat irgendwelche Einschränkungen auszuhalten. Manche sind einsam, manche plagen finanzielle Sorgen, wieder andere blicken mit Sorge auf ihren Arbeitsplatz oder haben Angst um ihre Gesundheit oder die ihrer Angehörigen. Aber wir Christen dürfen Hoffnung verbreiten: Das ist nicht das letzte Wort, Jesus hat das letzte Wort, er hat alles in seiner Hand. Die Offenbarung wurde geschrieben, um den Gläubigen in einer schwierigen Zeit Trost und Hoffnung zu geben – und genau das dürfen wir unseren Mitmenschen weitergeben. Unser Glaube an Jesu Sieg sollte unser Handeln bestimmen, wir können aus Glauben anderen helfen.

Und dazu gehört ganz gewiss nicht, dass wir unsichere Menschen mit kruden Verschwörungstheorien noch weiter verunsichern. Natürlich sollen und dürfen wir kritisch gegenüber staatlichen Vorgaben sein, aber wir müssen das, was wir weitergeben, genau prüfen. Vieles ist eben im Moment noch nicht sicher, gerade in der Wissenschaft, aber auch in der Politik und in der Wirtschaft. Jede Entscheidung kann eine falsche sein. Aber keiner weiß ganz genau, was das Beste wäre. Jens Spahn, der Gesundheitsminister, hat das richtig erkannt und gut formuliert: „Wir werden viel verzeihen müssen“ – Vergeben und Verzeihen: genau das ist unsere „Spezialität“ als Christen. Geben wir unseren Regierungsverantwortlichen die Chance, weise zu entscheiden, indem wir ihre Arbeit gerne kritisch, aber wohlwollend begleiten und für sie beten.

Niemand von uns weiß, wie sich die Dinge entwickeln – geht die weitgehende Öffnung der alltäglichen Bereiche des Lebens gut oder kommt es zu einer weiteren Welle an Infektionen? Kommt das Virus im Herbst wieder stärker zurück? Gibt es bald, gibt es überhaupt einen Impfstoff? Oder ein wirksames Medikament? Diese Epidemie ist eine, die die ganze Welt betrifft. In Römer 8, 18-22 lesen wir: „Denn ich bin überzeugt, dass dieser Zeit Leiden nicht ins Gewicht fallen gegenüber der Herrlichkeit, die an uns offenbart werden soll. Denn das ängstliche Harren der Kreatur wartet darauf, dass die Kinder Gottes offenbar werden. Die Schöpfung ist ja unterworfen der Vergänglichkeit – ohne ihren Willen, sondern durch den, der sie unterworfen hat –, doch auf Hoffnung; denn auch die Schöpfung wird frei werden von der Knechtschaft der Vergänglichkeit zu der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes. Denn wir wissen, dass die ganze Schöpfung bis zu diesem Augenblick seufzt und in Wehen liegt.“

Auch diese Verse sind „global“, sie sprechen die ganze Welt an und zeigen, dass Gott die ganze von ihm geschaffene Welt im Blick hat.

 

Ich bin mir sicher, dass Gott einen Plan für unsere Zeit, unsere Welt, unser Land, unsere Stadt und auch unser persönliches Leben hat. Und dieser Plan ist gut. Deshalb möchte ich mithelfen, dieses mir von Gott geschenkte Leben verantwortungsvoll zu gestalten. Dazu gehört, dass ich meinen Verstand einschalte und genau prüfe, welchen Informationen ich glauben schenken kann. Verschwörungstheoretische Spekulationen bringen niemanden etwas, stattdessen lähmen sie und verbreiten Angst. Statt mich durch Fake News verunsichern zu lassen, darf ich meine Unsicherheit und mein Nichtwissen, auch meine Angst vor Gott bringen und mich bei ihm sicher fühlen. Nur die Flucht zu Gott gibt mir echte Sicherheit und echte Beruhigung. Und dieses tiefe Gefühl der Geborgenheit und Sicherheit darf ich weitergeben. Auch und gerade an die, die sich von wirren „Verschwörungstheorien“ verunsichern lassen. Kurz nach den obigen Versen aus Römer 8 dürfen wir eine tolle Zusage lesen: „38 Denn ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, 39 weder Hohes noch Tiefes noch irgendeine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn.“

 

Petra Mack
 

29.06.2020

Zu allen Zeiten und an allen Orten - von Gott umgeben!

Der Beter unseres 139. Psalms, dieses „Hohenliedes von der allgegenwärtigen Nähe Gottes“, weiß sich nicht nur von allen Seiten, sondern auch zu allen Zeiten seines Lebens von Gott umgeben!

 „Du hast . . . mich gebildet im Mutterleibe.  Alle Tage waren in dein Buch geschrieben, die noch werden sollten, und von denen keiner da war.“ (V. 13.16)

 Was für ein tiefes Vertrauen in das Geheimnis der Vorsehung Gottes spricht sich hier aus! An keiner Stelle der Bibel wird das so deutlich ausgesprochen wie hier in diesem Psalm, dass ER, der Ewige, unser Leben überblickt.
Wer mag es dem Beter dieses Psalms verdenken, dass ihm alle diese Gedanken irgendwie zu hoch sind, als dass er sie wirklich begreifen könnte.

 „Diese Erkenntnis ist mir zu wunderbar und zu hoch, ich kann sie nicht begreifen.“ (V. 6)

 Und doch kann er nachsprechen, worauf sich vor und nach ihm im Leben und im Sterben so viele verlassen haben. ER, der ewige ICH-BIN ist immer und überall da!
Es gibt so unterschiedliche Zeiten in unserem Leben. Zeiten, wo wir uns Gott nahe fühlen. Und Zeiten, in denen wir nichts von der Nähe Gottes spüren.
Zu allen Zeiten, auch in den schweren Zeiten des Lebens, von Gott umgeben! An allen Tagen, vom Tag der Geburt an bis zum Todestag, und darüber hinaus von Gott umgeben!
Ja, sogar schon längst vor unserer Geburt hatte ER uns im Blick, hatte ER Hand an uns gelegt.

 „Ja, Du schaffst meine Nieren, Du webst mich im Leib meiner Mutter . . .“ (V. 13)

 Was für eine bilderreiche Sprache in diesem Psalm.  Zuerst das Bild von dem Töpfer. Jetzt das Bild von dem Weber. Von allem Anfang an hat Gott seine Hand im Spiel.
Der Beter unseres 139. Psalms  weiß sich nicht nur „zu allen Zeiten“,  sondern auch „an allen Orten“  von Gott umgeben.

 „Nähme ich Flügel der Morgenröte und bliebe am äußersten Meer, so würde auch dort deine Hand mich führen und deine Rechte mich halten.“ (V. 9-10)

Es gibt Orte, wo Gott ganz sicher zu finden sein muss. Im Himmel!

„Führe ich gen Himmel, so bist du da ...“ (V. 8)

 Oder vielleicht auch in einer Kirche? Da ist sicher was dran, was Reinhard Deichgräber einmal schrieb:
„Kein Raum ist ohne Gott, gewiss;  und doch gefällt es Gott, dem alle Gleichmacherei zuwider ist, sich an bestimmten Stellen deutlicher zu manifestieren.“
Aber Gott ist nicht nur im Himmel. Er manifestiert sich nicht nur in sakralen Räumen.

„Bettete ich mich bei den Toten, siehe, so bist du auch da!“ (V. 8)

Ja, auch dort bei den Toten, ist ER da. Bei denen, die für uns als Tote zu gelten haben, zu denen wir keinen Kontakt mehr haben dürfen, ist ER, für den es keine Toten gibt, da!
Von allen Seiten, zu allen Zeiten, an allen Orten – von Gott umgeben. In allen Lebenslagen – von Gott gehalten. Er verliert uns nicht aus dem Blick, auch wenn wir uns aus dem Blick verlieren sollten. Über Gottes Nähe kann man nur staunen.
Gottes Nähe will in rechter Weise bedacht werden. Gottes Nähe will besungen werden. Der Sänger des 139. Psalms tut es. Er lobt Gott, er ehrt Gott mit diesem großartigen Lied.
Gottes Nähe will gefeiert werden. Das Volk Gottes tut es.
Gottes Geheimnisse wollen in würdiger Weise gefeiert werden.

„Die Kirche befriedigt nicht Erwartungen, sie feiert Geheimnisse.“ (Carlo Maria Kardinal Martini)

 Vor allem dieses große Geheimnis, dass Gott uns in Christus so nahe gekommen ist!
                                                                       Reinhold Brunkel



22.06.2020

Prioritätenlisten

„Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch solches alles zufallen.“ (Matthäus 6, 33, nach Luther) oder

„Sorgt euch zuerst darum, dass ihr euch seiner Herrschaft unterstellt und tut, was er verlangt, dann wird er euch schon mit allem anderen versorgen.“ (Gute Nachricht)

„Jetzt werden wir uns auf die wesentlichen Dinge besinnen und merken erst was wirklich zählt…“

Eine wichtige und gute Erkenntnis, die ich oft gehört habe zu Beginn des Lockdowns in der Corona-Krise. Das erzwungene Innehalten und Alleinsein mit vielen existentiellen Fragen wurde als Herausforderung und eben auch als Chance empfunden.

Sich über seine Prioritäten Gedanken machen zu müssen, zwar nur relativ freiwillig, weil man Zeit dazu hatte, hörte sich gut an. Ja, meine nächsten mich umgebenden Menschen sind mir ganz wichtig: Familie, Freunde,…, dann Hobbys, Natur, Sport, Zeit haben…

Fragen wurden zugelassen:

Wie ist es mit meiner Zeiteinteilung bisher gewesen?

Was mache ich mit meiner (noch verbleibenden?) (Lebens-)Zeit?

Ist die Firma/Arbeitsstelle vielleicht doch besser Nr. 2?

Wer bestimmt mich? Wem bin ich Rechenschaft schuldig?

Mittlerweile sind die Schwerpunkte wieder dahingehend gerutscht, dass man sich wieder fragt: „Wo bleibe ich in dieser Krise?“; „Wo geht es mir dabei gut?“; oder gar „Was ist mit meiner (persönlichen) Freiheit?“; „Wann kann ich wieder uneingeschränkt tun, was ich will?“

Jesus sagt: „Setze die Interessen Gottes an die erste Stelle!“ Dieser Jesus ist da mal wieder sehr „unkommod“ und direkt und wenig „pflegeleicht“ in seinen Äußerungen. Welche unmögliche Forderung stellt er da! Soll ich naiv und dumm sein?

Jesus sagt das „Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes“ sogar im Zusammenhang mit dem täglichen Sorgen. Zurzeit Jesus war das mit dem täglichen Sorgen anders. Abhängigkeiten vom Wetter, Tagelöhner-Dasein, kein Sozialstaat,  Armut, Hunger, usw… waren normal.

Da setzt Jesus eine klare Priorität: Das „Reich Gottes“ – die Interessen Gottes an und in dieser Welt sollen an erster Stelle stehen! Aus den letzten Sonntagspredigten über die Gleichnisse zum „Reich Gottes“ wissen wir: das Reich Gottes ist bereits hier. Es geht nicht (nur) um den „Himmel“.

Auch wir sorgen uns. Da klingt Jesu Tipp für unsere Prioritätenliste wie eine Zumutung eines Weltfremden.

Oswald Chambers (* 24. Juli 1874 in Aberdeen, Schottland; † 15. November 1917 in Kairo, Ägypten) schreibt dazu in einem Andachtsbuch „Mein Äußerstes für sein Höchstes“ (S. 142):

„Jesus sagt nicht, dass sich ein Mensch, der sich um nichts kümmert, gesegnet sei – ein solcher Mensch ist ein Narr.

Jesus lehrte, dass ein Jünger seine Beziehung zu Gott zum Mittelpunkt seines Lebens machen müsse und dass er im Vergleich dazu allem anderen gegenüber eine besorgte Unbesorgtheit haben solle.

Jesus sagt: ‘Mache die Sorge darum, was du essen und trinken sollst, nicht zum herrschenden Faktor deines Lebens, sondern sei vollständig auf Gott konzentriert.‘

Viele Menschen kümmern sich nicht darum, was sie essen und trinken werden, und müssen deshalb leiden; sie kümmern sich nicht darum, wie sie angezogen sind, und sehen aus, wie sie gar nicht auszusehen brauchten; sie kümmern sich nicht um ihre irdischen Angelegenheiten, und Gott macht sie dafür verantwortlich.

Jesus sagt, dass wir vor allem dafür sorgen sollen, dass wir unsere Beziehung zu Gott an erste Stelle setzen und alles andere an zweite Stelle.“

 

Silke Stadali
 



15.06.2020

Gottes Wort wirkt

Und er redete zu ihnen vieles in Gleichnissen und sprach: Siehe, der Sämann ging aus zu säen. Und indem er säte, fiel etliches an den Weg, und die Vögel kamen und fraßen es auf. Anderes aber fiel auf den felsigen Boden, wo es nicht viel Erde hatte; und es ging alsbald auf, weil es nicht tiefe Erde hatte; als aber die Sonne aufging, ward es verbrannt; und weil es keine Wurzel hatte, verdorrte es. Anderes aber fiel unter die Dornen; und die Dornen wuchsen auf und erstickten es. Anderes aber fiel auf gutes Erdreich und brachte Frucht, etliches hundertfältig, etliches sechzigfältig und etliches dreißigfältig.
Matthäus 13:3-8

Wahrscheinlich habt ihr diesen Text schon etliche Male gelesen. Und selbst Jesus gibt auch eine Deutung des Gleichnisses in den Versen 18 bis 23. Es geht im Grundsatz darum, wie Gottes Wort aufgenommen wird. Dabei spricht man in der Regel von den vier verschiedenen Personen, die das Wort aufnehmen. Ich will es aber hier nun herunterbrechen auf mein Herz. Ist es möglich, dass wir alle vier Arten des „Feldes“ in unseren Herzen finden können? Ich will euch darum bitten, euch mit mir auf den Weg zu machen und unser Herz zu erforschen, um die verschiedenen Arten des Feldes in unseren Herzen finden zu können und zu verändern.

Der Weg
Als erstes Teil wird hier von dem Weg gesprochen. Ein harter, möglicherweise betonierter Weg, wo der Samen nicht aufgehen kann. Mehr noch, wo er sofort von den Vögeln aufgefressen wird. Wo in unserem herzen sind wir verhärtet, sodass das Wort Gottes nicht eindringen kann. Für mich kann das ein Bereich sein, in dem ich immer noch in Sünde lebe oder immer wieder falle und dieselbe Sünde begehe. Oder wo ich Verletzungen und Enttäuschungen erlangt habe und nicht verzeihen kann. Wir können Gott bitten, uns diese Bereiche zu zeigen. Und wie kann ich nun daran was ändern? Um einen harten Weg aufzureißen brauche ich Spitzhacke oder Meißel und Hammer. Und es ist eine körperliche harte und schwere Arbeit. So ist es oft in diesem Bereich unseren Herzen auch. Ich brauche eine Veränderung, die oft nicht einfach ist und schwer zu realisieren. Auch muss manchmal dabei was zerbrochen werden und es kann mit Schmerzen oder schwierigen Zeiten sein, aber ich bin fest davon überzeugt, dass es sehr gut für uns ist.  Der Heilige Geist will uns dabei helfen, unsere Laster abzulegen und uns zu verändern. Oder auch uns und anderen Menschen vergeben zu können.

Felsiger Boden
Beim felsigen Boden fällt das Wort in unser Herz, aber es kann keine Wurzeln schlagen. Es kann sich nicht verankern und in schwierigen Zeiten verlieren wir das so gelernte und verstandene. Es sind Bereiche in meinem Herzen, wo ich das Wort Gottes nicht vollständig verstehe oder noch Zweifel habe. Bei mir ist es oft so, dass ich es vom Verstand verstehe, aber mein Herz es nicht glauben und annehmen kann. So habe ich persönlich oft Probleme an Wunder zu glauben und auch für Wunder zu beten. Ich weiß vom Verstand her, dass es Gott möglich ist, aber mein Herz will es oft nicht Glauben und erwarten. Was macht man, um felsigen Boden fruchtbar zu machen? Ich muss den Felsen oder Steine durch guten Boden ersetzen. So können wir Gott bitten auch unsere Zweifel und Unglauben auszutauschen gegen Glauben. Wie auch unser Jahreslosung sagt: „Ich glaube; hilf meinem Unglauben!“ (Markus 9,24).

Dorniger Boden
Bei dem dornigen Boden handelt es sich um die Sorgen des Alltags. Die Sorgen, die mich davon abhalten, in der Bibel zu lesen oder auf Gott zu vertrauen. Ich glaube, dass wir alle diese Sorgen kennen. Wir können auch nicht verhindern, dass schwierige Zeiten kommen oder wir uns Sorgen machen, aber wir können lernen damit umzugehen. Denn wir haben einen großen Gott an unserer Seite, bei dem nichts unmöglich ist. Und so dürfen wir unsere Sorgen bei Gott abladen und er wird uns helfen. Sodass Gott die Dornen aus unserem Boden/Herz herausziehen kann und es das Wort Gottes nicht erstickt.

Guter Boden
Aber es gibt ja auch den guten Boden, wo Gottes Wort wirkt. Ich finde es schon beeindruckend und bin Gott sehr dankbar, dass ER durch uns wirkt. Das auch Gottes Wort in mein Herz fallen kann und Frucht bringt: dreißig-, sechzig- oder sogar hundertfach.

Somit können wir das als Zusage für uns nehmen, dass Gottes Wort in uns wirkt und gute Werke hervorbringen wird.

Silas Besier



25.05.2020

„Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.“ (Psalm 139,5)

 Welche Geborgenheit drückt sich in diesem Satz aus!

So wie die Luft uns von allen Seiten umgibt, ohne doch eigens bemerkt zu werden, so wie das Tageslicht uns von allen Seiten erhellt, ohne doch selber gesehen zu werden, so ist ER da in unserem Leben, ER, der allgegenwärtige Gott. ER ist da und ist uns näher, als wir ahnen! Kaum bemerkbar, mit Leichtigkeit übersehbar. Aber ER ist da und ist uns näher, als wir ahnen.

Oft merken wir es erst, wenn uns die Luft auszugehen droht, dass wir in ihr und von ihr leben. Und wenn es dunkel oder gar finster wird in unserem Leben, dann erinnern wir uns ganz bestimmt des Lichtes – wenn auch etwas wehmütig. Doch Gottes Nähe verschwindet nicht wie die Helligkeit des Tages!

Unser Psalm spricht eine bildhafte Sprache:

 „Von allen Seiten umgibst du mich, und hältst deine Hand über mir.“

Wie ein Töpfer das Stück Ton, das er auf seiner Töpferscheibe modelliert, voll im Griff hat, so umschließt uns Gottes Hand von allen Seiten. Unser Leben ist fest in seiner Hand!

Die segnende Hand Gottes über uns!

Die führende Hand Gottes vor uns.

Die bewahrende Hand Gottes neben uns.

Die schützende Hand Gottes hinter uns. 

Die tragende und haltende Hand Gottes unter uns.

Ja, auch unter uns:  Gottes Hand!

„Du kannst nie tiefer fallen als in Gottes Hand.“

Im Leben und im Sterben – von Gott umgeben.

In gesunden und kranken Tagen von Gott gehalten.

 „Ich gehe oder liege, so bist du um mich.“

Was für ein tiefes Vertrauen, das hier zur Sprache kommt!

Gott ist da! ER ist uns ganz nah!

Zu solch einem Vertrauen werden wir eingeladen.

Solch ein Vertrauen tut not – in einer Welt und in einer Zeit, in der so Viele an der „scheinbaren“ Abwesenheit Gott leiden.

 
„Von allen Seiten umgibst du mich...“

 - so betet hier einer, der von „Feinden“ nur so umringt ist.

Der Dichter unseres 139. Psalms lebt gefährlich.

Er hat viele Gegner um sich. Sie verfolgen ihn. Sie lauern ihm auf. Sie bedrängen ihn. Sie verleumden ihn. Sie jagen ihm Angst ein. Sie machen ihm das Leben schwer. (V. 10-22)

Dennoch weiß er sich in Gottes Schutz geborgen!

 Es soll ja auch „unsichtbare Feinde“ geben, wie z.B. die unheimlichen Corona-Viren, die einem nahe kommen, die in eine Krise stürzen können, die Angst einjagen könnten.

Da heißt es: Schütze sich und andere wer kann! Z.B. durch Abstandhalten.

Aber auch hier gilt: Unser Vater im Himmel distanziert sich nicht von uns!  Der Herr Jesus, der alle Tage bei uns ist, ist und bleibt uns näher, als wir ahnen!

 „Von allen Seiten umgibst du mich...“

 Von allen Seiten umgeben zu sein bedeutet, im Mittelpunkt zu stehen. Von allen Seiten von Gott umgeben zu sein heißt, im Zentrum des Interesses Gottes, im Brennpunkt der Liebe und Barmherzigkeit Gottes zu stehen.

Das gilt besonders für Menschen, die von sich aus nicht unbedingt im Mittelpunkt stehen wollen, die eher so am Rande stehen oder gar ausgegrenzt sind, die nicht im Rampenlicht der Öffentlichkeit stehen. Aber bei Gott, für den es keine Finsternis gibt, stehen sie in einem hellen Licht!

ER, der uns von allen Seiten umgibt, hat uns „verinnerlicht“.

Für IHN sind wir „in“, nicht „out“.

Reinhold Brunkel



18.05.2020

Mein Gott, ist das schön !

 

Seht euch an, wie die Lilien blühen! Sie mühen sich nicht ab und können weder spinnen noch weben. Ich sage euch, selbst König Salomo war in seiner ganzen Herrlichkeit nicht so prächtig gekleidet wie eine von ihnen. Wenn Gott sogar die Blumen so schön wachsen lässt, die heute auf der Wiese stehen, morgen aber schon verbrannt werden, wird er sich nicht erst recht um euch kümmern? Vertraut ihr Gott so wenig?    Lukas 12, 27-28

 

Hast Du es erkannt? Das Hintergrundbild der ersten Seite? Genau. Der Forggensee. Nah bei dem Freizeitheim, in dem wir als Gemeinde viele schöne Gemeindefreizeiten erleben durften. Eine Landschaft „wie gemalt“. Ein schöner Text, um näher auf Gottes Kraft, seine Kreativität und seine Zuverlässigkeit einzugehen:

 

 

Gott ist der einzig wahre Designer

 

Die meisten von Euch wissen, dass ich Designer bin. Meine Arbeitsschwerpunkte sind Caravans und Reisemobile, die ich konzipiere, entwerfe und gestalte. Aber ganz ehrlich und ohne falsche Bescheidenheit: Wenn ich mir die Natur anschaue, wird meine „Kunst“ ganz, ganz klein, unvollkommen und fehlerhaft:

 

Egal ob unsere Erde, aus dem All fotografiert. Oder der Sternenhimmel. Oder eine Landschaft wie am Forggensee. Oder die vielen schönen Stellen hier um Biberach, die wir durch die derzeitige „Zwangspause“ beim Spazieren oder Radfahren wieder neu schätzen gelernt haben. Oder eine Roggen-Ähre aus der Nähe. Die Struktur eines Blattes. Die mikroskopische Aufnahme einer Zelle.

 

Gott präsentiert uns hier täglich und aus jeder Perspektive, wie genial er ist. Viel zu oft gewöhnen wir uns daran und sehen es kaum noch. Oder wir bewundern menschliche Kunst, menschliches Tun und ignorieren, dass Gott es um ein Vielfaches besser, schöner, perfekter macht. Übrigens: Dass wir Naturschutz, Tierschutz oder Lebensschutz oft wenig ernst nehmen, liegt vielleicht auch an einer manchmal fehlenden Wertschätzung von Gottes Kunst.

 

 

Gott spricht durch die Bibel. Und er verwöhnt uns mit Natur.

 

Beides wird von uns Menschen, auch von Christen, nicht genügend wertgeschätzt. Wir nehmen wir uns selten genügend Zeit und Ruhe, in der Bibel zu lesen, darüber nachzudenken, zu beten.

 

Ebenfalls zu selten bewundern und loben wir Gott als Designer des Weltalls, der Erde, der Natur, der Pflanzen, der Tiere, der Mikroorganismen, der einzelnen Zelle oder des Atomes. Und vor allem  als Designer von jedem Menschen. Dir und mir. Im Detail geplant. Genial konstruiert. Einmalig umgesetzt. Gewollt. Geliebt.

 

Wir wollen immer viel. Haben Wünsche. Sorgen. Sind unzufrieden. Bitten Gott um dies und das. Ein Tipp an uns alle: Sowohl die Bibel, als auch die Natur einfach mal wieder wirken lassen, sich daran erfreuen. Gott als genialen Designer zu erkennen und ihn dankbar und begeistert dafür zu loben.

 

 

Gott sorgt für Dich. Vertraue ihm!

 

Das ist besonders für mich als Freiberufler gar nicht so einfach. Erst recht nicht in der aktuellen Phase. Da geht es um Existenzielles. Und dann sagt Gott mir und Dir: Darauf sollst Du Dich nicht konzentrieren. Mach Dir keine Sorgen. Verkrampfe nicht. In Vers 31 geht Jesus sogar noch weiter: „Setzt Euch vielmehr für Gottes Reich ein, dann wird Er Euch mit allem anderen versorgen.“

 

Oft leichter gesagt als getan... Aber wenn Gott mich jeden Tag mit schönen Details, Pflanzen und der unendlichen Vielfalt seiner göttlichen Kreativität und Ästhetik verwöhnt, dann wird er doch auch generell für mich sorgen?! Er will uns den Rücken freihalten, damit wir uns auf das noch Wichtigere konzentrieren: Uns für sein Reich einsetzen. Menschen ansprechen. Für sie beten. Ihnen helfen.

 

Ich selbst und auch wir als Gemeinde sollten das nie aus dem Blick verlieren.                          

Euer Michael Studer



11.05.2020

Hoffnung und Veränderung

 

„Wenn die Angst anklopft, schick die Hoffnung an die Tür“ – das ist ein typisches Spruch-Postkartenzitat. Aber es trifft meine Stimmung gerade ganz gut. Der Corona-Virus und die momentane Krise machen mir Angst. Wahrscheinlich bin ich da nicht alleine. Aber ich will nicht bei meiner Angst stehen bleiben. Jesus sagt:

„In der Welt habt ihr Angst, aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.“

Diese Zusage gibt mir Hoffnung und Zuversicht.

Noch sind wir im Ausnahmezustand. Es herrscht große Unsicherheit - wie wird es weitergehen, mit meiner Gesundheit, meiner Arbeit, meinem Alltag. Wird aus meinem Umfeld auch jemand krank, werde ich selber infiziert werden?

Die Sorge um meine Angehörigen, die zur Risikogruppe gehören.

Die Frage, ob und wann wieder so eine Krise auftreten wird, wann es einen Impfstoff und Medikamente gegen Corona geben wird.

Wir merken, dass “all unser Wissen Stückwerk“ ist, dass auch in unserer hochtechnisierten Welt mit hervorragenden Wissenschaftlern viele Dinge noch nicht zu verstehen sind und erst langsam entschlüsselt werden können. Und dass alles seine Zeit braucht.

 Noch fühlt sich alles irgendwie nicht real an. Aber die Zeit schreitet fort und es wird irgendwann wieder eine gewisse Normalität einkehren.

Was bedeutet das dann für uns – geht das Leben weiter wie bisher? Nein, das ist nicht möglich, dazu ist diese Situation zu einschneidend. Es gibt kein „Zurück auf Start“. Vieles wird sich verändert haben.

Was darf ich hoffen, wenn ich an die Zeit nach der Krise denke? Was ist und was bleibt? Was kann ich aus der Krise lernen? Wird sich mein Verhalten nachhaltig ändern?

 

Einige Gedanken dazu:

Die Beschränkungen sind nicht zu übersehen- wir können nicht mehr reisen, wohin wir wollen, nicht mehr treffen, wen wir wollen, nicht mehr ins Restaurant gehen, wann wir wollen. Und wir können nicht mal mehr kaufen, was wir wollen – die Regale sind ungewohnt leer, Dinge, die es immer im Überfluss gab, sind plötzlich Mangelware („Klopapier“!). Viele Dinge sind nicht mehr möglich, unsere Freizeitbeschäftigungen reduzieren sich. Die vielen kleinen unangenehmen Dinge summieren sich und machen uns das Leben schwerer.

Auch wenn alle Beschränkungen wieder aufgehoben werden, die Bedrohung durch Corona wird uns die nächste Zeit begleiten. Und die Masken beim Einkaufen und Arbeiten sind noch lange Zeit ein mahnendes Menetekel. Dabei sehne ich mich nach Verlässlichkeit und weiß um die Schwierigkeit, sich mit neuen Situationen und Veränderungen arrangieren zu müssen.

Die Angst, dass es nie wieder so sein wird wie früher - die berechtigte Angst vor Veränderung darf und soll mich nicht lähmen, ich will Veränderungen als Chance für Neues begreifen.

Und ich sehe Hoffnung:

Ich weiss mit Sicherheit, dass Gott größer ist als alle Krisen, dass alles, was geschieht, vorbeigeht und wir auch die schlimmsten Dinge Gott anbefehlen können. „Als ich den Herrn suchte, antwortete er mir und errettete mich aus aller meiner Furcht“, Ps.34,5

Das unangenehme Gefühl der Machtlosigkeit, der plötzlichen Konfrontation mit etwas, dass ich nicht beeinflussen kann, wird langsam weichen und Platz machen für ein Gefühl, dass ich etwas gelernt habe, etwas wirklich verstanden haben - unsere Nachkriegsgeneration kennt bisher keine wirklichen Krisen (übrigens sind wir damit global und menschheitsgeschichtlich gesehen die Ausnahme). Ich darf auch in der Krise froh und dankbar sein, ich „freue mich und bin fröhlich über deine Güte“, Psalm 31,7. Und wende meine Gedanken zu dem, was ich an Positiven sehe.

Ich empfinde großen Respekt und Dankbarkeit für Menschen, die „den Laden am Laufen“ halten, für all die stillen Helfer und Dienstleister, die mitten in einer chaotischen Lage einfach weiter „funktionieren“ und bis an den Rand der Erschöpfung arbeiten. Ich will ihnen in Zukunft mit echter Freundlichkeit begegnen, z. B. beim Einkaufen, im Pflegedienst, dem Paketboten gegenüber,… und  will ihre Arbeit mehr wertschätzen und nicht für selbstverständlich nehmen.

Ich staune über die Einsichtigkeit vieler Menschen - das Wir-Gefühl hält unsere Gesellschaft zusammen und hilft in Krisenzeiten, dass die Lage nicht noch chaotischer wird. Auch über die Geschlossenheit, zu der sich unsere Regierung durchgerungen hat und die hoffentlich über die Krise hinaus Bestand hat. Endlich finden unnötige Diskussionen über zweitrangige Themen keinen Platz mehr in den Medien. Populistische, hetzerische Äußerungen finden keine offenen Ohren mehr, die Menschen verstehen, dass Ideologien ihnen in Zeiten realer Bedrohung nicht weiterhelfen, dass es jetzt nicht um Worte, sondern um Taten geht.

Ich freue mich über Christen, die Zeichen der Liebe setzen – so wie die Priester in Italien, die zu schwer erkrankten Coronapatienten gehen, um ihnen Trost und Nähe zu geben. Und über Menschen, die plötzlich positive Tatkraft in sich entdecken, wie zum Beispiel die Fußball-Ultras des VFB Stuttgart, die nun für alte Menschen einkaufen gehen, anstatt sich aus Spaß mit anderen zu prügeln.

Ich freue mich auf das Nachlassen der harten Einschränkungen - endlich wieder ein Eis auf dem Marktplatz, vielleicht sogar bald ein Treffen im Café mit Freunden....

Ich freue mich darauf, wieder mit netten Menschen zusammen ins Café zu gehen, essen zu gehen, gemeinsam einem Hobby nachzugehen, Sport zu machen, endlich wieder das gewohnte Klopapier zu habenJ. Und natürlich darauf, endlich wieder gemeinsame Gottesdienste zu feiern.

 

Was werde ich aus dieser Krisensituation mitnehmen und behalten?

 Die „Entdeckung der Langsamkeit“ – das Entdecken einer seltsamen Art von Entschleunigung - es tut gut, sich nicht immer in der Geschäftigkeit des Alltags verlieren zu müssen - nicht immer muss es beim Einkaufen, Autofahren, Kochen schnell, schnell gehen. Ich lasse mir Zeit, ganz einfach, weil ich die Zeit habe. Und mache auf einmal Dinge, für die ich sonst keine Zeit zu haben meine.

Die Wertschätzung meiner sozialen Kontakte, selbst bei der oft so stressigen Arbeit - ich lerne zu schätzen, was ich habe, anstatt immer dem nachzutrauern, was mir fehlt und mich darüber aufzuregen, was gerade nervt.

Die Unterscheidung von wichtigen und unwichtigen Dingen - ist es nicht auch in Zukunft egal, wenn es im Supermarkt mal ein leeres Regal gibt oder ein Zug Verspätung hat?

Ich merke, auf einmal bekommen ganz andere Dinge eine Bedeutung. Die Prioritäten verschieben sich. Ich lerne: Wenn alles um mich herum unsicher ist, bleibt das Wissen, dass Gott unser aller Leben in der Hand hältst und unsere Wege siehst und kennst und deine Hände über uns hältst. Deshalb kann ich sagen:
„Du bist mein Schirm, du wirst mich vor Angst behüten, dass ich errettet gar fröhlich rühmen kann“ Psalm 32,7

Ich wünsche uns allen, dass Gott unsere Ängste und Unsicherheit in diesen Zeiten verwandeln kann in Gelassenheit,  Zuversicht und Hoffnung.

 

Petra Mack



04.05.2020

„Nicht dass ich es schon erlangt hätte oder schon vollendet wäre; ich jage aber danach, dass ich das auch ergreife, wofür ich von Christus Jesus ergriffen worden bin. Brüder, ich halte mich selbst nicht dafür, dass ich es ergriffen habe; eines aber [tue ich]: Ich vergesse, was dahinten ist, und strecke mich aus nach dem, was vor mir liegt, und jage auf das Ziel zu, den Kampfpreis der himmlischen Berufung Gottes in Christus Jesus.“

Philipper 3,12-14

 

In Zeiten wie diesen lohnt es sich, sich darauf zu besinnen, wer wir eigentlich sind. Was macht uns aus? Woher kommen wir, wohin gehen wir? Was ist der Sinn unseres Lebens hier auf Erden? Gerade solche Zeiten führen uns wieder vor Augen, wie vergänglich ALLES ist. Die Wirtschaft bricht zusammen. Überfluss wird plötzlich zu Mangel, da wo man es nie vermutet hätte. Das sonst so zu Recht hochgelobte Gesundheitssystem steht vor Aufgaben, die dem Ganzen seine Grenzen aufzeigen. Menschen sterben teilweise scheinbar unaufhaltsam. Kurz gesagt: Die Schönheit der Dinge in unserem Leben und insbesondere unser Leben selbst sind vergänglich. Aber ist es das, wofür Gott uns geschaffen hat? Sind wir nur hier, um die Welt zu erleben, in die Gott uns gesetzt hat? Sind wir nur dafür da, um hier auf der Erde aufzublühen und dann wie eine Blume zu verdorren? Mit Sicherheit nicht! Gott hat uns zu weitaus mehr bestimmt. Er hat uns durch Jesus Christus errettet und uns eine neue Perspektive, eine neue Hoffnung geschenkt.

Diese Hoffnung richtet sich nicht auf die Dinge dieser Welt, sondern auf weitaus mehr. Unser Ziel sollte es nicht sein, hier auf der Erde ein möglichst schönes Leben mit den Genüssen dieser Welt zu leben, sondern unser Leben auf die Ewigkeit auszurichten. Paulus, von dem diese Bibelworte stammen, schreibt, was das für uns bedeutet: „...ich achte es [(das, was ihm vorher ein Gewinn auf dieser Welt war; das, was ihn ausmachte)] für Dreck, damit ich Christus gewinne...“

Um das zu ergreifen, wofür wir von ihm ergriffen wurden, also die Auferstehung zum ewigen Leben, müssen wir die Dinge, die uns hier in der Welt ein Gewinn sein können, die uns Ansehen und Ehre und scheinbare Erfüllung bringen, hinter uns lassen. Wir müssen sie als Dreck erachten. Und was passiert mit Dreck? Richtig, er muss weg! Wir sollten vergessen, was hinter uns liegt und unseren Blick allein auf das ausrichten, was uns wirklich ausmacht, nämlich das, wohin wir gehen. Es ist egal, woher wir kommen, die Bibel sagt uns, dass wir das, was hinter uns liegt vergessen sollen. Sie sagt uns, dass wir viel mehr auf das bedacht sein sollen, was vor uns liegt, wozu wir von Jesus ergriffen worden sind, nämlich das ewige Leben und nicht das Leben hier auf Erden. Dass das auch mal Kampf bedeuten kann und nicht immer leicht ist, ist quasi vorprogrammiert. Denn noch sind wir einfache Menschen, die dieses Ziel noch nicht ergriffen haben, und immer wieder auch von den menschlichen Begierden geplagt werden, durch die der Teufel unsere Augen auf andere Dinge richten möchte. Aber der Kampf, den wir durchstehen müssen, wird uns letztlich ans Ziel bringen, das wir nie aus den Augen verlieren sollten.

Vielleicht möchte uns Gott gerade durch die momentane Situation zeigen, wie vergänglich diese Welt ist und wie riskant eine Anlage in die Aktien dieser Welt ist. Aber gerade dadurch sollten wir uns auch die Augen für das öffnen lassen, was uns ausmacht, und uns von Gott auf genau dieses Ziel ausrichten lassen, nämlich das ewige Leben bei Gott.

Ich wünsche uns allen, dass wir uns gerade in diesen Zeiten neu bewusst machen, worin unsere Hoffnung besteht. Nicht in dieser Welt und all den Dingen, die uns hier umtreiben, sondern in der himmlischen Berufung Jesu für uns. Ich wünsche uns, dass wir die Zeit, nutzen, um uns von Gott darauf ausrichten zu lassen, und unseren Blick auf das Ziel auszurichten und nicht auf die Dinge, die diese Welt hin und her schwanken lassen.

 

Liebe Grüße und Gottes Segen,

Euer Kevin Radegin



27.04.2020

„Denn Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.“ (2. Tim. 1,7)

Dieser Bibelvers ist mir in dieser und für diese „verrückte“ Zeit in den Sinn gekommen.

Die Atmosphäre ist gerade eher von einem Geist der Furcht, teilweise sogar einer Hysterie geprägt. Die Gründe der Furcht brauche ich nicht aufzählen, wir lesen sie in der Zeitung und hören sie in den Nachrichten. Auch bekommen wir von Freunden und Bekannten per whatsapp oder email unzählige Videos, Sprüche und Vorträge geliefert.

An einem dieser Vorträge möchte ich euch teilhaben lassen, weil er in eine ganz andere,  viel optimistischere Richtung geht. Er ist von dem Trend- und Zukunftsforscher Matthias Horx , der zu eine RE-Gnose auffordert. Im Gegensatz zur Prognose schaut die Technik der RE-Gnose von der Zukunft aus zurück ins Heute. Wir sollen uns vorstellen, dass wir im Herbst zurück auf die jetzige Zeit schauen und überlegen, worüber wir uns dann rückblickend wundern werden:

Hier ein paar Zitate: „Wir werden uns wundern, dass die sozialen Verzichte, die wir leisten mussten, selten zu Vereinsamung führten. Im Gegenteil. Nach einer ersten Schockstarre fühlten viele von uns sich sogar erleichtert, dass das viele Rennen, Reden, Kommunizieren auf Multikanälen plötzlich zu einem Halt kamen. Verzichte müssen nicht unbedingt Verlust bedeuten, sondern können sogar neue Möglichkeiten eröffnen. Paradoxerweise erzeugte die körperliche Distanz, die der Virus erzwang, gleichzeitig neue Nähe. Wir haben alte Freunde wieder häufiger kontaktiert, Bindungen verstärkt, die lose und locker geworden waren. Familien, Nachbarn, Freunde sind näher gerückt und haben bisweilen sogar verborgene Konflikte gelöst.“

„Gleichzeitig erlebten scheinbar veraltete Kulturtechniken eine neue Renaissance. Plötzlich erwischte man nicht nur den Anrufbeantworter, wenn man anrief, sondern real vorhandene Menschen. Man kommunizierte wieder wirklich. Man ließ niemanden zappeln. Man hielt niemanden mehr hin. So entstand eine neue Kultur der Erreichbarkeit. Der Verbindlichkeit.“

„Menschen, die vor lauter Hektik nie zur Ruhe kamen, auch junge Menschen, machten plötzlich ausgiebige Spaziergänge (ein Wort, das vorher eher ein Fremdwort war).“

„Wir staunen rückwärts, wieviel Humor und Mitmenschlichkeit in den Tagen des Virus tatsächlich entstanden ist.“

„Könnte es sein, dass das Virus unser Leben in eine Richtung geändert hat, in die es sich sowieso verändern wollte?“

Das ist eine sehr außergewöhnliche und optimistische „Corona-Rückwärts-Prognose“.

(Wer sie komplett lesen möchte: https://kress.de/news/detail/beitrag/144775-die-welt-nach-corona-wie-wir-uns-wundern-werden-wenn-die-krise-vorbei-ist.html)

An dieser Stelle möchte ich wieder auf den Bibelvers zurückkommen. Gott möchte uns ausstatten mit dem Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit. Ich wünsche mir und uns allen, dass wir mit Besonnenheit überlegen, wo in dieser unsere Kraft und Liebe zum Einsatz kommen kann. Und das wir in diesem Sinn im Herbst zurückschauen und merken, dass Gott auch in und durch die Krise etwas zum Positiven bewirkt /verändert hat und dass wir daran mitwirken durften.

Darüber hinaus wünsche ich mir, dass wir für alle Politiker und sonstige Entscheidungsträger beten, dass Gott ihnen seinen Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit schenkt.

Ute Kuhlmann



20.04.2020

Staunendes Erwachen

 

Als ich gestern Morgen aufwachte kamen meine Gedanken zu dem, was uns in Jesus Christus alles geschenkt worden ist. Dabei fiel mir das Wort aus Epheser 1 Vers 3-5 ein.

 

„Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns gesegnet hat mit jedem geistlichen Segen in den himmlischen Regionen in Christus, wie er uns in ihm auserwählt hat vor Grundlegung der Welt, damit wir heilig und tadellos vor ihm seien in Liebe. Und ER hat uns vorherbestimmt zur Sohnschaft für sich selbst durch Jesus Christus, nach dem Wohlgefallen seines Willens.“

 

Dann habe ich mir vorgestellt, was unser Vater im Himmel Jesus alles übertragen hat und in IHM auch mir, der ich durch Gottes Gnade in Christus versetzt bin. (1.Kor.1;30) Z.B. Gottes Herrlichkeit sehen und Gemeinschaft mit Ihm haben, Ewiges Leben ohne Krankheit, Schwachheit, Ängsten, Freude wie man sie sich kaum vorstellen kann, Gemeinschaft mit allen Kindern Gottes und vieles mehr

Danach konnte ich Gott nur noch danken für seine Gnade und Barmherzigkeit, die er mir geschenkt hat. Von dieser Perspektive aus sehen die Dinge dieser Welt anders aus, auch wenn sie sich im Augenblick nicht verändert haben. Aber so weiß ich, dass Jesus mich hält und weiß, welche Schwierigkeiten wir manchmal mit den Gegebenheiten dieser Zeit, in der wir augenblicklich leben, haben. Er hat ja auch als Mensch zu seiner Zeit gelebt und das Leben mit allen Schwierigkeiten dieser Zeit kennen gelernt.

Aus diesem Blickwinkel kann auch ich besser mit den augenblicklichen Gegebenheiten umgehen und zufrieden sein.

Harro Schroeder



13.04.2020

Neulich las ich in der Losung einen grandiosen Vers: „Seit der Erschaffung der Welt sind seine Werke ein sichtbarer Hinweis auf ihn, den unsichtbaren Gott, auf seine ewige Macht und sein göttliches Wesen.“ (Römer 1,20)

Diese Worte kamen mir wieder in den Sinn, als ich an einem sonnigen Nachmittag spazieren ging. Der Frühling ist nicht mehr aufzuhalten, er bricht in Wald und Wiesen hervor wie eine Naturgewalt. Alles ist belebt, ein Zwitschern und Summen erfüllt die Luft, in zarten Farben blühen die Bäume, neue Blätter entfalten sich in jungem Grün, die Narzissen, Schlüsselblumen und Primeln leuchten wundervoll auf dem noch kargen Boden. In all dieser Pracht, diesem Duft, diesem Frühlingsklang liegt eine Botschaft: Der Tod ist überwunden.

Die gleiche Botschaft ruft uns das Osterfest zu, das wir gerade gefeiert haben: Der Tod ist überwunden.

Jeder von uns kennt Krisenzeiten. Manchmal läuft nicht alles rund, wir haben mit Schwierigkeiten, Niederlagen und Enttäuschungen zu kämpfen. Krankheiten werden zur Bedrohung, Verletzungen bremsen uns aus. Es gibt Sorgen und Nöte der vielfältigsten Art. Wer von uns kann schon sagen, dass immer rundum alles gut ist?

Und jetzt erleben wir eine globale Beunruhigung. Die ganze Welt steckt in der Krise. Dachtet ihr auch, als COVID-19 in Wuhan ausbrach, das wäre wie eine dieser schlimmen Meldungen, die uns nicht direkt betreffen? Wie ein Erdbeben in Albanien, ein Bürgerkrieg in Syrien, ein Tsunami in Thailand – erschütternd und schrecklich, aber weit weg? 

Und plötzlich ist dieses Virus in Europa, in Deutschland, in Baden-Württemberg, in Biberach, in der Nachbarschaft. Unser Leben wird beschnitten und beschränkt: Social Distancing, kein Klopapier in den Regalen, Mehl und Hefe ausverkauft, kein Treffen mit Freunden, kein Präsenz-Gottesdienst, kein Sport im Verein, kein Hauskreis, keine Umarmung, kein Handschlag mehr. Dazu die Sorge um die weitere Entwicklung der Pandemie, um die geliebten Menschen, die zu den Risikogruppen gehören, um die Kapazitäten unseres Gesundheitssystems, die Angst vor einem kompletten wirtschaftlichen Zusammenbruch.

Viele Menschen haben wie ich ihre Arbeit verloren, anderen droht die Kurzarbeit, wieder andere arbeiten bis zur Erschöpfung und sind einem großen Ansteckungsrisiko ausgesetzt. Jeder von uns ist in irgendeiner Form betroffen.

Es ist ein düsteres Szenario, mit dem wir gerade leben, und manchmal finde ich es bedrückend. Es ist überhaupt nicht abzusehen, wann wir zur „Normalität“ zurückkehren können. Werden wir uns überhaupt jemals wieder so unbeschwert in großen Menschengruppen bewegen wie früher, oder wird der Mund-Nasen-Schutz unser ständiger Begleiter werden?

Aber Krise hin oder her – der Frühling ist da, er lässt sich weder aufhalten noch ignorieren und ganz laut verkündet er seine Botschaft: Der Tod ist überwunden. Das ist wie ein göttlicher Einwurf in dieser Situation: „Ja, die Menschheit hat ein Problem. Aber meine Macht und mein göttliches Wesen bleiben bestehen. Meine Zusagen wanken nicht.“

Ist das nicht unglaublich tröstlich und ermutigend? Die Auferstehungskraft von Ostern, diese gewaltige Macht, die Jesus aus dem Tod ins Leben zurückgeholt hat, die wirkt auch heute. Sie zeigt sich in der Auferstehung der Natur und erinnert uns daran, dass unsere persönlichen Krisen und diese globale Krise nicht das letzte Wort haben. Jesus ist der Auferstandene. Er ist der Sieger!

Darum lasst uns gerade jetzt mit König David beten: „Ich will fest auf Gott vertrauen, denn er ist meine Hoffnung. Er ist mein Fels und meine Hilfe, meine Burg, in der mir nichts geschehen kann.“ (Psalm 62,6-7)      

Ulrike Chuchra



06.04.2020

„Jesus aber sprach zu ihm: Wenn du glauben kannst — alles ist möglich dem, der glaubt!

Und sogleich rief der Vater des Knaben mit Tränen und sprach: Ich glaube, Herr; hilf mir, loszukommen von meinem Unglauben!“  Markus 9,23-24

 

Liebe Geschwister, liebe Freunde! Die momentane Situation drängt uns alle in die Angst. Wir machen uns Sorgen. Tätigen Hamsterkäufe und geraten in Panik. Jeder hat Angst vor jedem. Noch nie haben wir auf Befehle so brav reagiert wie jetzt. Die Worte „du sollst nicht“ und „du darfst nicht“ nehmen wir jetzt mit Respekt. Und eigentlich wissen wir, dass es nur zu unserem Besten dient.

Ich lese momentan das Buch Hiob, und an einer Stelle sagt Satan zu Gott: „Ja, alles, was der Mensch hat, gibt er hin für sein Leben; aber strecke doch deine Hand aus und taste sein Gebein und sein Fleisch an, so wird er dir sicher ins Angesicht absagen!“ Hiob 2,4-5

Wenn es um unser Leben geht, haben wir Angst! Jeder von uns! Psalm 31,16 sagt uns aber: „In deiner (Gottes) Hand steht meine Zeit;“ Gott will uns damit sagen, dass wir auf ihn vertrauen sollen. In unserem Text vom Markus-Evangelium sagt Jesus nichts Anderes als „Vertraue mir! Alles ist dem möglich, der mir vertraut.“ Und jetzt sind wir gefragt! Wir, als Kinder Gottes, können uns auf unseren Vater im Himmel verlassen. Wir sind von Krankheiten und Sterben nicht ausgegrenzt. Aber wir können uns in die Hände dessen geben, der seinen Sohn für uns geopfert hat, damit wir leben.

 

Jesus sagt: „In der Welt habt ihr Bedrängnis; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden!“ Johannes 16,33

Wir haben wunderbare Möglichkeiten in seinem Wort (Bibel) zu lesen. Wir können jeder Zeit zu Ihm beten.

Nichts kann uns von Ihm und seiner Liebe trennen!

„Denn ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Fürstentümer noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch irgendein anderes Geschöpf uns zu scheiden vermag von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn.“ Römer 8,38-39

Es ist leicht, von Vertrauen zu singen oder zu sprechen, aber wenn uns das selber trifft, dann sagen wir, als schwache Menschen:

Ich glaube, Herr; hilf mir, loszukommen von meinem Unglauben!

Und wenn du nicht glauben/vertrauen kannst, dann bete zu Gott und er gibt dir Kraft, zu glauben. Gib der Angst KEINE Chance!!!

Wenn du noch nicht bekehrt bist (Gott um Entschuldigung gebeten hast und von neuem geboren bist) und keinen Vater im Himmel hast, empfehle ich dir dein Leben zu überdenken, um tiefen Frieden mit Gott und in Gott zu finden.

Denn nur in Ihm können wir ruhig und geborgen in die vor uns liegende Zeit gehen.

Wenn Gott dich bis hier her gebracht hat, dann hilft er dir auch weiter. Er lässt dich nicht mitten im Weg stehen.

 

Euer Benjamin Radegin



30.03.2020

„Der Herr deckt mich in seiner Hütte zur bösen Zeit, er birgt mich im Schutz seines Zeltes.“ (Psalm 27, 5)

Schutzhütten im Gebirge sind klein, Zelte sind zunächst auch nicht riesig, wenn ein Bild in unserem Kopf auftaucht, sondern für ein bis drei Personen. Es gibt die typische kleine Zeltform in unserer Assoziation.

„Der Herr deckt mich in seiner Hütte zur bösen Zeit…“, dieser Vers stand am Freitag, den 20. März in den Losungen der Herrenhuter Brüdergemeinde für das Jahr 2020. Als „böse Zeit“ empfinden wir alle die Corona-Krise mit ihren Bedrohungen und mit den daraus folgenden Beschränkungen. Nur wenige Kontakte und schon gar kein Gottesdienst! Das gemeinsame Glauben in Gottesdienst oder Hauskreis bricht weg. („sie bleiben aber stängig zusammen; sie ließen sich von den Aposteln unterweisen und teilten alles miteinander, feierten das Mahl des Herrn und beteten gemeinsam…“, funktioniert so nicht mehr)

Wir als Christen sind doch eine Gemeinschaftsbewegung! Der Kern des christlichen Lebens ist getroffen! Was macht das mit meinem Glauben? Ich behaupte: unter Umständen was Gutes! Aber verliere ich nicht den Kontakt zu Jesus?

In einer Hütte oder einem Zelt ist aber Platz für zwei: Jesus und mich. Wenn Jesus etwas Wichtiges zu sagen hatte, hat er es nur im Jüngerkreis erklärt (… dass er z. B. sterben würde und nach drei Tagen wieder auferstehen) – oder er hat einen betreffenden Jünger allein beiseite genommen. Jesus stellt Petrus z. B. alleine die Frage, ob er ihn liebhabe, nachdem er Jesus dreimal verleugnet hatte. Dass Petrus sich gleich wieder um Johannes Gedanken machen muss, ist eine andere Sache…

Johannes der Täufer geht in die Wüste und Gott erklärt ihm seinen Auftrag. Selbst Jesus geht in die Wüste und zieht sich auch immer wieder während seines Auftretens zurück.

Gott redet immer persönlich. So war es bei Mose durch den brennenden Dornbusch, bei Elia im leisen Wind, bei Paulus vor Damaskus… Es ist für mich richtig schön, im Gottesdienst oder dem gemeinsamen Lobpreis mit anderen Christen an Gott zu glauben und seine Nähe zu erleben. Aber meine tiefsten Gotteserfahrungen habe ich ganz alleine mit Jesus gemacht. „Der Herr deckt mich in seiner Hütte zur bösen Zeit, er birgt mich im Schutz seines Zeltes.“

Gott redet immer persönlich, auch „in dieser „bösen Zeit“ - oder trotzdem - durch Bibelworte, Stille, die Natur, andere Menschen, Bücher oder Ereignisse, in denen wir Gott „hören“ oder erkennen können.

Nutzen wir die Zeit in „der Hütte“ und lassen wir es zu, dass Gott uns in seinem Zelt bergen möchte, dass wir den Schutz in seinem Zelt erfahren.

„Der Herr deckt mich in seiner Hütte zur bösen Zeit, er birgt mich im Schutz seines Zeltes.“ (Psalm 27, 5)

Vielleicht können wir diesen Psalmvers  nach der Zeit unserer Isolation als unsere Erfahrung mitsprechen. Das wünsche ich uns.

Silke Stadali



23.03.2020

„Denn ich weiß, was für Gedanken ich über euch habe, spricht der Herr, Gedanken des Friedens und nicht des Unheils, um euch eine Zukunft und eine Hoffnung zu geben. Und ihr werdet mich anrufen und hingehen und zu mir flehen, und ich will euch erhören; ja, ihr werdet mich suchen und finden, wenn ihr von ganzem Herzen nach mir verlangen werdet.

Jeremia 29,11-13

 

Gott redet diese Worte zum Volk Juda, als es im Exil in Babel war. Für das Volk war es eine Situation, die so ganz neu war. Sie waren aus ihrer Heimat vertrieben und Gott lies dem Volk durch Jeremia ausrichten, dass sich dies vorerst auch nicht ändern würde. Die Leute mussten sich erstmal mit der Situation abfinden, ob sie wollten oder nicht. Doch auch wenn es Zeiten waren, die nicht gerade ein Genuss für das Volk waren, so wusste Gott doch ganz genau, warum er dies alles so geschehen ließ. Er wollte sein Volk wieder zu sich zurückführen, nachdem es sich durch Götzendienst von ihm abgewandt hatte. Es waren zwar drastische Mittel dafür nötig, doch trotz allem ließ Gott sein Volk wissen: „Denn ich weiß, was für Gedanken ich über euch habe, spricht der Herr, Gedanken des Friedens und nicht des Unheils, um euch eine Zukunft und eine Hoffnung zu geben.“ Gott versichert seinem Volk, dass die Umstände zwar vorerst so bleiben, wie sie sind, und dass nun ein anderes Volk über sie herrscht, aber dass Er in dieser Situation nach wie vor Herr der Lage ist. Er versichert seinem Volk, dass er ihm nicht Unheil zustoßen lassen will, sondern, dass er es zu sich zurückführt, damit es wieder eine Hoffnung hat und mit Ihm in Frieden leben kann.

Ähnlich ist es momentan auch bei uns. Wir befinden uns im Moment in einer Krise, wie wir sie in solch einer Form wahrscheinlich noch nie erlebt haben. Es kann sein, dass in solchen Momenten auch Fragen aufkommen: „Wo bleibt Gottes Eingreifen in dieser Situation, er kann uns doch nicht einfach so unserem Schicksal hingeben?“ Und gerade in dieser Zeit dürfen auch wir uns Gottes Worte zu Herzen nehmen: Gott hat uns auf keinen Fall aufgegeben oder uns vergessen, sondern er hat einen Plan mit uns. Es kann sein, dass es auch Teil des Plans ist, dass wir vorerst in einer Lage sind, die uns herausfordert, die uns unsere Grenzen aufzeigt, die uns bewusst macht, dass wir nicht so stark sind, wie wir vielleicht dachten. Aber Gott möchte diese Zeiten nutzen, um uns dabei auch zu zeigen, dass wir IHN brauchen, und zwar mehr als alles andere. Er möchte diese Zeiten des „Unheils“ dazu gebrauchen, um uns zu zeigen, worin unsere wirkliche Hoffnung liegt, nämlich in ihm, und dafür sorgen, dass noch viele weitere Menschen das erkennen und sich zu ihm umwenden.

Und Gott sichert uns in dieser Situation auch zu, dass wir in dieser Zeit nicht alleine sind. Wir können jederzeit zu ihm kommen, ihm das abgeben, was uns beschäftigt und wissen dass er es erhört. Er selbst verspricht uns, dass wir ihn jederzeit finden werden, wenn wir ihn von Herzen suchen, und dass er uns dann auch erhören wird, womit auch immer wir zu ihm kommen.

Vielleicht durchlebst du gerade aber auch eine persönliche Krise, die dir das Gefühl gibt, Gott wäre nicht mehr da. Da gilt genau dasselbe. Ich kann dir nicht versprechen, dass diese Phase schnell wieder vorbei sein wird, es kann sein, dass es eine längere Durststrecke ist, die Gott dich gehen lässt. Doch einer Sache kannst du dir immer bewusst sein: Gott tut das nicht, um dich zu Fall zu bringen, sondern um dich dafür bereit zu machen, eines Tages vollendet vor ihm zu stehen! Und er versichert dir, dass du in dieser Zeit nicht alleine bist, sondern, dass er für dich da ist, dass er immer ein offenes Ohr für dich hat.

In diesem Sinne wünsche ich jedem von euch Gottes reichen Segen für die nächste Zeit. Wir alle wissen nicht genau, was auf uns als große Gemeinschaft aber auch auf jeden persönlich zukommt, und deswegen ist es wichtig, dass wir uns Gottes Zusagen zu Herzen nehmen und darauf vertrauen, dass er alles in der Hand hat, um uns bewusst zu machen, dass wir ihn brauchen, und zwar Tag für Tag.

Kevin Radegin


Hoffnungsbote

10.08.2020

Buße

4 da stand er vom Mahl auf, legte seine Kleider ab und nahm einen Schurz und umgürtete sich. 5 Danach goss er Wasser in ein Becken, fing an, den Jüngern die Füße zu waschen und zu trocknen mit dem Schurz, mit dem er umgürtet war.

Johannes 13,4-5

Hände waschen vor dem Essen!

Bevor ich jedoch auf die Bibelgeschichte eingehen, will ich eine Anekdote aus Mosambik erzählen. Und zwar geht es dabei um das Händewaschen vor dem Essen. Dies ist sehr wichtig und wird immer gemacht. Wenn du zum Beispiel als Gast eingeladen bist und es dann zum Essen kommt, dann wäscht in der Regel die Frau des Gastgebers einem die Hände! Dabei wird aus einem Krug Wasser über deine Hände gegossen und in einer großen Schale wieder aufgefangen. Manchmal gibt es danach noch ein Handtuch zum Abtrocknen. So ähnlich stelle ich mir ebenfalls die Fußwaschung bei den Jüngern vor. 

Warum Fußwaschung?

Die Jünger Jesu waren damals auf staubigen Straßen mit Sandalen unterwegs. Daher werden die Füße auch deutlich leichter schmutzig als heute, wenn wir mit unseren festen Schuhen unterwegs sind. Dann zog man sicher auch die Schuhe aus, wenn man in ein Haus gegangen ist. Das kann ich mir auch sehr gut vorstellen. Wenn man hier in Mosambik in der Freizeit unterwegs ist, dann ist man in der Regel auch mit Flip-Flops unterwegs und diese werden ebenfalls ausgezogen, wenn man in ein Haus geht.
Es geht daher bei der Fußwaschung darum, den Staub von den Füßen zu waschen.

Was bedeutet es nun für uns?

Der Zweck einer Fußwaschung ist, den Staub des Alltags abzuwaschen. Somit will ich den Staub des Alltags vergleichen mit den Fehltritten und Sünden, die mir jeden Tag passieren. Wenn ich so meinen Tag anschaue, dann finde ich immer wieder Sünde in meinem Leben. Und dazu noch eine Anmerkung, von einer Beschreibung wie man Sünde auch verstehen kann. Nicht nur ist Sünde die Trennung von Gott, sondern die Sünde ist die Zielverfehlung, es ist nicht zielführend, zielorientiert. Wie oft an meinen Tag verfehle ich mein Ziel und „beschmutze“ somit meine Füße.

Jesus macht die Fußwaschung?

Das sicher ungewöhnliche bei der Fußwaschung war aber, dass Jesus diese gemacht hat. Es war eine Aufgabe von dem Dienern des Hausherrn und nicht vom Gast. Aber hier zeigt sich mir die unvorstellbare Art und Weise, wie Jesus hier handelt. Er dient uns. Somit will Jesus auch uns jeden Tag wieder neu die Sünde vergeben, wenn wir Buße tun.

Warum Buße jeden Tag wichtig ist?

Zum Schluss noch eine Geschichte aus der Liturgie im Gottesdienst in der reformierten Kirche von Mosambik. Es gibt in jedem Gottesdienst die Lesung des Gesetzes. Das geht dann folgender Weise. Zur erst wird mit Bibelversen, wie Lukas 10,26-27 (Doppelgebot der Liebe) oder 1. Johannes 1,8 (Wer sagt er ist ohne Sünde, belügt sich selbst) der Sinn des Gesetzes verdeutlicht. Danach gibt es eine Zeit der Stille, wo ich meine Fehltritte und Schuld vor Gott bringen kann. Diese wird mit einem gemeinsamen Lied abgeschlossen. Danach spricht der Leiter des Gottesdienstes noch die Gnade der Vergebung zu. Durch diese Liturgie ist mir wieder wichtig geworden, vor Gott Buße zu tun und dies jeden Tag. Ich glaube, dass wir es hier auf Erden nicht schaffen ohne Zielverfehlung durch den Tag zu kommen und daher ist es wichtig, dass wir jeden Tag unsere Sünde vor Gott ablegen können und uns reinigen. Besonders wichtig finde ich es vor dem Lobpreisteil, dass wir gereinigt in das Heiligtum Gottes kommen können.

 

Mit diesen Worten will ich uns ermutigen, wieder neu die Kraft der Buße zu entdecken.

 

Silas Besier

03.08.2020

Wer Gott ernst nimmt, hat auch etwas zu lachen

In Psalm 2 ist doch tatsächlich von einem „Lachen Gottes“ die Rede. Und gleichzeitig fordert dieser Psalm am Ende auf, den HERRN sehr ernstzunehmen.
In diesem 2. Psalm wird in düsteren Farben eine bedrohliche Situation geschildert.  Da ist von einem weltweiten Aufruhr die Rede, von einer globalen Verschwörung gegen Gott.
Luther spricht in seiner Übersetzung vom „Toben der Heiden“.

 Damit ist nicht zu spaßen.  Das könnte einem schon einen Schrecken einjagen.  Wehe, wenn sie losgelassen! Wehe dem, der da wie ein Kaninchen gebannt auf die Schlange oder wie ein Angsthase auf ein bedrohliches Virus schaut!

Auf die Blickrichtung kommt es an. Der 2. Psalm lädt ein, aufzuschauen und diesen schier unglaublichen Kontrast wahrzunehmen: „Der im Himmel wohnt lacht ...“

Auch in Psalm 59, in diesem „Gebet mitten unter den Feinden“, ist von dem Lachen Gottes die Rede. Im Himmel wird gelacht!

Was für ein Gottesbild!  Gottes Lachen hat nichts mit Sarkasmus und Ironie zu tun, sondern mit seiner unendlichen Überlegenheit.

Wenn wir von der Überlegenheit Gottes sprechen, von seiner Souveränität, von seiner inneren Stärke, dann bleiben wir oft im Abstrakten: Sören Kierkegaard gebrauchte das Wort von dem „unendlichen qualitativen Unterschied zwischen Gott und Mensch“. Die Bibel macht das viel anschaulicher. Sie sagt einfach:  „Gott lacht!“ Er lächelt überlegen. Er schmunzelt. Er freut sich. Er hat keine Angst.

Wir sagen manchmal: „Wer zuletzt lacht, lacht am besten!“
Aber Gott lacht nicht zuletzt. Er kann sich von Anfang an nur wundern und lächeln über die Menschen, die ihm am Zeug flicken, und die seinen Gesalbten abschaffen wollen.

Humor ist, wenn man trotzdem lacht

Der Psalmist hat sich anstecken lassen von diesem Humor Gottes. Weil Gott so unendlich überlegen ist über jede Widerwärtigkeit, darum kann er seinen Psalm von vornherein mit einem erstaunten „Warum“ beginnen: „Warum Toben die Heiden und murren die Völker so vergeblich?

Eine Wurzel des Humors ist der Glaube. Jean Paul sagte:
Nur der, der um die Ewigkeit weiß, hat rechten Humor.

Wenn ich an einen Menschen mit viel Humor denke, dann denke ich nicht zuletzt an den Papst Johannes XXIII.

Was hatte dieser Mann für einen Humor! Der ist geradezu sprichwörtlich geworden.

Wer Glauben hat, der zittert nicht. Er überstürzt nicht die Ereignisse, er ist nicht pessimistisch eingestellt. Er verliert nicht die Nerven. Glauben, das ist die Heiterkeit, die von Gott kommt.

Wer Gott ernst nimmt,  braucht sich selber nicht so ernst zu nehmen. Johannes XXIII konnte über sich selbst schmunzeln:

„Papst kann jeder werden. Der beste Beweis bin ich.“

„Warum können Engel fliegen? Weil sie sich leicht nehmen!“

Welche Leichtigkeit könnte das Leben haben!

Mir gefällt auch das kleine Lied von Hanns Dieter Hüsch:

Was macht, dass ich so unbeschwert
und mich kein Trübsal hält?
Weil mich mein Gott das Lachen lehrt
wohl über alle Welt.

 Ja, wer Gott ernst nimmt, hat auch etwas zu lachen!

 Reinhold Brunkel

27.07.2020

Eine Hochzeit ist immer etwas Besonderes! Alle warten gespannt auf den Tag! Viele möchten den Tag gerne auf Foto oder noch besser auf Video für immer festhalten!

Der Bräutigam in Spannung, wie wohl seine Auserwählte aussehen wird und ob sie „Ja“ zu ihm sagt?

Die Braut ganz aufgeregt und gespannt, wie ihr Zukünftiger sie findet!

Alles dreht sich um die zwei! Es muss am besten ALLES perfekt laufen.

Und dann passiert das, auf das alle gewartet haben. Die Braut und der Bräutigam treffen sich! Einmal für immer!

In der Bibel wird die Gemeinde Jesu als Braut dargestellt. Und Jesus als Bräutigam.

Hier vergleicht Jesus die Beziehung zu seinem Volk mit einer Ehe.

Er, als Schöpfer, schuf seine Braut (Jesaja 54,5).

Der Plan war genial! Leider kehrte die Braut ihrem Bräutigam den Rücken zu (Jeremia 31,32) und wurde in Gefangenschaft genommen. Sie ist ihm fremdgegangen!

Obwohl er sie mehrmals gewarnt hatte, wollte sie ihren „Spaß“ haben. Doch der Bräutigam ist ja ein Retter. Immer wieder macht er neue Rettungsversuche. Er will sich über sie freuen (Jesaja 62,5), doch sie will alles selbst in der Hand haben. Sie hat gegen ihn treulos gehandelt (Jeremia 3,20). Doch der Bräutigam lässt nicht los! Man nennt die Bibel nicht umsonst ein „Liebesbrief“.

Er spricht immer wieder zu ihr, damit sie seine Liebe versteht! Dann macht er das, was nur ER machen kann. Er nimmt auf sich all ihre Schuld und stirbt für sie…!

Und nicht nur das! Er steht von den Toten auf und lebt. Damit wir leben!!!

Jeder, der seine Schuld bekennt und das Blut Jesu als Reinigung für sich in Anspruch nimmt, wird gereinigt. Sein „Kleid“ wird weiß wie Schnee. Er wird durch Jesu Tod lebendig.

Sie ist nicht mehr „die Braut“, die Angst hat, wenn sie ihn kommen hört, sondern die, die sagt: Komm! Ich warte sehnsüchtig auf dich!

Im folgendem Vers wird das Geheimnis der Ehe gelüftet. So, wie wir als Mann und Frau heiraten um ewig miteinander zu sein, so werden wir auch ewig mit Jesus sein!

 „Deshalb wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhängen, und die zwei werden ein Fleisch sein“. Eph.5,31 / 1.Mose 2,24

„Dieses Geheimnis ist groß; ich aber deute es auf Christus und auf die Gemeinde.“ Eph.5,32

Und dann kommt das Happy End! In Offenbarung 19,7 steht: “Lasst uns fröhlich sein und jubeln und ihm die Ehre geben! Denn die Hochzeit des Lammes ist gekommen, und seine Frau hat sich bereitgemacht.“

Die Braut hat ein weißes Kleid angezogen, an dem keine Flecken, keine Unreinheiten und keine Sünde mehr zu sehen sind. Sie steht bereit und er kommt auf sie zu. 

In dem letzten Kapitel der Bibel stehen Worte: Und der Geist und die Braut sprechen: Komm! (Off.22,17)

 

Benjamin Radegin
 

20.07.2020

Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid, und dass der Geist Gottes in euch wohnt?

- 1. Korinther 3,16

Was wäre, wenn es keine Kirchengebäude mehr gäbe?

An diese Frage wurde ich vor kurzem wieder erinnert. Um genauer zu sein, wurde ich daran erinnert, dass mich diese Frage schon einmal für ein paar Tage beschäftigte. Und zwar durfte ich vor etwas mehr als einem Jahr bei einer „DenkBar mehr...“-Veranstaltung ein wenig über diese Frage „philosophieren“, wenn man es so nennen möchte. Wenn ich damals gewusst hätte, wie treffend diese Frage für die Zeit der Corona-Krise ist, hätte ich mich sicher sehr viel eingehender mit dieser Frage beschäftigt. Und wahrscheinlich hätte diese Frage uns alle so sehr beschäftigt, dass wir mit Sicherheit mehr als nur zehn Minuten dieses Abends darauf verwendet hätten, um Vorsorge zu treffen. Aber so ist es nun mal... Obwohl wir schon mal zumindest einige Minuten darüber nachgedacht haben, wurden wir zu Beginn der Corona-Krise doch ins eiskalte Wasser geworfen. Auf einmal standen die Kirchengebäude zwar noch da, wo sie vorher waren, aber sie hatten keinen Nutzen mehr für uns - es gab sozusagen auf einen Schlag keine Kirchengebäude mehr für uns. Was damals eine scheinbar rein hypothetische Frage war, ist vor einigen Monaten knallharte Realität für uns geworden. Damals sagte ich noch, die Sonntage würden auf jeden Fall anders sein, denn man könnte ja nicht einfach „in die Kirche gehen“, wie man es sonst tut. Auch das durften wir hautnah erleben. Die Dinge änderten sich, der Gottesdienst am Sonntagmorgen fand, wenn überhaupt, auf dem Sofa vor dem Bildschirm statt. 

Uns wurde in dieser Zeit bewusst, was es bedeutet, wenn das „klassische“ Kirchengebäude wegfällt. Es gibt diese Gebäude zwar nach wie vor, aber, wie gesagt, wenn sie nur für das Bild der Stadt dastehen, bringen sie uns wenig. Aber gab es deswegen wirklich keine Kirchengebäude mehr? Denn „Kirche“ ist ja nicht einfach nur ein Gebäude, das Wort hat seinen Ursprung ganz wo anders. Ursprünglich kommt „Kirche“ nämlich von „kyriake“, was „dem Herrn zugehörig“ bedeutet. Das bedeutet, dass „Kirche“ in erster Linie nicht an das Gebäude gebunden ist, sondern viel mehr, dass das Gebäude durch seinen Inhalt, nämlich eine Versammlung von Nachfolgern Jesu, zum Kirchengebäude wird. Damit kann also jedes Gebäude zum Kirchengebäude werden, solange wir in diesem Gebäude Gemeinschaft mit dem Herrn Jesus haben. In diesem Fall wäre es verheerend, wenn es keine Kirchengebäude mehr gäbe, denn dann sähe die Welt ziemlich kahl aus, zumindest in Siedlungsgebieten. Aber so ist es ja Gott sei Dank nicht. Wir durften in der letzten Zeit hoffentlich erfahren, dass wir wahren Gottesdienst auch außerhalb unseres Gemeindehauses feiern dürfen (auch wenn es teilweise vielleicht ungewohnt war) und wir nicht an ein Gebäude gebunden sind, sondern wir vielmehr Teil des Gebäudes sind, in dem Gott wohnt.

Gott hat uns durch die Wochen, bevor die Gottesdienste für einen Teil von uns wieder vor Ort stattfinden konnten, einiges gelehrt. In erster Linie haben wir wahrscheinlich gemerkt, wie wertvoll die physische Gemeinschaft mit der gesamten Gemeinde doch ist. Und umso dankbarer sind wir jetzt wohl auch, dass Gottesdienste im Größeren jetzt wieder möglich sind.

Aber die Wochen waren auch eine Zeit, in der zumindest der eine oder andere von uns ein paar Gänge zurückschalten durfte, und sich neu besinnen konnte. Die Zeit war eine Zeit der Prüfung. Wie ist es bei uns? Stehen wir auch einfach nur noch leer in der Gegend herum und erfüllen keinen Zweck mehr, so wie es all die Kirchengebäude tun? Oder sind wir wirklich ein Tempel, in dem der Geist Gottes lebt, also von innen heraus lebendig, auch dann, wenn der normale Alltag wegfällt und erstmal Ruhe einkehrt? Gerade dann zeigt sich, ob die „Kirche“ einfach nur ein Gebäude ist, dass von den Äußerlichkeiten abhängig ist, oder ob sie tatsächlich eine „Kirche“ ist, die von innen heraus lebendig ist, weil Gott in ihrer Mitte ist und nichts und niemand sonst. So ist es auch bei uns persönlich. Ist auf einmal Feierabend mit Gottesdienst, nachdem die Kirche am Sonntagmorgen wegfällt, oder geht der Gottesdienst im alltäglichen Leben weiter, auch wenn die äußeren Umstände sich ändern? Ist es etwas in uns, das den Gottesdienst Tag für Tag weiterleben lässt oder machen auch bei uns die Türen zu, spätestens dann, wenn wirklich völlige Stille herrscht? Brennt der Gottesdienst in uns oder sind andere Sachen oft wichtiger?

Denkt doch mal über diese Fragen nach! 


Gottes Segen euch allen,

Euer Kevin Radegin

06.06.2020

Die Hoffnung weitergeben

 

„Nun gehört die Herrschaft über die Welt unserem Herrn und seinem Christus und er wird regieren von Ewigkeit zu Ewigkeit. (Offenbarung 11, 15b)In unserem Hauskreis beschäftigen wir uns seit Beginn des Jahres mit der Offenbarung – eine schwierige und herausfordernde Lektüre, die seit Ausbruch der Corona-Krise unser Lesen nochmals deutlich verändert hat. Johannes hat die Offenbarung zur Zeit einer großen Christenverfolgung geschrieben, als das römische Reich Weltmacht war. Und immer wieder haben Christen zu durch die Zeiten hindurch in Krisen ein besonderes Augenmerk auf das letzte Buch der Bibel gelegt.

Manche Christen reihen sich zur Zeit in die bunte Riege der verschiedenen Verschwörungstheoretiker ein, die mit Demonstrationen gerade in allen Medien sind. So haben einige italienische katholische und auch deutsche Geistliche ein Schreiben veröffentlicht, indem sie die Coronakrise als Vorwand zur Schaffung einer Weltregierung sehen – von so einer Weltregierung, die die Christen unterdrückt, lesen wir in der Offenbarung. Und auch von Seuchen und Krankheiten. Kann und soll man die prophetischen Worte der Offenbarung nun auf unsere aktuelle Situation übertragen? Manche gehen sogar soweit und sehen das Virus als „Strafe Gottes“ für die sündige Menschheit. Wie gehen wir als Christen mit solchen Ansichten um? Wie stehen wir zu den Maßnahmen, die unsere Regierung ergreift und die unsere bis dahin so unproblematische und selbstverständliche Freizügigkeit einschränken?

 Es ist zu kurz gedacht, dieses prophetisch und damit bildhaft zu lesende Buch eindimensional auf eine bestimmte Situation zu deuten.

Die Offenbarung enthält einige wirklich schauerlich zu lesende Stellen, in denen viel Leid und Verfolgung beschrieben wird. Wir haben im Hauskreis bei unserer Lektüre gemerkt: Wir dürfen und müssen die Offenbarung vom Ende her lesen. Und das Ende ist herrlich: Jesus siegt, er bringt den Frieden und das Heil für die gesamte Welt, die ganze Schöpfung ist dabei mit eingeschlossen. Deshalb können wir den Blick hoffnungsvoll nach vorne richten. Eine Botschaft mit dem alleinigen Inhalt  „Das Ende ist nah“ ist als Angstmacher völlig ungeeignet, anderen Menschen den Sieg von Jesus Christus über alle gottfeindlichen Mächte nahezubringen. Vielen Menschen geht es im Moment nicht so gut, aus den unterschiedlichsten Gründen. Jeder hat irgendwelche Einschränkungen auszuhalten. Manche sind einsam, manche plagen finanzielle Sorgen, wieder andere blicken mit Sorge auf ihren Arbeitsplatz oder haben Angst um ihre Gesundheit oder die ihrer Angehörigen. Aber wir Christen dürfen Hoffnung verbreiten: Das ist nicht das letzte Wort, Jesus hat das letzte Wort, er hat alles in seiner Hand. Die Offenbarung wurde geschrieben, um den Gläubigen in einer schwierigen Zeit Trost und Hoffnung zu geben – und genau das dürfen wir unseren Mitmenschen weitergeben. Unser Glaube an Jesu Sieg sollte unser Handeln bestimmen, wir können aus Glauben anderen helfen.

Und dazu gehört ganz gewiss nicht, dass wir unsichere Menschen mit kruden Verschwörungstheorien noch weiter verunsichern. Natürlich sollen und dürfen wir kritisch gegenüber staatlichen Vorgaben sein, aber wir müssen das, was wir weitergeben, genau prüfen. Vieles ist eben im Moment noch nicht sicher, gerade in der Wissenschaft, aber auch in der Politik und in der Wirtschaft. Jede Entscheidung kann eine falsche sein. Aber keiner weiß ganz genau, was das Beste wäre. Jens Spahn, der Gesundheitsminister, hat das richtig erkannt und gut formuliert: „Wir werden viel verzeihen müssen“ – Vergeben und Verzeihen: genau das ist unsere „Spezialität“ als Christen. Geben wir unseren Regierungsverantwortlichen die Chance, weise zu entscheiden, indem wir ihre Arbeit gerne kritisch, aber wohlwollend begleiten und für sie beten.

Niemand von uns weiß, wie sich die Dinge entwickeln – geht die weitgehende Öffnung der alltäglichen Bereiche des Lebens gut oder kommt es zu einer weiteren Welle an Infektionen? Kommt das Virus im Herbst wieder stärker zurück? Gibt es bald, gibt es überhaupt einen Impfstoff? Oder ein wirksames Medikament? Diese Epidemie ist eine, die die ganze Welt betrifft. In Römer 8, 18-22 lesen wir: „Denn ich bin überzeugt, dass dieser Zeit Leiden nicht ins Gewicht fallen gegenüber der Herrlichkeit, die an uns offenbart werden soll. Denn das ängstliche Harren der Kreatur wartet darauf, dass die Kinder Gottes offenbar werden. Die Schöpfung ist ja unterworfen der Vergänglichkeit – ohne ihren Willen, sondern durch den, der sie unterworfen hat –, doch auf Hoffnung; denn auch die Schöpfung wird frei werden von der Knechtschaft der Vergänglichkeit zu der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes. Denn wir wissen, dass die ganze Schöpfung bis zu diesem Augenblick seufzt und in Wehen liegt.“

Auch diese Verse sind „global“, sie sprechen die ganze Welt an und zeigen, dass Gott die ganze von ihm geschaffene Welt im Blick hat.

 

Ich bin mir sicher, dass Gott einen Plan für unsere Zeit, unsere Welt, unser Land, unsere Stadt und auch unser persönliches Leben hat. Und dieser Plan ist gut. Deshalb möchte ich mithelfen, dieses mir von Gott geschenkte Leben verantwortungsvoll zu gestalten. Dazu gehört, dass ich meinen Verstand einschalte und genau prüfe, welchen Informationen ich glauben schenken kann. Verschwörungstheoretische Spekulationen bringen niemanden etwas, stattdessen lähmen sie und verbreiten Angst. Statt mich durch Fake News verunsichern zu lassen, darf ich meine Unsicherheit und mein Nichtwissen, auch meine Angst vor Gott bringen und mich bei ihm sicher fühlen. Nur die Flucht zu Gott gibt mir echte Sicherheit und echte Beruhigung. Und dieses tiefe Gefühl der Geborgenheit und Sicherheit darf ich weitergeben. Auch und gerade an die, die sich von wirren „Verschwörungstheorien“ verunsichern lassen. Kurz nach den obigen Versen aus Römer 8 dürfen wir eine tolle Zusage lesen: „38 Denn ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, 39 weder Hohes noch Tiefes noch irgendeine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn.“

 

Petra Mack
 

29.06.2020

Zu allen Zeiten und an allen Orten - von Gott umgeben!

Der Beter unseres 139. Psalms, dieses „Hohenliedes von der allgegenwärtigen Nähe Gottes“, weiß sich nicht nur von allen Seiten, sondern auch zu allen Zeiten seines Lebens von Gott umgeben!

 „Du hast . . . mich gebildet im Mutterleibe.  Alle Tage waren in dein Buch geschrieben, die noch werden sollten, und von denen keiner da war.“ (V. 13.16)

 Was für ein tiefes Vertrauen in das Geheimnis der Vorsehung Gottes spricht sich hier aus! An keiner Stelle der Bibel wird das so deutlich ausgesprochen wie hier in diesem Psalm, dass ER, der Ewige, unser Leben überblickt.
Wer mag es dem Beter dieses Psalms verdenken, dass ihm alle diese Gedanken irgendwie zu hoch sind, als dass er sie wirklich begreifen könnte.

 „Diese Erkenntnis ist mir zu wunderbar und zu hoch, ich kann sie nicht begreifen.“ (V. 6)

 Und doch kann er nachsprechen, worauf sich vor und nach ihm im Leben und im Sterben so viele verlassen haben. ER, der ewige ICH-BIN ist immer und überall da!
Es gibt so unterschiedliche Zeiten in unserem Leben. Zeiten, wo wir uns Gott nahe fühlen. Und Zeiten, in denen wir nichts von der Nähe Gottes spüren.
Zu allen Zeiten, auch in den schweren Zeiten des Lebens, von Gott umgeben! An allen Tagen, vom Tag der Geburt an bis zum Todestag, und darüber hinaus von Gott umgeben!
Ja, sogar schon längst vor unserer Geburt hatte ER uns im Blick, hatte ER Hand an uns gelegt.

 „Ja, Du schaffst meine Nieren, Du webst mich im Leib meiner Mutter . . .“ (V. 13)

 Was für eine bilderreiche Sprache in diesem Psalm.  Zuerst das Bild von dem Töpfer. Jetzt das Bild von dem Weber. Von allem Anfang an hat Gott seine Hand im Spiel.
Der Beter unseres 139. Psalms  weiß sich nicht nur „zu allen Zeiten“,  sondern auch „an allen Orten“  von Gott umgeben.

 „Nähme ich Flügel der Morgenröte und bliebe am äußersten Meer, so würde auch dort deine Hand mich führen und deine Rechte mich halten.“ (V. 9-10)

Es gibt Orte, wo Gott ganz sicher zu finden sein muss. Im Himmel!

„Führe ich gen Himmel, so bist du da ...“ (V. 8)

 Oder vielleicht auch in einer Kirche? Da ist sicher was dran, was Reinhard Deichgräber einmal schrieb:
„Kein Raum ist ohne Gott, gewiss;  und doch gefällt es Gott, dem alle Gleichmacherei zuwider ist, sich an bestimmten Stellen deutlicher zu manifestieren.“
Aber Gott ist nicht nur im Himmel. Er manifestiert sich nicht nur in sakralen Räumen.

„Bettete ich mich bei den Toten, siehe, so bist du auch da!“ (V. 8)

Ja, auch dort bei den Toten, ist ER da. Bei denen, die für uns als Tote zu gelten haben, zu denen wir keinen Kontakt mehr haben dürfen, ist ER, für den es keine Toten gibt, da!
Von allen Seiten, zu allen Zeiten, an allen Orten – von Gott umgeben. In allen Lebenslagen – von Gott gehalten. Er verliert uns nicht aus dem Blick, auch wenn wir uns aus dem Blick verlieren sollten. Über Gottes Nähe kann man nur staunen.
Gottes Nähe will in rechter Weise bedacht werden. Gottes Nähe will besungen werden. Der Sänger des 139. Psalms tut es. Er lobt Gott, er ehrt Gott mit diesem großartigen Lied.
Gottes Nähe will gefeiert werden. Das Volk Gottes tut es.
Gottes Geheimnisse wollen in würdiger Weise gefeiert werden.

„Die Kirche befriedigt nicht Erwartungen, sie feiert Geheimnisse.“ (Carlo Maria Kardinal Martini)

 Vor allem dieses große Geheimnis, dass Gott uns in Christus so nahe gekommen ist!
                                                                       Reinhold Brunkel



22.06.2020

Prioritätenlisten

„Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch solches alles zufallen.“ (Matthäus 6, 33, nach Luther) oder

„Sorgt euch zuerst darum, dass ihr euch seiner Herrschaft unterstellt und tut, was er verlangt, dann wird er euch schon mit allem anderen versorgen.“ (Gute Nachricht)

„Jetzt werden wir uns auf die wesentlichen Dinge besinnen und merken erst was wirklich zählt…“

Eine wichtige und gute Erkenntnis, die ich oft gehört habe zu Beginn des Lockdowns in der Corona-Krise. Das erzwungene Innehalten und Alleinsein mit vielen existentiellen Fragen wurde als Herausforderung und eben auch als Chance empfunden.

Sich über seine Prioritäten Gedanken machen zu müssen, zwar nur relativ freiwillig, weil man Zeit dazu hatte, hörte sich gut an. Ja, meine nächsten mich umgebenden Menschen sind mir ganz wichtig: Familie, Freunde,…, dann Hobbys, Natur, Sport, Zeit haben…

Fragen wurden zugelassen:

Wie ist es mit meiner Zeiteinteilung bisher gewesen?

Was mache ich mit meiner (noch verbleibenden?) (Lebens-)Zeit?

Ist die Firma/Arbeitsstelle vielleicht doch besser Nr. 2?

Wer bestimmt mich? Wem bin ich Rechenschaft schuldig?

Mittlerweile sind die Schwerpunkte wieder dahingehend gerutscht, dass man sich wieder fragt: „Wo bleibe ich in dieser Krise?“; „Wo geht es mir dabei gut?“; oder gar „Was ist mit meiner (persönlichen) Freiheit?“; „Wann kann ich wieder uneingeschränkt tun, was ich will?“

Jesus sagt: „Setze die Interessen Gottes an die erste Stelle!“ Dieser Jesus ist da mal wieder sehr „unkommod“ und direkt und wenig „pflegeleicht“ in seinen Äußerungen. Welche unmögliche Forderung stellt er da! Soll ich naiv und dumm sein?

Jesus sagt das „Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes“ sogar im Zusammenhang mit dem täglichen Sorgen. Zurzeit Jesus war das mit dem täglichen Sorgen anders. Abhängigkeiten vom Wetter, Tagelöhner-Dasein, kein Sozialstaat,  Armut, Hunger, usw… waren normal.

Da setzt Jesus eine klare Priorität: Das „Reich Gottes“ – die Interessen Gottes an und in dieser Welt sollen an erster Stelle stehen! Aus den letzten Sonntagspredigten über die Gleichnisse zum „Reich Gottes“ wissen wir: das Reich Gottes ist bereits hier. Es geht nicht (nur) um den „Himmel“.

Auch wir sorgen uns. Da klingt Jesu Tipp für unsere Prioritätenliste wie eine Zumutung eines Weltfremden.

Oswald Chambers (* 24. Juli 1874 in Aberdeen, Schottland; † 15. November 1917 in Kairo, Ägypten) schreibt dazu in einem Andachtsbuch „Mein Äußerstes für sein Höchstes“ (S. 142):

„Jesus sagt nicht, dass sich ein Mensch, der sich um nichts kümmert, gesegnet sei – ein solcher Mensch ist ein Narr.

Jesus lehrte, dass ein Jünger seine Beziehung zu Gott zum Mittelpunkt seines Lebens machen müsse und dass er im Vergleich dazu allem anderen gegenüber eine besorgte Unbesorgtheit haben solle.

Jesus sagt: ‘Mache die Sorge darum, was du essen und trinken sollst, nicht zum herrschenden Faktor deines Lebens, sondern sei vollständig auf Gott konzentriert.‘

Viele Menschen kümmern sich nicht darum, was sie essen und trinken werden, und müssen deshalb leiden; sie kümmern sich nicht darum, wie sie angezogen sind, und sehen aus, wie sie gar nicht auszusehen brauchten; sie kümmern sich nicht um ihre irdischen Angelegenheiten, und Gott macht sie dafür verantwortlich.

Jesus sagt, dass wir vor allem dafür sorgen sollen, dass wir unsere Beziehung zu Gott an erste Stelle setzen und alles andere an zweite Stelle.“

 

Silke Stadali
 



15.06.2020

Gottes Wort wirkt

Und er redete zu ihnen vieles in Gleichnissen und sprach: Siehe, der Sämann ging aus zu säen. Und indem er säte, fiel etliches an den Weg, und die Vögel kamen und fraßen es auf. Anderes aber fiel auf den felsigen Boden, wo es nicht viel Erde hatte; und es ging alsbald auf, weil es nicht tiefe Erde hatte; als aber die Sonne aufging, ward es verbrannt; und weil es keine Wurzel hatte, verdorrte es. Anderes aber fiel unter die Dornen; und die Dornen wuchsen auf und erstickten es. Anderes aber fiel auf gutes Erdreich und brachte Frucht, etliches hundertfältig, etliches sechzigfältig und etliches dreißigfältig.
Matthäus 13:3-8

Wahrscheinlich habt ihr diesen Text schon etliche Male gelesen. Und selbst Jesus gibt auch eine Deutung des Gleichnisses in den Versen 18 bis 23. Es geht im Grundsatz darum, wie Gottes Wort aufgenommen wird. Dabei spricht man in der Regel von den vier verschiedenen Personen, die das Wort aufnehmen. Ich will es aber hier nun herunterbrechen auf mein Herz. Ist es möglich, dass wir alle vier Arten des „Feldes“ in unseren Herzen finden können? Ich will euch darum bitten, euch mit mir auf den Weg zu machen und unser Herz zu erforschen, um die verschiedenen Arten des Feldes in unseren Herzen finden zu können und zu verändern.

Der Weg
Als erstes Teil wird hier von dem Weg gesprochen. Ein harter, möglicherweise betonierter Weg, wo der Samen nicht aufgehen kann. Mehr noch, wo er sofort von den Vögeln aufgefressen wird. Wo in unserem herzen sind wir verhärtet, sodass das Wort Gottes nicht eindringen kann. Für mich kann das ein Bereich sein, in dem ich immer noch in Sünde lebe oder immer wieder falle und dieselbe Sünde begehe. Oder wo ich Verletzungen und Enttäuschungen erlangt habe und nicht verzeihen kann. Wir können Gott bitten, uns diese Bereiche zu zeigen. Und wie kann ich nun daran was ändern? Um einen harten Weg aufzureißen brauche ich Spitzhacke oder Meißel und Hammer. Und es ist eine körperliche harte und schwere Arbeit. So ist es oft in diesem Bereich unseren Herzen auch. Ich brauche eine Veränderung, die oft nicht einfach ist und schwer zu realisieren. Auch muss manchmal dabei was zerbrochen werden und es kann mit Schmerzen oder schwierigen Zeiten sein, aber ich bin fest davon überzeugt, dass es sehr gut für uns ist.  Der Heilige Geist will uns dabei helfen, unsere Laster abzulegen und uns zu verändern. Oder auch uns und anderen Menschen vergeben zu können.

Felsiger Boden
Beim felsigen Boden fällt das Wort in unser Herz, aber es kann keine Wurzeln schlagen. Es kann sich nicht verankern und in schwierigen Zeiten verlieren wir das so gelernte und verstandene. Es sind Bereiche in meinem Herzen, wo ich das Wort Gottes nicht vollständig verstehe oder noch Zweifel habe. Bei mir ist es oft so, dass ich es vom Verstand verstehe, aber mein Herz es nicht glauben und annehmen kann. So habe ich persönlich oft Probleme an Wunder zu glauben und auch für Wunder zu beten. Ich weiß vom Verstand her, dass es Gott möglich ist, aber mein Herz will es oft nicht Glauben und erwarten. Was macht man, um felsigen Boden fruchtbar zu machen? Ich muss den Felsen oder Steine durch guten Boden ersetzen. So können wir Gott bitten auch unsere Zweifel und Unglauben auszutauschen gegen Glauben. Wie auch unser Jahreslosung sagt: „Ich glaube; hilf meinem Unglauben!“ (Markus 9,24).

Dorniger Boden
Bei dem dornigen Boden handelt es sich um die Sorgen des Alltags. Die Sorgen, die mich davon abhalten, in der Bibel zu lesen oder auf Gott zu vertrauen. Ich glaube, dass wir alle diese Sorgen kennen. Wir können auch nicht verhindern, dass schwierige Zeiten kommen oder wir uns Sorgen machen, aber wir können lernen damit umzugehen. Denn wir haben einen großen Gott an unserer Seite, bei dem nichts unmöglich ist. Und so dürfen wir unsere Sorgen bei Gott abladen und er wird uns helfen. Sodass Gott die Dornen aus unserem Boden/Herz herausziehen kann und es das Wort Gottes nicht erstickt.

Guter Boden
Aber es gibt ja auch den guten Boden, wo Gottes Wort wirkt. Ich finde es schon beeindruckend und bin Gott sehr dankbar, dass ER durch uns wirkt. Das auch Gottes Wort in mein Herz fallen kann und Frucht bringt: dreißig-, sechzig- oder sogar hundertfach.

Somit können wir das als Zusage für uns nehmen, dass Gottes Wort in uns wirkt und gute Werke hervorbringen wird.

Silas Besier



25.05.2020

„Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.“ (Psalm 139,5)

 Welche Geborgenheit drückt sich in diesem Satz aus!

So wie die Luft uns von allen Seiten umgibt, ohne doch eigens bemerkt zu werden, so wie das Tageslicht uns von allen Seiten erhellt, ohne doch selber gesehen zu werden, so ist ER da in unserem Leben, ER, der allgegenwärtige Gott. ER ist da und ist uns näher, als wir ahnen! Kaum bemerkbar, mit Leichtigkeit übersehbar. Aber ER ist da und ist uns näher, als wir ahnen.

Oft merken wir es erst, wenn uns die Luft auszugehen droht, dass wir in ihr und von ihr leben. Und wenn es dunkel oder gar finster wird in unserem Leben, dann erinnern wir uns ganz bestimmt des Lichtes – wenn auch etwas wehmütig. Doch Gottes Nähe verschwindet nicht wie die Helligkeit des Tages!

Unser Psalm spricht eine bildhafte Sprache:

 „Von allen Seiten umgibst du mich, und hältst deine Hand über mir.“

Wie ein Töpfer das Stück Ton, das er auf seiner Töpferscheibe modelliert, voll im Griff hat, so umschließt uns Gottes Hand von allen Seiten. Unser Leben ist fest in seiner Hand!

Die segnende Hand Gottes über uns!

Die führende Hand Gottes vor uns.

Die bewahrende Hand Gottes neben uns.

Die schützende Hand Gottes hinter uns. 

Die tragende und haltende Hand Gottes unter uns.

Ja, auch unter uns:  Gottes Hand!

„Du kannst nie tiefer fallen als in Gottes Hand.“

Im Leben und im Sterben – von Gott umgeben.

In gesunden und kranken Tagen von Gott gehalten.

 „Ich gehe oder liege, so bist du um mich.“

Was für ein tiefes Vertrauen, das hier zur Sprache kommt!

Gott ist da! ER ist uns ganz nah!

Zu solch einem Vertrauen werden wir eingeladen.

Solch ein Vertrauen tut not – in einer Welt und in einer Zeit, in der so Viele an der „scheinbaren“ Abwesenheit Gott leiden.

 
„Von allen Seiten umgibst du mich...“

 - so betet hier einer, der von „Feinden“ nur so umringt ist.

Der Dichter unseres 139. Psalms lebt gefährlich.

Er hat viele Gegner um sich. Sie verfolgen ihn. Sie lauern ihm auf. Sie bedrängen ihn. Sie verleumden ihn. Sie jagen ihm Angst ein. Sie machen ihm das Leben schwer. (V. 10-22)

Dennoch weiß er sich in Gottes Schutz geborgen!

 Es soll ja auch „unsichtbare Feinde“ geben, wie z.B. die unheimlichen Corona-Viren, die einem nahe kommen, die in eine Krise stürzen können, die Angst einjagen könnten.

Da heißt es: Schütze sich und andere wer kann! Z.B. durch Abstandhalten.

Aber auch hier gilt: Unser Vater im Himmel distanziert sich nicht von uns!  Der Herr Jesus, der alle Tage bei uns ist, ist und bleibt uns näher, als wir ahnen!

 „Von allen Seiten umgibst du mich...“

 Von allen Seiten umgeben zu sein bedeutet, im Mittelpunkt zu stehen. Von allen Seiten von Gott umgeben zu sein heißt, im Zentrum des Interesses Gottes, im Brennpunkt der Liebe und Barmherzigkeit Gottes zu stehen.

Das gilt besonders für Menschen, die von sich aus nicht unbedingt im Mittelpunkt stehen wollen, die eher so am Rande stehen oder gar ausgegrenzt sind, die nicht im Rampenlicht der Öffentlichkeit stehen. Aber bei Gott, für den es keine Finsternis gibt, stehen sie in einem hellen Licht!

ER, der uns von allen Seiten umgibt, hat uns „verinnerlicht“.

Für IHN sind wir „in“, nicht „out“.

Reinhold Brunkel



18.05.2020

Mein Gott, ist das schön !

 

Seht euch an, wie die Lilien blühen! Sie mühen sich nicht ab und können weder spinnen noch weben. Ich sage euch, selbst König Salomo war in seiner ganzen Herrlichkeit nicht so prächtig gekleidet wie eine von ihnen. Wenn Gott sogar die Blumen so schön wachsen lässt, die heute auf der Wiese stehen, morgen aber schon verbrannt werden, wird er sich nicht erst recht um euch kümmern? Vertraut ihr Gott so wenig?    Lukas 12, 27-28

 

Hast Du es erkannt? Das Hintergrundbild der ersten Seite? Genau. Der Forggensee. Nah bei dem Freizeitheim, in dem wir als Gemeinde viele schöne Gemeindefreizeiten erleben durften. Eine Landschaft „wie gemalt“. Ein schöner Text, um näher auf Gottes Kraft, seine Kreativität und seine Zuverlässigkeit einzugehen:

 

 

Gott ist der einzig wahre Designer

 

Die meisten von Euch wissen, dass ich Designer bin. Meine Arbeitsschwerpunkte sind Caravans und Reisemobile, die ich konzipiere, entwerfe und gestalte. Aber ganz ehrlich und ohne falsche Bescheidenheit: Wenn ich mir die Natur anschaue, wird meine „Kunst“ ganz, ganz klein, unvollkommen und fehlerhaft:

 

Egal ob unsere Erde, aus dem All fotografiert. Oder der Sternenhimmel. Oder eine Landschaft wie am Forggensee. Oder die vielen schönen Stellen hier um Biberach, die wir durch die derzeitige „Zwangspause“ beim Spazieren oder Radfahren wieder neu schätzen gelernt haben. Oder eine Roggen-Ähre aus der Nähe. Die Struktur eines Blattes. Die mikroskopische Aufnahme einer Zelle.

 

Gott präsentiert uns hier täglich und aus jeder Perspektive, wie genial er ist. Viel zu oft gewöhnen wir uns daran und sehen es kaum noch. Oder wir bewundern menschliche Kunst, menschliches Tun und ignorieren, dass Gott es um ein Vielfaches besser, schöner, perfekter macht. Übrigens: Dass wir Naturschutz, Tierschutz oder Lebensschutz oft wenig ernst nehmen, liegt vielleicht auch an einer manchmal fehlenden Wertschätzung von Gottes Kunst.

 

 

Gott spricht durch die Bibel. Und er verwöhnt uns mit Natur.

 

Beides wird von uns Menschen, auch von Christen, nicht genügend wertgeschätzt. Wir nehmen wir uns selten genügend Zeit und Ruhe, in der Bibel zu lesen, darüber nachzudenken, zu beten.

 

Ebenfalls zu selten bewundern und loben wir Gott als Designer des Weltalls, der Erde, der Natur, der Pflanzen, der Tiere, der Mikroorganismen, der einzelnen Zelle oder des Atomes. Und vor allem  als Designer von jedem Menschen. Dir und mir. Im Detail geplant. Genial konstruiert. Einmalig umgesetzt. Gewollt. Geliebt.

 

Wir wollen immer viel. Haben Wünsche. Sorgen. Sind unzufrieden. Bitten Gott um dies und das. Ein Tipp an uns alle: Sowohl die Bibel, als auch die Natur einfach mal wieder wirken lassen, sich daran erfreuen. Gott als genialen Designer zu erkennen und ihn dankbar und begeistert dafür zu loben.

 

 

Gott sorgt für Dich. Vertraue ihm!

 

Das ist besonders für mich als Freiberufler gar nicht so einfach. Erst recht nicht in der aktuellen Phase. Da geht es um Existenzielles. Und dann sagt Gott mir und Dir: Darauf sollst Du Dich nicht konzentrieren. Mach Dir keine Sorgen. Verkrampfe nicht. In Vers 31 geht Jesus sogar noch weiter: „Setzt Euch vielmehr für Gottes Reich ein, dann wird Er Euch mit allem anderen versorgen.“

 

Oft leichter gesagt als getan... Aber wenn Gott mich jeden Tag mit schönen Details, Pflanzen und der unendlichen Vielfalt seiner göttlichen Kreativität und Ästhetik verwöhnt, dann wird er doch auch generell für mich sorgen?! Er will uns den Rücken freihalten, damit wir uns auf das noch Wichtigere konzentrieren: Uns für sein Reich einsetzen. Menschen ansprechen. Für sie beten. Ihnen helfen.

 

Ich selbst und auch wir als Gemeinde sollten das nie aus dem Blick verlieren.                          

Euer Michael Studer



11.05.2020

Hoffnung und Veränderung

 

„Wenn die Angst anklopft, schick die Hoffnung an die Tür“ – das ist ein typisches Spruch-Postkartenzitat. Aber es trifft meine Stimmung gerade ganz gut. Der Corona-Virus und die momentane Krise machen mir Angst. Wahrscheinlich bin ich da nicht alleine. Aber ich will nicht bei meiner Angst stehen bleiben. Jesus sagt:

„In der Welt habt ihr Angst, aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.“

Diese Zusage gibt mir Hoffnung und Zuversicht.

Noch sind wir im Ausnahmezustand. Es herrscht große Unsicherheit - wie wird es weitergehen, mit meiner Gesundheit, meiner Arbeit, meinem Alltag. Wird aus meinem Umfeld auch jemand krank, werde ich selber infiziert werden?

Die Sorge um meine Angehörigen, die zur Risikogruppe gehören.

Die Frage, ob und wann wieder so eine Krise auftreten wird, wann es einen Impfstoff und Medikamente gegen Corona geben wird.

Wir merken, dass “all unser Wissen Stückwerk“ ist, dass auch in unserer hochtechnisierten Welt mit hervorragenden Wissenschaftlern viele Dinge noch nicht zu verstehen sind und erst langsam entschlüsselt werden können. Und dass alles seine Zeit braucht.

 Noch fühlt sich alles irgendwie nicht real an. Aber die Zeit schreitet fort und es wird irgendwann wieder eine gewisse Normalität einkehren.

Was bedeutet das dann für uns – geht das Leben weiter wie bisher? Nein, das ist nicht möglich, dazu ist diese Situation zu einschneidend. Es gibt kein „Zurück auf Start“. Vieles wird sich verändert haben.

Was darf ich hoffen, wenn ich an die Zeit nach der Krise denke? Was ist und was bleibt? Was kann ich aus der Krise lernen? Wird sich mein Verhalten nachhaltig ändern?

 

Einige Gedanken dazu:

Die Beschränkungen sind nicht zu übersehen- wir können nicht mehr reisen, wohin wir wollen, nicht mehr treffen, wen wir wollen, nicht mehr ins Restaurant gehen, wann wir wollen. Und wir können nicht mal mehr kaufen, was wir wollen – die Regale sind ungewohnt leer, Dinge, die es immer im Überfluss gab, sind plötzlich Mangelware („Klopapier“!). Viele Dinge sind nicht mehr möglich, unsere Freizeitbeschäftigungen reduzieren sich. Die vielen kleinen unangenehmen Dinge summieren sich und machen uns das Leben schwerer.

Auch wenn alle Beschränkungen wieder aufgehoben werden, die Bedrohung durch Corona wird uns die nächste Zeit begleiten. Und die Masken beim Einkaufen und Arbeiten sind noch lange Zeit ein mahnendes Menetekel. Dabei sehne ich mich nach Verlässlichkeit und weiß um die Schwierigkeit, sich mit neuen Situationen und Veränderungen arrangieren zu müssen.

Die Angst, dass es nie wieder so sein wird wie früher - die berechtigte Angst vor Veränderung darf und soll mich nicht lähmen, ich will Veränderungen als Chance für Neues begreifen.

Und ich sehe Hoffnung:

Ich weiss mit Sicherheit, dass Gott größer ist als alle Krisen, dass alles, was geschieht, vorbeigeht und wir auch die schlimmsten Dinge Gott anbefehlen können. „Als ich den Herrn suchte, antwortete er mir und errettete mich aus aller meiner Furcht“, Ps.34,5

Das unangenehme Gefühl der Machtlosigkeit, der plötzlichen Konfrontation mit etwas, dass ich nicht beeinflussen kann, wird langsam weichen und Platz machen für ein Gefühl, dass ich etwas gelernt habe, etwas wirklich verstanden haben - unsere Nachkriegsgeneration kennt bisher keine wirklichen Krisen (übrigens sind wir damit global und menschheitsgeschichtlich gesehen die Ausnahme). Ich darf auch in der Krise froh und dankbar sein, ich „freue mich und bin fröhlich über deine Güte“, Psalm 31,7. Und wende meine Gedanken zu dem, was ich an Positiven sehe.

Ich empfinde großen Respekt und Dankbarkeit für Menschen, die „den Laden am Laufen“ halten, für all die stillen Helfer und Dienstleister, die mitten in einer chaotischen Lage einfach weiter „funktionieren“ und bis an den Rand der Erschöpfung arbeiten. Ich will ihnen in Zukunft mit echter Freundlichkeit begegnen, z. B. beim Einkaufen, im Pflegedienst, dem Paketboten gegenüber,… und  will ihre Arbeit mehr wertschätzen und nicht für selbstverständlich nehmen.

Ich staune über die Einsichtigkeit vieler Menschen - das Wir-Gefühl hält unsere Gesellschaft zusammen und hilft in Krisenzeiten, dass die Lage nicht noch chaotischer wird. Auch über die Geschlossenheit, zu der sich unsere Regierung durchgerungen hat und die hoffentlich über die Krise hinaus Bestand hat. Endlich finden unnötige Diskussionen über zweitrangige Themen keinen Platz mehr in den Medien. Populistische, hetzerische Äußerungen finden keine offenen Ohren mehr, die Menschen verstehen, dass Ideologien ihnen in Zeiten realer Bedrohung nicht weiterhelfen, dass es jetzt nicht um Worte, sondern um Taten geht.

Ich freue mich über Christen, die Zeichen der Liebe setzen – so wie die Priester in Italien, die zu schwer erkrankten Coronapatienten gehen, um ihnen Trost und Nähe zu geben. Und über Menschen, die plötzlich positive Tatkraft in sich entdecken, wie zum Beispiel die Fußball-Ultras des VFB Stuttgart, die nun für alte Menschen einkaufen gehen, anstatt sich aus Spaß mit anderen zu prügeln.

Ich freue mich auf das Nachlassen der harten Einschränkungen - endlich wieder ein Eis auf dem Marktplatz, vielleicht sogar bald ein Treffen im Café mit Freunden....

Ich freue mich darauf, wieder mit netten Menschen zusammen ins Café zu gehen, essen zu gehen, gemeinsam einem Hobby nachzugehen, Sport zu machen, endlich wieder das gewohnte Klopapier zu habenJ. Und natürlich darauf, endlich wieder gemeinsame Gottesdienste zu feiern.

 

Was werde ich aus dieser Krisensituation mitnehmen und behalten?

 Die „Entdeckung der Langsamkeit“ – das Entdecken einer seltsamen Art von Entschleunigung - es tut gut, sich nicht immer in der Geschäftigkeit des Alltags verlieren zu müssen - nicht immer muss es beim Einkaufen, Autofahren, Kochen schnell, schnell gehen. Ich lasse mir Zeit, ganz einfach, weil ich die Zeit habe. Und mache auf einmal Dinge, für die ich sonst keine Zeit zu haben meine.

Die Wertschätzung meiner sozialen Kontakte, selbst bei der oft so stressigen Arbeit - ich lerne zu schätzen, was ich habe, anstatt immer dem nachzutrauern, was mir fehlt und mich darüber aufzuregen, was gerade nervt.

Die Unterscheidung von wichtigen und unwichtigen Dingen - ist es nicht auch in Zukunft egal, wenn es im Supermarkt mal ein leeres Regal gibt oder ein Zug Verspätung hat?

Ich merke, auf einmal bekommen ganz andere Dinge eine Bedeutung. Die Prioritäten verschieben sich. Ich lerne: Wenn alles um mich herum unsicher ist, bleibt das Wissen, dass Gott unser aller Leben in der Hand hältst und unsere Wege siehst und kennst und deine Hände über uns hältst. Deshalb kann ich sagen:
„Du bist mein Schirm, du wirst mich vor Angst behüten, dass ich errettet gar fröhlich rühmen kann“ Psalm 32,7

Ich wünsche uns allen, dass Gott unsere Ängste und Unsicherheit in diesen Zeiten verwandeln kann in Gelassenheit,  Zuversicht und Hoffnung.

 

Petra Mack



04.05.2020

„Nicht dass ich es schon erlangt hätte oder schon vollendet wäre; ich jage aber danach, dass ich das auch ergreife, wofür ich von Christus Jesus ergriffen worden bin. Brüder, ich halte mich selbst nicht dafür, dass ich es ergriffen habe; eines aber [tue ich]: Ich vergesse, was dahinten ist, und strecke mich aus nach dem, was vor mir liegt, und jage auf das Ziel zu, den Kampfpreis der himmlischen Berufung Gottes in Christus Jesus.“

Philipper 3,12-14

 

In Zeiten wie diesen lohnt es sich, sich darauf zu besinnen, wer wir eigentlich sind. Was macht uns aus? Woher kommen wir, wohin gehen wir? Was ist der Sinn unseres Lebens hier auf Erden? Gerade solche Zeiten führen uns wieder vor Augen, wie vergänglich ALLES ist. Die Wirtschaft bricht zusammen. Überfluss wird plötzlich zu Mangel, da wo man es nie vermutet hätte. Das sonst so zu Recht hochgelobte Gesundheitssystem steht vor Aufgaben, die dem Ganzen seine Grenzen aufzeigen. Menschen sterben teilweise scheinbar unaufhaltsam. Kurz gesagt: Die Schönheit der Dinge in unserem Leben und insbesondere unser Leben selbst sind vergänglich. Aber ist es das, wofür Gott uns geschaffen hat? Sind wir nur hier, um die Welt zu erleben, in die Gott uns gesetzt hat? Sind wir nur dafür da, um hier auf der Erde aufzublühen und dann wie eine Blume zu verdorren? Mit Sicherheit nicht! Gott hat uns zu weitaus mehr bestimmt. Er hat uns durch Jesus Christus errettet und uns eine neue Perspektive, eine neue Hoffnung geschenkt.

Diese Hoffnung richtet sich nicht auf die Dinge dieser Welt, sondern auf weitaus mehr. Unser Ziel sollte es nicht sein, hier auf der Erde ein möglichst schönes Leben mit den Genüssen dieser Welt zu leben, sondern unser Leben auf die Ewigkeit auszurichten. Paulus, von dem diese Bibelworte stammen, schreibt, was das für uns bedeutet: „...ich achte es [(das, was ihm vorher ein Gewinn auf dieser Welt war; das, was ihn ausmachte)] für Dreck, damit ich Christus gewinne...“

Um das zu ergreifen, wofür wir von ihm ergriffen wurden, also die Auferstehung zum ewigen Leben, müssen wir die Dinge, die uns hier in der Welt ein Gewinn sein können, die uns Ansehen und Ehre und scheinbare Erfüllung bringen, hinter uns lassen. Wir müssen sie als Dreck erachten. Und was passiert mit Dreck? Richtig, er muss weg! Wir sollten vergessen, was hinter uns liegt und unseren Blick allein auf das ausrichten, was uns wirklich ausmacht, nämlich das, wohin wir gehen. Es ist egal, woher wir kommen, die Bibel sagt uns, dass wir das, was hinter uns liegt vergessen sollen. Sie sagt uns, dass wir viel mehr auf das bedacht sein sollen, was vor uns liegt, wozu wir von Jesus ergriffen worden sind, nämlich das ewige Leben und nicht das Leben hier auf Erden. Dass das auch mal Kampf bedeuten kann und nicht immer leicht ist, ist quasi vorprogrammiert. Denn noch sind wir einfache Menschen, die dieses Ziel noch nicht ergriffen haben, und immer wieder auch von den menschlichen Begierden geplagt werden, durch die der Teufel unsere Augen auf andere Dinge richten möchte. Aber der Kampf, den wir durchstehen müssen, wird uns letztlich ans Ziel bringen, das wir nie aus den Augen verlieren sollten.

Vielleicht möchte uns Gott gerade durch die momentane Situation zeigen, wie vergänglich diese Welt ist und wie riskant eine Anlage in die Aktien dieser Welt ist. Aber gerade dadurch sollten wir uns auch die Augen für das öffnen lassen, was uns ausmacht, und uns von Gott auf genau dieses Ziel ausrichten lassen, nämlich das ewige Leben bei Gott.

Ich wünsche uns allen, dass wir uns gerade in diesen Zeiten neu bewusst machen, worin unsere Hoffnung besteht. Nicht in dieser Welt und all den Dingen, die uns hier umtreiben, sondern in der himmlischen Berufung Jesu für uns. Ich wünsche uns, dass wir die Zeit, nutzen, um uns von Gott darauf ausrichten zu lassen, und unseren Blick auf das Ziel auszurichten und nicht auf die Dinge, die diese Welt hin und her schwanken lassen.

 

Liebe Grüße und Gottes Segen,

Euer Kevin Radegin



27.04.2020

„Denn Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.“ (2. Tim. 1,7)

Dieser Bibelvers ist mir in dieser und für diese „verrückte“ Zeit in den Sinn gekommen.

Die Atmosphäre ist gerade eher von einem Geist der Furcht, teilweise sogar einer Hysterie geprägt. Die Gründe der Furcht brauche ich nicht aufzählen, wir lesen sie in der Zeitung und hören sie in den Nachrichten. Auch bekommen wir von Freunden und Bekannten per whatsapp oder email unzählige Videos, Sprüche und Vorträge geliefert.

An einem dieser Vorträge möchte ich euch teilhaben lassen, weil er in eine ganz andere,  viel optimistischere Richtung geht. Er ist von dem Trend- und Zukunftsforscher Matthias Horx , der zu eine RE-Gnose auffordert. Im Gegensatz zur Prognose schaut die Technik der RE-Gnose von der Zukunft aus zurück ins Heute. Wir sollen uns vorstellen, dass wir im Herbst zurück auf die jetzige Zeit schauen und überlegen, worüber wir uns dann rückblickend wundern werden:

Hier ein paar Zitate: „Wir werden uns wundern, dass die sozialen Verzichte, die wir leisten mussten, selten zu Vereinsamung führten. Im Gegenteil. Nach einer ersten Schockstarre fühlten viele von uns sich sogar erleichtert, dass das viele Rennen, Reden, Kommunizieren auf Multikanälen plötzlich zu einem Halt kamen. Verzichte müssen nicht unbedingt Verlust bedeuten, sondern können sogar neue Möglichkeiten eröffnen. Paradoxerweise erzeugte die körperliche Distanz, die der Virus erzwang, gleichzeitig neue Nähe. Wir haben alte Freunde wieder häufiger kontaktiert, Bindungen verstärkt, die lose und locker geworden waren. Familien, Nachbarn, Freunde sind näher gerückt und haben bisweilen sogar verborgene Konflikte gelöst.“

„Gleichzeitig erlebten scheinbar veraltete Kulturtechniken eine neue Renaissance. Plötzlich erwischte man nicht nur den Anrufbeantworter, wenn man anrief, sondern real vorhandene Menschen. Man kommunizierte wieder wirklich. Man ließ niemanden zappeln. Man hielt niemanden mehr hin. So entstand eine neue Kultur der Erreichbarkeit. Der Verbindlichkeit.“

„Menschen, die vor lauter Hektik nie zur Ruhe kamen, auch junge Menschen, machten plötzlich ausgiebige Spaziergänge (ein Wort, das vorher eher ein Fremdwort war).“

„Wir staunen rückwärts, wieviel Humor und Mitmenschlichkeit in den Tagen des Virus tatsächlich entstanden ist.“

„Könnte es sein, dass das Virus unser Leben in eine Richtung geändert hat, in die es sich sowieso verändern wollte?“

Das ist eine sehr außergewöhnliche und optimistische „Corona-Rückwärts-Prognose“.

(Wer sie komplett lesen möchte: https://kress.de/news/detail/beitrag/144775-die-welt-nach-corona-wie-wir-uns-wundern-werden-wenn-die-krise-vorbei-ist.html)

An dieser Stelle möchte ich wieder auf den Bibelvers zurückkommen. Gott möchte uns ausstatten mit dem Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit. Ich wünsche mir und uns allen, dass wir mit Besonnenheit überlegen, wo in dieser unsere Kraft und Liebe zum Einsatz kommen kann. Und das wir in diesem Sinn im Herbst zurückschauen und merken, dass Gott auch in und durch die Krise etwas zum Positiven bewirkt /verändert hat und dass wir daran mitwirken durften.

Darüber hinaus wünsche ich mir, dass wir für alle Politiker und sonstige Entscheidungsträger beten, dass Gott ihnen seinen Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit schenkt.

Ute Kuhlmann



20.04.2020

Staunendes Erwachen

 

Als ich gestern Morgen aufwachte kamen meine Gedanken zu dem, was uns in Jesus Christus alles geschenkt worden ist. Dabei fiel mir das Wort aus Epheser 1 Vers 3-5 ein.

 

„Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns gesegnet hat mit jedem geistlichen Segen in den himmlischen Regionen in Christus, wie er uns in ihm auserwählt hat vor Grundlegung der Welt, damit wir heilig und tadellos vor ihm seien in Liebe. Und ER hat uns vorherbestimmt zur Sohnschaft für sich selbst durch Jesus Christus, nach dem Wohlgefallen seines Willens.“

 

Dann habe ich mir vorgestellt, was unser Vater im Himmel Jesus alles übertragen hat und in IHM auch mir, der ich durch Gottes Gnade in Christus versetzt bin. (1.Kor.1;30) Z.B. Gottes Herrlichkeit sehen und Gemeinschaft mit Ihm haben, Ewiges Leben ohne Krankheit, Schwachheit, Ängsten, Freude wie man sie sich kaum vorstellen kann, Gemeinschaft mit allen Kindern Gottes und vieles mehr

Danach konnte ich Gott nur noch danken für seine Gnade und Barmherzigkeit, die er mir geschenkt hat. Von dieser Perspektive aus sehen die Dinge dieser Welt anders aus, auch wenn sie sich im Augenblick nicht verändert haben. Aber so weiß ich, dass Jesus mich hält und weiß, welche Schwierigkeiten wir manchmal mit den Gegebenheiten dieser Zeit, in der wir augenblicklich leben, haben. Er hat ja auch als Mensch zu seiner Zeit gelebt und das Leben mit allen Schwierigkeiten dieser Zeit kennen gelernt.

Aus diesem Blickwinkel kann auch ich besser mit den augenblicklichen Gegebenheiten umgehen und zufrieden sein.

Harro Schroeder



13.04.2020

Neulich las ich in der Losung einen grandiosen Vers: „Seit der Erschaffung der Welt sind seine Werke ein sichtbarer Hinweis auf ihn, den unsichtbaren Gott, auf seine ewige Macht und sein göttliches Wesen.“ (Römer 1,20)

Diese Worte kamen mir wieder in den Sinn, als ich an einem sonnigen Nachmittag spazieren ging. Der Frühling ist nicht mehr aufzuhalten, er bricht in Wald und Wiesen hervor wie eine Naturgewalt. Alles ist belebt, ein Zwitschern und Summen erfüllt die Luft, in zarten Farben blühen die Bäume, neue Blätter entfalten sich in jungem Grün, die Narzissen, Schlüsselblumen und Primeln leuchten wundervoll auf dem noch kargen Boden. In all dieser Pracht, diesem Duft, diesem Frühlingsklang liegt eine Botschaft: Der Tod ist überwunden.

Die gleiche Botschaft ruft uns das Osterfest zu, das wir gerade gefeiert haben: Der Tod ist überwunden.

Jeder von uns kennt Krisenzeiten. Manchmal läuft nicht alles rund, wir haben mit Schwierigkeiten, Niederlagen und Enttäuschungen zu kämpfen. Krankheiten werden zur Bedrohung, Verletzungen bremsen uns aus. Es gibt Sorgen und Nöte der vielfältigsten Art. Wer von uns kann schon sagen, dass immer rundum alles gut ist?

Und jetzt erleben wir eine globale Beunruhigung. Die ganze Welt steckt in der Krise. Dachtet ihr auch, als COVID-19 in Wuhan ausbrach, das wäre wie eine dieser schlimmen Meldungen, die uns nicht direkt betreffen? Wie ein Erdbeben in Albanien, ein Bürgerkrieg in Syrien, ein Tsunami in Thailand – erschütternd und schrecklich, aber weit weg? 

Und plötzlich ist dieses Virus in Europa, in Deutschland, in Baden-Württemberg, in Biberach, in der Nachbarschaft. Unser Leben wird beschnitten und beschränkt: Social Distancing, kein Klopapier in den Regalen, Mehl und Hefe ausverkauft, kein Treffen mit Freunden, kein Präsenz-Gottesdienst, kein Sport im Verein, kein Hauskreis, keine Umarmung, kein Handschlag mehr. Dazu die Sorge um die weitere Entwicklung der Pandemie, um die geliebten Menschen, die zu den Risikogruppen gehören, um die Kapazitäten unseres Gesundheitssystems, die Angst vor einem kompletten wirtschaftlichen Zusammenbruch.

Viele Menschen haben wie ich ihre Arbeit verloren, anderen droht die Kurzarbeit, wieder andere arbeiten bis zur Erschöpfung und sind einem großen Ansteckungsrisiko ausgesetzt. Jeder von uns ist in irgendeiner Form betroffen.

Es ist ein düsteres Szenario, mit dem wir gerade leben, und manchmal finde ich es bedrückend. Es ist überhaupt nicht abzusehen, wann wir zur „Normalität“ zurückkehren können. Werden wir uns überhaupt jemals wieder so unbeschwert in großen Menschengruppen bewegen wie früher, oder wird der Mund-Nasen-Schutz unser ständiger Begleiter werden?

Aber Krise hin oder her – der Frühling ist da, er lässt sich weder aufhalten noch ignorieren und ganz laut verkündet er seine Botschaft: Der Tod ist überwunden. Das ist wie ein göttlicher Einwurf in dieser Situation: „Ja, die Menschheit hat ein Problem. Aber meine Macht und mein göttliches Wesen bleiben bestehen. Meine Zusagen wanken nicht.“

Ist das nicht unglaublich tröstlich und ermutigend? Die Auferstehungskraft von Ostern, diese gewaltige Macht, die Jesus aus dem Tod ins Leben zurückgeholt hat, die wirkt auch heute. Sie zeigt sich in der Auferstehung der Natur und erinnert uns daran, dass unsere persönlichen Krisen und diese globale Krise nicht das letzte Wort haben. Jesus ist der Auferstandene. Er ist der Sieger!

Darum lasst uns gerade jetzt mit König David beten: „Ich will fest auf Gott vertrauen, denn er ist meine Hoffnung. Er ist mein Fels und meine Hilfe, meine Burg, in der mir nichts geschehen kann.“ (Psalm 62,6-7)      

Ulrike Chuchra



06.04.2020

„Jesus aber sprach zu ihm: Wenn du glauben kannst — alles ist möglich dem, der glaubt!

Und sogleich rief der Vater des Knaben mit Tränen und sprach: Ich glaube, Herr; hilf mir, loszukommen von meinem Unglauben!“  Markus 9,23-24

 

Liebe Geschwister, liebe Freunde! Die momentane Situation drängt uns alle in die Angst. Wir machen uns Sorgen. Tätigen Hamsterkäufe und geraten in Panik. Jeder hat Angst vor jedem. Noch nie haben wir auf Befehle so brav reagiert wie jetzt. Die Worte „du sollst nicht“ und „du darfst nicht“ nehmen wir jetzt mit Respekt. Und eigentlich wissen wir, dass es nur zu unserem Besten dient.

Ich lese momentan das Buch Hiob, und an einer Stelle sagt Satan zu Gott: „Ja, alles, was der Mensch hat, gibt er hin für sein Leben; aber strecke doch deine Hand aus und taste sein Gebein und sein Fleisch an, so wird er dir sicher ins Angesicht absagen!“ Hiob 2,4-5

Wenn es um unser Leben geht, haben wir Angst! Jeder von uns! Psalm 31,16 sagt uns aber: „In deiner (Gottes) Hand steht meine Zeit;“ Gott will uns damit sagen, dass wir auf ihn vertrauen sollen. In unserem Text vom Markus-Evangelium sagt Jesus nichts Anderes als „Vertraue mir! Alles ist dem möglich, der mir vertraut.“ Und jetzt sind wir gefragt! Wir, als Kinder Gottes, können uns auf unseren Vater im Himmel verlassen. Wir sind von Krankheiten und Sterben nicht ausgegrenzt. Aber wir können uns in die Hände dessen geben, der seinen Sohn für uns geopfert hat, damit wir leben.

 

Jesus sagt: „In der Welt habt ihr Bedrängnis; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden!“ Johannes 16,33

Wir haben wunderbare Möglichkeiten in seinem Wort (Bibel) zu lesen. Wir können jeder Zeit zu Ihm beten.

Nichts kann uns von Ihm und seiner Liebe trennen!

„Denn ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Fürstentümer noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch irgendein anderes Geschöpf uns zu scheiden vermag von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn.“ Römer 8,38-39

Es ist leicht, von Vertrauen zu singen oder zu sprechen, aber wenn uns das selber trifft, dann sagen wir, als schwache Menschen:

Ich glaube, Herr; hilf mir, loszukommen von meinem Unglauben!

Und wenn du nicht glauben/vertrauen kannst, dann bete zu Gott und er gibt dir Kraft, zu glauben. Gib der Angst KEINE Chance!!!

Wenn du noch nicht bekehrt bist (Gott um Entschuldigung gebeten hast und von neuem geboren bist) und keinen Vater im Himmel hast, empfehle ich dir dein Leben zu überdenken, um tiefen Frieden mit Gott und in Gott zu finden.

Denn nur in Ihm können wir ruhig und geborgen in die vor uns liegende Zeit gehen.

Wenn Gott dich bis hier her gebracht hat, dann hilft er dir auch weiter. Er lässt dich nicht mitten im Weg stehen.

 

Euer Benjamin Radegin



30.03.2020

„Der Herr deckt mich in seiner Hütte zur bösen Zeit, er birgt mich im Schutz seines Zeltes.“ (Psalm 27, 5)

Schutzhütten im Gebirge sind klein, Zelte sind zunächst auch nicht riesig, wenn ein Bild in unserem Kopf auftaucht, sondern für ein bis drei Personen. Es gibt die typische kleine Zeltform in unserer Assoziation.

„Der Herr deckt mich in seiner Hütte zur bösen Zeit…“, dieser Vers stand am Freitag, den 20. März in den Losungen der Herrenhuter Brüdergemeinde für das Jahr 2020. Als „böse Zeit“ empfinden wir alle die Corona-Krise mit ihren Bedrohungen und mit den daraus folgenden Beschränkungen. Nur wenige Kontakte und schon gar kein Gottesdienst! Das gemeinsame Glauben in Gottesdienst oder Hauskreis bricht weg. („sie bleiben aber stängig zusammen; sie ließen sich von den Aposteln unterweisen und teilten alles miteinander, feierten das Mahl des Herrn und beteten gemeinsam…“, funktioniert so nicht mehr)

Wir als Christen sind doch eine Gemeinschaftsbewegung! Der Kern des christlichen Lebens ist getroffen! Was macht das mit meinem Glauben? Ich behaupte: unter Umständen was Gutes! Aber verliere ich nicht den Kontakt zu Jesus?

In einer Hütte oder einem Zelt ist aber Platz für zwei: Jesus und mich. Wenn Jesus etwas Wichtiges zu sagen hatte, hat er es nur im Jüngerkreis erklärt (… dass er z. B. sterben würde und nach drei Tagen wieder auferstehen) – oder er hat einen betreffenden Jünger allein beiseite genommen. Jesus stellt Petrus z. B. alleine die Frage, ob er ihn liebhabe, nachdem er Jesus dreimal verleugnet hatte. Dass Petrus sich gleich wieder um Johannes Gedanken machen muss, ist eine andere Sache…

Johannes der Täufer geht in die Wüste und Gott erklärt ihm seinen Auftrag. Selbst Jesus geht in die Wüste und zieht sich auch immer wieder während seines Auftretens zurück.

Gott redet immer persönlich. So war es bei Mose durch den brennenden Dornbusch, bei Elia im leisen Wind, bei Paulus vor Damaskus… Es ist für mich richtig schön, im Gottesdienst oder dem gemeinsamen Lobpreis mit anderen Christen an Gott zu glauben und seine Nähe zu erleben. Aber meine tiefsten Gotteserfahrungen habe ich ganz alleine mit Jesus gemacht. „Der Herr deckt mich in seiner Hütte zur bösen Zeit, er birgt mich im Schutz seines Zeltes.“

Gott redet immer persönlich, auch „in dieser „bösen Zeit“ - oder trotzdem - durch Bibelworte, Stille, die Natur, andere Menschen, Bücher oder Ereignisse, in denen wir Gott „hören“ oder erkennen können.

Nutzen wir die Zeit in „der Hütte“ und lassen wir es zu, dass Gott uns in seinem Zelt bergen möchte, dass wir den Schutz in seinem Zelt erfahren.

„Der Herr deckt mich in seiner Hütte zur bösen Zeit, er birgt mich im Schutz seines Zeltes.“ (Psalm 27, 5)

Vielleicht können wir diesen Psalmvers  nach der Zeit unserer Isolation als unsere Erfahrung mitsprechen. Das wünsche ich uns.

Silke Stadali



23.03.2020

„Denn ich weiß, was für Gedanken ich über euch habe, spricht der Herr, Gedanken des Friedens und nicht des Unheils, um euch eine Zukunft und eine Hoffnung zu geben. Und ihr werdet mich anrufen und hingehen und zu mir flehen, und ich will euch erhören; ja, ihr werdet mich suchen und finden, wenn ihr von ganzem Herzen nach mir verlangen werdet.

Jeremia 29,11-13

 

Gott redet diese Worte zum Volk Juda, als es im Exil in Babel war. Für das Volk war es eine Situation, die so ganz neu war. Sie waren aus ihrer Heimat vertrieben und Gott lies dem Volk durch Jeremia ausrichten, dass sich dies vorerst auch nicht ändern würde. Die Leute mussten sich erstmal mit der Situation abfinden, ob sie wollten oder nicht. Doch auch wenn es Zeiten waren, die nicht gerade ein Genuss für das Volk waren, so wusste Gott doch ganz genau, warum er dies alles so geschehen ließ. Er wollte sein Volk wieder zu sich zurückführen, nachdem es sich durch Götzendienst von ihm abgewandt hatte. Es waren zwar drastische Mittel dafür nötig, doch trotz allem ließ Gott sein Volk wissen: „Denn ich weiß, was für Gedanken ich über euch habe, spricht der Herr, Gedanken des Friedens und nicht des Unheils, um euch eine Zukunft und eine Hoffnung zu geben.“ Gott versichert seinem Volk, dass die Umstände zwar vorerst so bleiben, wie sie sind, und dass nun ein anderes Volk über sie herrscht, aber dass Er in dieser Situation nach wie vor Herr der Lage ist. Er versichert seinem Volk, dass er ihm nicht Unheil zustoßen lassen will, sondern, dass er es zu sich zurückführt, damit es wieder eine Hoffnung hat und mit Ihm in Frieden leben kann.

Ähnlich ist es momentan auch bei uns. Wir befinden uns im Moment in einer Krise, wie wir sie in solch einer Form wahrscheinlich noch nie erlebt haben. Es kann sein, dass in solchen Momenten auch Fragen aufkommen: „Wo bleibt Gottes Eingreifen in dieser Situation, er kann uns doch nicht einfach so unserem Schicksal hingeben?“ Und gerade in dieser Zeit dürfen auch wir uns Gottes Worte zu Herzen nehmen: Gott hat uns auf keinen Fall aufgegeben oder uns vergessen, sondern er hat einen Plan mit uns. Es kann sein, dass es auch Teil des Plans ist, dass wir vorerst in einer Lage sind, die uns herausfordert, die uns unsere Grenzen aufzeigt, die uns bewusst macht, dass wir nicht so stark sind, wie wir vielleicht dachten. Aber Gott möchte diese Zeiten nutzen, um uns dabei auch zu zeigen, dass wir IHN brauchen, und zwar mehr als alles andere. Er möchte diese Zeiten des „Unheils“ dazu gebrauchen, um uns zu zeigen, worin unsere wirkliche Hoffnung liegt, nämlich in ihm, und dafür sorgen, dass noch viele weitere Menschen das erkennen und sich zu ihm umwenden.

Und Gott sichert uns in dieser Situation auch zu, dass wir in dieser Zeit nicht alleine sind. Wir können jederzeit zu ihm kommen, ihm das abgeben, was uns beschäftigt und wissen dass er es erhört. Er selbst verspricht uns, dass wir ihn jederzeit finden werden, wenn wir ihn von Herzen suchen, und dass er uns dann auch erhören wird, womit auch immer wir zu ihm kommen.

Vielleicht durchlebst du gerade aber auch eine persönliche Krise, die dir das Gefühl gibt, Gott wäre nicht mehr da. Da gilt genau dasselbe. Ich kann dir nicht versprechen, dass diese Phase schnell wieder vorbei sein wird, es kann sein, dass es eine längere Durststrecke ist, die Gott dich gehen lässt. Doch einer Sache kannst du dir immer bewusst sein: Gott tut das nicht, um dich zu Fall zu bringen, sondern um dich dafür bereit zu machen, eines Tages vollendet vor ihm zu stehen! Und er versichert dir, dass du in dieser Zeit nicht alleine bist, sondern, dass er für dich da ist, dass er immer ein offenes Ohr für dich hat.

In diesem Sinne wünsche ich jedem von euch Gottes reichen Segen für die nächste Zeit. Wir alle wissen nicht genau, was auf uns als große Gemeinschaft aber auch auf jeden persönlich zukommt, und deswegen ist es wichtig, dass wir uns Gottes Zusagen zu Herzen nehmen und darauf vertrauen, dass er alles in der Hand hat, um uns bewusst zu machen, dass wir ihn brauchen, und zwar Tag für Tag.

Kevin Radegin



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