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Hoffnungsbote

25.05.2020

„Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.“ (Psalm 139,5)

 Welche Geborgenheit drückt sich in diesem Satz aus!

So wie die Luft uns von allen Seiten umgibt, ohne doch eigens bemerkt zu werden, so wie das Tageslicht uns von allen Seiten erhellt, ohne doch selber gesehen zu werden, so ist ER da in unserem Leben, ER, der allgegenwärtige Gott. ER ist da und ist uns näher, als wir ahnen! Kaum bemerkbar, mit Leichtigkeit übersehbar. Aber ER ist da und ist uns näher, als wir ahnen.

Oft merken wir es erst, wenn uns die Luft auszugehen droht, dass wir in ihr und von ihr leben. Und wenn es dunkel oder gar finster wird in unserem Leben, dann erinnern wir uns ganz bestimmt des Lichtes – wenn auch etwas wehmütig. Doch Gottes Nähe verschwindet nicht wie die Helligkeit des Tages!

Unser Psalm spricht eine bildhafte Sprache:

 „Von allen Seiten umgibst du mich, und hältst deine Hand über mir.“

Wie ein Töpfer das Stück Ton, das er auf seiner Töpferscheibe modelliert, voll im Griff hat, so umschließt uns Gottes Hand von allen Seiten. Unser Leben ist fest in seiner Hand!

Die segnende Hand Gottes über uns!

Die führende Hand Gottes vor uns.

Die bewahrende Hand Gottes neben uns.

Die schützende Hand Gottes hinter uns. 

Die tragende und haltende Hand Gottes unter uns.

Ja, auch unter uns:  Gottes Hand!

„Du kannst nie tiefer fallen als in Gottes Hand.“

Im Leben und im Sterben – von Gott umgeben.

In gesunden und kranken Tagen von Gott gehalten.

 „Ich gehe oder liege, so bist du um mich.“

Was für ein tiefes Vertrauen, das hier zur Sprache kommt!

Gott ist da! ER ist uns ganz nah!

Zu solch einem Vertrauen werden wir eingeladen.

Solch ein Vertrauen tut not – in einer Welt und in einer Zeit, in der so Viele an der „scheinbaren“ Abwesenheit Gott leiden.

 
„Von allen Seiten umgibst du mich...“

 - so betet hier einer, der von „Feinden“ nur so umringt ist.

Der Dichter unseres 139. Psalms lebt gefährlich.

Er hat viele Gegner um sich. Sie verfolgen ihn. Sie lauern ihm auf. Sie bedrängen ihn. Sie verleumden ihn. Sie jagen ihm Angst ein. Sie machen ihm das Leben schwer. (V. 10-22)

Dennoch weiß er sich in Gottes Schutz geborgen!

 Es soll ja auch „unsichtbare Feinde“ geben, wie z.B. die unheimlichen Corona-Viren, die einem nahe kommen, die in eine Krise stürzen können, die Angst einjagen könnten.

Da heißt es: Schütze sich und andere wer kann! Z.B. durch Abstandhalten.

Aber auch hier gilt: Unser Vater im Himmel distanziert sich nicht von uns!  Der Herr Jesus, der alle Tage bei uns ist, ist und bleibt uns näher, als wir ahnen!

 „Von allen Seiten umgibst du mich...“

 Von allen Seiten umgeben zu sein bedeutet, im Mittelpunkt zu stehen. Von allen Seiten von Gott umgeben zu sein heißt, im Zentrum des Interesses Gottes, im Brennpunkt der Liebe und Barmherzigkeit Gottes zu stehen.

Das gilt besonders für Menschen, die von sich aus nicht unbedingt im Mittelpunkt stehen wollen, die eher so am Rande stehen oder gar ausgegrenzt sind, die nicht im Rampenlicht der Öffentlichkeit stehen. Aber bei Gott, für den es keine Finsternis gibt, stehen sie in einem hellen Licht!

ER, der uns von allen Seiten umgibt, hat uns „verinnerlicht“.

Für IHN sind wir „in“, nicht „out“.

Reinhold Brunkel



18.05.2020

Mein Gott, ist das schön !

 

Seht euch an, wie die Lilien blühen! Sie mühen sich nicht ab und können weder spinnen noch weben. Ich sage euch, selbst König Salomo war in seiner ganzen Herrlichkeit nicht so prächtig gekleidet wie eine von ihnen. Wenn Gott sogar die Blumen so schön wachsen lässt, die heute auf der Wiese stehen, morgen aber schon verbrannt werden, wird er sich nicht erst recht um euch kümmern? Vertraut ihr Gott so wenig?    Lukas 12, 27-28

 

Hast Du es erkannt? Das Hintergrundbild der ersten Seite? Genau. Der Forggensee. Nah bei dem Freizeitheim, in dem wir als Gemeinde viele schöne Gemeindefreizeiten erleben durften. Eine Landschaft „wie gemalt“. Ein schöner Text, um näher auf Gottes Kraft, seine Kreativität und seine Zuverlässigkeit einzugehen:

 

 

Gott ist der einzig wahre Designer

 

Die meisten von Euch wissen, dass ich Designer bin. Meine Arbeitsschwerpunkte sind Caravans und Reisemobile, die ich konzipiere, entwerfe und gestalte. Aber ganz ehrlich und ohne falsche Bescheidenheit: Wenn ich mir die Natur anschaue, wird meine „Kunst“ ganz, ganz klein, unvollkommen und fehlerhaft:

 

Egal ob unsere Erde, aus dem All fotografiert. Oder der Sternenhimmel. Oder eine Landschaft wie am Forggensee. Oder die vielen schönen Stellen hier um Biberach, die wir durch die derzeitige „Zwangspause“ beim Spazieren oder Radfahren wieder neu schätzen gelernt haben. Oder eine Roggen-Ähre aus der Nähe. Die Struktur eines Blattes. Die mikroskopische Aufnahme einer Zelle.

 

Gott präsentiert uns hier täglich und aus jeder Perspektive, wie genial er ist. Viel zu oft gewöhnen wir uns daran und sehen es kaum noch. Oder wir bewundern menschliche Kunst, menschliches Tun und ignorieren, dass Gott es um ein Vielfaches besser, schöner, perfekter macht. Übrigens: Dass wir Naturschutz, Tierschutz oder Lebensschutz oft wenig ernst nehmen, liegt vielleicht auch an einer manchmal fehlenden Wertschätzung von Gottes Kunst.

 

 

Gott spricht durch die Bibel. Und er verwöhnt uns mit Natur.

 

Beides wird von uns Menschen, auch von Christen, nicht genügend wertgeschätzt. Wir nehmen wir uns selten genügend Zeit und Ruhe, in der Bibel zu lesen, darüber nachzudenken, zu beten.

 

Ebenfalls zu selten bewundern und loben wir Gott als Designer des Weltalls, der Erde, der Natur, der Pflanzen, der Tiere, der Mikroorganismen, der einzelnen Zelle oder des Atomes. Und vor allem  als Designer von jedem Menschen. Dir und mir. Im Detail geplant. Genial konstruiert. Einmalig umgesetzt. Gewollt. Geliebt.

 

Wir wollen immer viel. Haben Wünsche. Sorgen. Sind unzufrieden. Bitten Gott um dies und das. Ein Tipp an uns alle: Sowohl die Bibel, als auch die Natur einfach mal wieder wirken lassen, sich daran erfreuen. Gott als genialen Designer zu erkennen und ihn dankbar und begeistert dafür zu loben.

 

 

Gott sorgt für Dich. Vertraue ihm!

 

Das ist besonders für mich als Freiberufler gar nicht so einfach. Erst recht nicht in der aktuellen Phase. Da geht es um Existenzielles. Und dann sagt Gott mir und Dir: Darauf sollst Du Dich nicht konzentrieren. Mach Dir keine Sorgen. Verkrampfe nicht. In Vers 31 geht Jesus sogar noch weiter: „Setzt Euch vielmehr für Gottes Reich ein, dann wird Er Euch mit allem anderen versorgen.“

 

Oft leichter gesagt als getan... Aber wenn Gott mich jeden Tag mit schönen Details, Pflanzen und der unendlichen Vielfalt seiner göttlichen Kreativität und Ästhetik verwöhnt, dann wird er doch auch generell für mich sorgen?! Er will uns den Rücken freihalten, damit wir uns auf das noch Wichtigere konzentrieren: Uns für sein Reich einsetzen. Menschen ansprechen. Für sie beten. Ihnen helfen.

 

Ich selbst und auch wir als Gemeinde sollten das nie aus dem Blick verlieren.                          

Euer Michael Studer



11.05.2020

Hoffnung und Veränderung

 

„Wenn die Angst anklopft, schick die Hoffnung an die Tür“ – das ist ein typisches Spruch-Postkartenzitat. Aber es trifft meine Stimmung gerade ganz gut. Der Corona-Virus und die momentane Krise machen mir Angst. Wahrscheinlich bin ich da nicht alleine. Aber ich will nicht bei meiner Angst stehen bleiben. Jesus sagt:

„In der Welt habt ihr Angst, aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.“

Diese Zusage gibt mir Hoffnung und Zuversicht.

Noch sind wir im Ausnahmezustand. Es herrscht große Unsicherheit - wie wird es weitergehen, mit meiner Gesundheit, meiner Arbeit, meinem Alltag. Wird aus meinem Umfeld auch jemand krank, werde ich selber infiziert werden?

Die Sorge um meine Angehörigen, die zur Risikogruppe gehören.

Die Frage, ob und wann wieder so eine Krise auftreten wird, wann es einen Impfstoff und Medikamente gegen Corona geben wird.

Wir merken, dass “all unser Wissen Stückwerk“ ist, dass auch in unserer hochtechnisierten Welt mit hervorragenden Wissenschaftlern viele Dinge noch nicht zu verstehen sind und erst langsam entschlüsselt werden können. Und dass alles seine Zeit braucht.

 Noch fühlt sich alles irgendwie nicht real an. Aber die Zeit schreitet fort und es wird irgendwann wieder eine gewisse Normalität einkehren.

Was bedeutet das dann für uns – geht das Leben weiter wie bisher? Nein, das ist nicht möglich, dazu ist diese Situation zu einschneidend. Es gibt kein „Zurück auf Start“. Vieles wird sich verändert haben.

Was darf ich hoffen, wenn ich an die Zeit nach der Krise denke? Was ist und was bleibt? Was kann ich aus der Krise lernen? Wird sich mein Verhalten nachhaltig ändern?

 

Einige Gedanken dazu:

Die Beschränkungen sind nicht zu übersehen- wir können nicht mehr reisen, wohin wir wollen, nicht mehr treffen, wen wir wollen, nicht mehr ins Restaurant gehen, wann wir wollen. Und wir können nicht mal mehr kaufen, was wir wollen – die Regale sind ungewohnt leer, Dinge, die es immer im Überfluss gab, sind plötzlich Mangelware („Klopapier“!). Viele Dinge sind nicht mehr möglich, unsere Freizeitbeschäftigungen reduzieren sich. Die vielen kleinen unangenehmen Dinge summieren sich und machen uns das Leben schwerer.

Auch wenn alle Beschränkungen wieder aufgehoben werden, die Bedrohung durch Corona wird uns die nächste Zeit begleiten. Und die Masken beim Einkaufen und Arbeiten sind noch lange Zeit ein mahnendes Menetekel. Dabei sehne ich mich nach Verlässlichkeit und weiß um die Schwierigkeit, sich mit neuen Situationen und Veränderungen arrangieren zu müssen.

Die Angst, dass es nie wieder so sein wird wie früher - die berechtigte Angst vor Veränderung darf und soll mich nicht lähmen, ich will Veränderungen als Chance für Neues begreifen.

Und ich sehe Hoffnung:

Ich weiss mit Sicherheit, dass Gott größer ist als alle Krisen, dass alles, was geschieht, vorbeigeht und wir auch die schlimmsten Dinge Gott anbefehlen können. „Als ich den Herrn suchte, antwortete er mir und errettete mich aus aller meiner Furcht“, Ps.34,5

Das unangenehme Gefühl der Machtlosigkeit, der plötzlichen Konfrontation mit etwas, dass ich nicht beeinflussen kann, wird langsam weichen und Platz machen für ein Gefühl, dass ich etwas gelernt habe, etwas wirklich verstanden haben - unsere Nachkriegsgeneration kennt bisher keine wirklichen Krisen (übrigens sind wir damit global und menschheitsgeschichtlich gesehen die Ausnahme). Ich darf auch in der Krise froh und dankbar sein, ich „freue mich und bin fröhlich über deine Güte“, Psalm 31,7. Und wende meine Gedanken zu dem, was ich an Positiven sehe.

Ich empfinde großen Respekt und Dankbarkeit für Menschen, die „den Laden am Laufen“ halten, für all die stillen Helfer und Dienstleister, die mitten in einer chaotischen Lage einfach weiter „funktionieren“ und bis an den Rand der Erschöpfung arbeiten. Ich will ihnen in Zukunft mit echter Freundlichkeit begegnen, z. B. beim Einkaufen, im Pflegedienst, dem Paketboten gegenüber,… und  will ihre Arbeit mehr wertschätzen und nicht für selbstverständlich nehmen.

Ich staune über die Einsichtigkeit vieler Menschen - das Wir-Gefühl hält unsere Gesellschaft zusammen und hilft in Krisenzeiten, dass die Lage nicht noch chaotischer wird. Auch über die Geschlossenheit, zu der sich unsere Regierung durchgerungen hat und die hoffentlich über die Krise hinaus Bestand hat. Endlich finden unnötige Diskussionen über zweitrangige Themen keinen Platz mehr in den Medien. Populistische, hetzerische Äußerungen finden keine offenen Ohren mehr, die Menschen verstehen, dass Ideologien ihnen in Zeiten realer Bedrohung nicht weiterhelfen, dass es jetzt nicht um Worte, sondern um Taten geht.

Ich freue mich über Christen, die Zeichen der Liebe setzen – so wie die Priester in Italien, die zu schwer erkrankten Coronapatienten gehen, um ihnen Trost und Nähe zu geben. Und über Menschen, die plötzlich positive Tatkraft in sich entdecken, wie zum Beispiel die Fußball-Ultras des VFB Stuttgart, die nun für alte Menschen einkaufen gehen, anstatt sich aus Spaß mit anderen zu prügeln.

Ich freue mich auf das Nachlassen der harten Einschränkungen - endlich wieder ein Eis auf dem Marktplatz, vielleicht sogar bald ein Treffen im Café mit Freunden....

Ich freue mich darauf, wieder mit netten Menschen zusammen ins Café zu gehen, essen zu gehen, gemeinsam einem Hobby nachzugehen, Sport zu machen, endlich wieder das gewohnte Klopapier zu habenJ. Und natürlich darauf, endlich wieder gemeinsame Gottesdienste zu feiern.

 

Was werde ich aus dieser Krisensituation mitnehmen und behalten?

 Die „Entdeckung der Langsamkeit“ – das Entdecken einer seltsamen Art von Entschleunigung - es tut gut, sich nicht immer in der Geschäftigkeit des Alltags verlieren zu müssen - nicht immer muss es beim Einkaufen, Autofahren, Kochen schnell, schnell gehen. Ich lasse mir Zeit, ganz einfach, weil ich die Zeit habe. Und mache auf einmal Dinge, für die ich sonst keine Zeit zu haben meine.

Die Wertschätzung meiner sozialen Kontakte, selbst bei der oft so stressigen Arbeit - ich lerne zu schätzen, was ich habe, anstatt immer dem nachzutrauern, was mir fehlt und mich darüber aufzuregen, was gerade nervt.

Die Unterscheidung von wichtigen und unwichtigen Dingen - ist es nicht auch in Zukunft egal, wenn es im Supermarkt mal ein leeres Regal gibt oder ein Zug Verspätung hat?

Ich merke, auf einmal bekommen ganz andere Dinge eine Bedeutung. Die Prioritäten verschieben sich. Ich lerne: Wenn alles um mich herum unsicher ist, bleibt das Wissen, dass Gott unser aller Leben in der Hand hältst und unsere Wege siehst und kennst und deine Hände über uns hältst. Deshalb kann ich sagen:
„Du bist mein Schirm, du wirst mich vor Angst behüten, dass ich errettet gar fröhlich rühmen kann“ Psalm 32,7

Ich wünsche uns allen, dass Gott unsere Ängste und Unsicherheit in diesen Zeiten verwandeln kann in Gelassenheit,  Zuversicht und Hoffnung.

 

Petra Mack



04.05.2020

„Nicht dass ich es schon erlangt hätte oder schon vollendet wäre; ich jage aber danach, dass ich das auch ergreife, wofür ich von Christus Jesus ergriffen worden bin. Brüder, ich halte mich selbst nicht dafür, dass ich es ergriffen habe; eines aber [tue ich]: Ich vergesse, was dahinten ist, und strecke mich aus nach dem, was vor mir liegt, und jage auf das Ziel zu, den Kampfpreis der himmlischen Berufung Gottes in Christus Jesus.“

Philipper 3,12-14

 

In Zeiten wie diesen lohnt es sich, sich darauf zu besinnen, wer wir eigentlich sind. Was macht uns aus? Woher kommen wir, wohin gehen wir? Was ist der Sinn unseres Lebens hier auf Erden? Gerade solche Zeiten führen uns wieder vor Augen, wie vergänglich ALLES ist. Die Wirtschaft bricht zusammen. Überfluss wird plötzlich zu Mangel, da wo man es nie vermutet hätte. Das sonst so zu Recht hochgelobte Gesundheitssystem steht vor Aufgaben, die dem Ganzen seine Grenzen aufzeigen. Menschen sterben teilweise scheinbar unaufhaltsam. Kurz gesagt: Die Schönheit der Dinge in unserem Leben und insbesondere unser Leben selbst sind vergänglich. Aber ist es das, wofür Gott uns geschaffen hat? Sind wir nur hier, um die Welt zu erleben, in die Gott uns gesetzt hat? Sind wir nur dafür da, um hier auf der Erde aufzublühen und dann wie eine Blume zu verdorren? Mit Sicherheit nicht! Gott hat uns zu weitaus mehr bestimmt. Er hat uns durch Jesus Christus errettet und uns eine neue Perspektive, eine neue Hoffnung geschenkt.

Diese Hoffnung richtet sich nicht auf die Dinge dieser Welt, sondern auf weitaus mehr. Unser Ziel sollte es nicht sein, hier auf der Erde ein möglichst schönes Leben mit den Genüssen dieser Welt zu leben, sondern unser Leben auf die Ewigkeit auszurichten. Paulus, von dem diese Bibelworte stammen, schreibt, was das für uns bedeutet: „...ich achte es [(das, was ihm vorher ein Gewinn auf dieser Welt war; das, was ihn ausmachte)] für Dreck, damit ich Christus gewinne...“

Um das zu ergreifen, wofür wir von ihm ergriffen wurden, also die Auferstehung zum ewigen Leben, müssen wir die Dinge, die uns hier in der Welt ein Gewinn sein können, die uns Ansehen und Ehre und scheinbare Erfüllung bringen, hinter uns lassen. Wir müssen sie als Dreck erachten. Und was passiert mit Dreck? Richtig, er muss weg! Wir sollten vergessen, was hinter uns liegt und unseren Blick allein auf das ausrichten, was uns wirklich ausmacht, nämlich das, wohin wir gehen. Es ist egal, woher wir kommen, die Bibel sagt uns, dass wir das, was hinter uns liegt vergessen sollen. Sie sagt uns, dass wir viel mehr auf das bedacht sein sollen, was vor uns liegt, wozu wir von Jesus ergriffen worden sind, nämlich das ewige Leben und nicht das Leben hier auf Erden. Dass das auch mal Kampf bedeuten kann und nicht immer leicht ist, ist quasi vorprogrammiert. Denn noch sind wir einfache Menschen, die dieses Ziel noch nicht ergriffen haben, und immer wieder auch von den menschlichen Begierden geplagt werden, durch die der Teufel unsere Augen auf andere Dinge richten möchte. Aber der Kampf, den wir durchstehen müssen, wird uns letztlich ans Ziel bringen, das wir nie aus den Augen verlieren sollten.

Vielleicht möchte uns Gott gerade durch die momentane Situation zeigen, wie vergänglich diese Welt ist und wie riskant eine Anlage in die Aktien dieser Welt ist. Aber gerade dadurch sollten wir uns auch die Augen für das öffnen lassen, was uns ausmacht, und uns von Gott auf genau dieses Ziel ausrichten lassen, nämlich das ewige Leben bei Gott.

Ich wünsche uns allen, dass wir uns gerade in diesen Zeiten neu bewusst machen, worin unsere Hoffnung besteht. Nicht in dieser Welt und all den Dingen, die uns hier umtreiben, sondern in der himmlischen Berufung Jesu für uns. Ich wünsche uns, dass wir die Zeit, nutzen, um uns von Gott darauf ausrichten zu lassen, und unseren Blick auf das Ziel auszurichten und nicht auf die Dinge, die diese Welt hin und her schwanken lassen.

 

Liebe Grüße und Gottes Segen,

Euer Kevin Radegin



27.04.2020

„Denn Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.“ (2. Tim. 1,7)

Dieser Bibelvers ist mir in dieser und für diese „verrückte“ Zeit in den Sinn gekommen.

Die Atmosphäre ist gerade eher von einem Geist der Furcht, teilweise sogar einer Hysterie geprägt. Die Gründe der Furcht brauche ich nicht aufzählen, wir lesen sie in der Zeitung und hören sie in den Nachrichten. Auch bekommen wir von Freunden und Bekannten per whatsapp oder email unzählige Videos, Sprüche und Vorträge geliefert.

An einem dieser Vorträge möchte ich euch teilhaben lassen, weil er in eine ganz andere,  viel optimistischere Richtung geht. Er ist von dem Trend- und Zukunftsforscher Matthias Horx , der zu eine RE-Gnose auffordert. Im Gegensatz zur Prognose schaut die Technik der RE-Gnose von der Zukunft aus zurück ins Heute. Wir sollen uns vorstellen, dass wir im Herbst zurück auf die jetzige Zeit schauen und überlegen, worüber wir uns dann rückblickend wundern werden:

Hier ein paar Zitate: „Wir werden uns wundern, dass die sozialen Verzichte, die wir leisten mussten, selten zu Vereinsamung führten. Im Gegenteil. Nach einer ersten Schockstarre fühlten viele von uns sich sogar erleichtert, dass das viele Rennen, Reden, Kommunizieren auf Multikanälen plötzlich zu einem Halt kamen. Verzichte müssen nicht unbedingt Verlust bedeuten, sondern können sogar neue Möglichkeiten eröffnen. Paradoxerweise erzeugte die körperliche Distanz, die der Virus erzwang, gleichzeitig neue Nähe. Wir haben alte Freunde wieder häufiger kontaktiert, Bindungen verstärkt, die lose und locker geworden waren. Familien, Nachbarn, Freunde sind näher gerückt und haben bisweilen sogar verborgene Konflikte gelöst.“

„Gleichzeitig erlebten scheinbar veraltete Kulturtechniken eine neue Renaissance. Plötzlich erwischte man nicht nur den Anrufbeantworter, wenn man anrief, sondern real vorhandene Menschen. Man kommunizierte wieder wirklich. Man ließ niemanden zappeln. Man hielt niemanden mehr hin. So entstand eine neue Kultur der Erreichbarkeit. Der Verbindlichkeit.“

„Menschen, die vor lauter Hektik nie zur Ruhe kamen, auch junge Menschen, machten plötzlich ausgiebige Spaziergänge (ein Wort, das vorher eher ein Fremdwort war).“

„Wir staunen rückwärts, wieviel Humor und Mitmenschlichkeit in den Tagen des Virus tatsächlich entstanden ist.“

„Könnte es sein, dass das Virus unser Leben in eine Richtung geändert hat, in die es sich sowieso verändern wollte?“

Das ist eine sehr außergewöhnliche und optimistische „Corona-Rückwärts-Prognose“.

(Wer sie komplett lesen möchte: https://kress.de/news/detail/beitrag/144775-die-welt-nach-corona-wie-wir-uns-wundern-werden-wenn-die-krise-vorbei-ist.html)

An dieser Stelle möchte ich wieder auf den Bibelvers zurückkommen. Gott möchte uns ausstatten mit dem Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit. Ich wünsche mir und uns allen, dass wir mit Besonnenheit überlegen, wo in dieser unsere Kraft und Liebe zum Einsatz kommen kann. Und das wir in diesem Sinn im Herbst zurückschauen und merken, dass Gott auch in und durch die Krise etwas zum Positiven bewirkt /verändert hat und dass wir daran mitwirken durften.

Darüber hinaus wünsche ich mir, dass wir für alle Politiker und sonstige Entscheidungsträger beten, dass Gott ihnen seinen Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit schenkt.

Ute Kuhlmann



20.04.2020

Staunendes Erwachen

 

Als ich gestern Morgen aufwachte kamen meine Gedanken zu dem, was uns in Jesus Christus alles geschenkt worden ist. Dabei fiel mir das Wort aus Epheser 1 Vers 3-5 ein.

 

„Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns gesegnet hat mit jedem geistlichen Segen in den himmlischen Regionen in Christus, wie er uns in ihm auserwählt hat vor Grundlegung der Welt, damit wir heilig und tadellos vor ihm seien in Liebe. Und ER hat uns vorherbestimmt zur Sohnschaft für sich selbst durch Jesus Christus, nach dem Wohlgefallen seines Willens.“

 

Dann habe ich mir vorgestellt, was unser Vater im Himmel Jesus alles übertragen hat und in IHM auch mir, der ich durch Gottes Gnade in Christus versetzt bin. (1.Kor.1;30) Z.B. Gottes Herrlichkeit sehen und Gemeinschaft mit Ihm haben, Ewiges Leben ohne Krankheit, Schwachheit, Ängsten, Freude wie man sie sich kaum vorstellen kann, Gemeinschaft mit allen Kindern Gottes und vieles mehr

Danach konnte ich Gott nur noch danken für seine Gnade und Barmherzigkeit, die er mir geschenkt hat. Von dieser Perspektive aus sehen die Dinge dieser Welt anders aus, auch wenn sie sich im Augenblick nicht verändert haben. Aber so weiß ich, dass Jesus mich hält und weiß, welche Schwierigkeiten wir manchmal mit den Gegebenheiten dieser Zeit, in der wir augenblicklich leben, haben. Er hat ja auch als Mensch zu seiner Zeit gelebt und das Leben mit allen Schwierigkeiten dieser Zeit kennen gelernt.

Aus diesem Blickwinkel kann auch ich besser mit den augenblicklichen Gegebenheiten umgehen und zufrieden sein.

Harro Schroeder



13.04.2020

Neulich las ich in der Losung einen grandiosen Vers: „Seit der Erschaffung der Welt sind seine Werke ein sichtbarer Hinweis auf ihn, den unsichtbaren Gott, auf seine ewige Macht und sein göttliches Wesen.“ (Römer 1,20)

Diese Worte kamen mir wieder in den Sinn, als ich an einem sonnigen Nachmittag spazieren ging. Der Frühling ist nicht mehr aufzuhalten, er bricht in Wald und Wiesen hervor wie eine Naturgewalt. Alles ist belebt, ein Zwitschern und Summen erfüllt die Luft, in zarten Farben blühen die Bäume, neue Blätter entfalten sich in jungem Grün, die Narzissen, Schlüsselblumen und Primeln leuchten wundervoll auf dem noch kargen Boden. In all dieser Pracht, diesem Duft, diesem Frühlingsklang liegt eine Botschaft: Der Tod ist überwunden.

Die gleiche Botschaft ruft uns das Osterfest zu, das wir gerade gefeiert haben: Der Tod ist überwunden.

Jeder von uns kennt Krisenzeiten. Manchmal läuft nicht alles rund, wir haben mit Schwierigkeiten, Niederlagen und Enttäuschungen zu kämpfen. Krankheiten werden zur Bedrohung, Verletzungen bremsen uns aus. Es gibt Sorgen und Nöte der vielfältigsten Art. Wer von uns kann schon sagen, dass immer rundum alles gut ist?

Und jetzt erleben wir eine globale Beunruhigung. Die ganze Welt steckt in der Krise. Dachtet ihr auch, als COVID-19 in Wuhan ausbrach, das wäre wie eine dieser schlimmen Meldungen, die uns nicht direkt betreffen? Wie ein Erdbeben in Albanien, ein Bürgerkrieg in Syrien, ein Tsunami in Thailand – erschütternd und schrecklich, aber weit weg? 

Und plötzlich ist dieses Virus in Europa, in Deutschland, in Baden-Württemberg, in Biberach, in der Nachbarschaft. Unser Leben wird beschnitten und beschränkt: Social Distancing, kein Klopapier in den Regalen, Mehl und Hefe ausverkauft, kein Treffen mit Freunden, kein Präsenz-Gottesdienst, kein Sport im Verein, kein Hauskreis, keine Umarmung, kein Handschlag mehr. Dazu die Sorge um die weitere Entwicklung der Pandemie, um die geliebten Menschen, die zu den Risikogruppen gehören, um die Kapazitäten unseres Gesundheitssystems, die Angst vor einem kompletten wirtschaftlichen Zusammenbruch.

Viele Menschen haben wie ich ihre Arbeit verloren, anderen droht die Kurzarbeit, wieder andere arbeiten bis zur Erschöpfung und sind einem großen Ansteckungsrisiko ausgesetzt. Jeder von uns ist in irgendeiner Form betroffen.

Es ist ein düsteres Szenario, mit dem wir gerade leben, und manchmal finde ich es bedrückend. Es ist überhaupt nicht abzusehen, wann wir zur „Normalität“ zurückkehren können. Werden wir uns überhaupt jemals wieder so unbeschwert in großen Menschengruppen bewegen wie früher, oder wird der Mund-Nasen-Schutz unser ständiger Begleiter werden?

Aber Krise hin oder her – der Frühling ist da, er lässt sich weder aufhalten noch ignorieren und ganz laut verkündet er seine Botschaft: Der Tod ist überwunden. Das ist wie ein göttlicher Einwurf in dieser Situation: „Ja, die Menschheit hat ein Problem. Aber meine Macht und mein göttliches Wesen bleiben bestehen. Meine Zusagen wanken nicht.“

Ist das nicht unglaublich tröstlich und ermutigend? Die Auferstehungskraft von Ostern, diese gewaltige Macht, die Jesus aus dem Tod ins Leben zurückgeholt hat, die wirkt auch heute. Sie zeigt sich in der Auferstehung der Natur und erinnert uns daran, dass unsere persönlichen Krisen und diese globale Krise nicht das letzte Wort haben. Jesus ist der Auferstandene. Er ist der Sieger!

Darum lasst uns gerade jetzt mit König David beten: „Ich will fest auf Gott vertrauen, denn er ist meine Hoffnung. Er ist mein Fels und meine Hilfe, meine Burg, in der mir nichts geschehen kann.“ (Psalm 62,6-7)      

Ulrike Chuchra



06.04.2020

„Jesus aber sprach zu ihm: Wenn du glauben kannst — alles ist möglich dem, der glaubt!

Und sogleich rief der Vater des Knaben mit Tränen und sprach: Ich glaube, Herr; hilf mir, loszukommen von meinem Unglauben!“  Markus 9,23-24

 

Liebe Geschwister, liebe Freunde! Die momentane Situation drängt uns alle in die Angst. Wir machen uns Sorgen. Tätigen Hamsterkäufe und geraten in Panik. Jeder hat Angst vor jedem. Noch nie haben wir auf Befehle so brav reagiert wie jetzt. Die Worte „du sollst nicht“ und „du darfst nicht“ nehmen wir jetzt mit Respekt. Und eigentlich wissen wir, dass es nur zu unserem Besten dient.

Ich lese momentan das Buch Hiob, und an einer Stelle sagt Satan zu Gott: „Ja, alles, was der Mensch hat, gibt er hin für sein Leben; aber strecke doch deine Hand aus und taste sein Gebein und sein Fleisch an, so wird er dir sicher ins Angesicht absagen!“ Hiob 2,4-5

Wenn es um unser Leben geht, haben wir Angst! Jeder von uns! Psalm 31,16 sagt uns aber: „In deiner (Gottes) Hand steht meine Zeit;“ Gott will uns damit sagen, dass wir auf ihn vertrauen sollen. In unserem Text vom Markus-Evangelium sagt Jesus nichts Anderes als „Vertraue mir! Alles ist dem möglich, der mir vertraut.“ Und jetzt sind wir gefragt! Wir, als Kinder Gottes, können uns auf unseren Vater im Himmel verlassen. Wir sind von Krankheiten und Sterben nicht ausgegrenzt. Aber wir können uns in die Hände dessen geben, der seinen Sohn für uns geopfert hat, damit wir leben.

 

Jesus sagt: „In der Welt habt ihr Bedrängnis; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden!“ Johannes 16,33

Wir haben wunderbare Möglichkeiten in seinem Wort (Bibel) zu lesen. Wir können jeder Zeit zu Ihm beten.

Nichts kann uns von Ihm und seiner Liebe trennen!

„Denn ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Fürstentümer noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch irgendein anderes Geschöpf uns zu scheiden vermag von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn.“ Römer 8,38-39

Es ist leicht, von Vertrauen zu singen oder zu sprechen, aber wenn uns das selber trifft, dann sagen wir, als schwache Menschen:

Ich glaube, Herr; hilf mir, loszukommen von meinem Unglauben!

Und wenn du nicht glauben/vertrauen kannst, dann bete zu Gott und er gibt dir Kraft, zu glauben. Gib der Angst KEINE Chance!!!

Wenn du noch nicht bekehrt bist (Gott um Entschuldigung gebeten hast und von neuem geboren bist) und keinen Vater im Himmel hast, empfehle ich dir dein Leben zu überdenken, um tiefen Frieden mit Gott und in Gott zu finden.

Denn nur in Ihm können wir ruhig und geborgen in die vor uns liegende Zeit gehen.

Wenn Gott dich bis hier her gebracht hat, dann hilft er dir auch weiter. Er lässt dich nicht mitten im Weg stehen.

 

Euer Benjamin Radegin



30.03.2020

„Der Herr deckt mich in seiner Hütte zur bösen Zeit, er birgt mich im Schutz seines Zeltes.“ (Psalm 27, 5)

Schutzhütten im Gebirge sind klein, Zelte sind zunächst auch nicht riesig, wenn ein Bild in unserem Kopf auftaucht, sondern für ein bis drei Personen. Es gibt die typische kleine Zeltform in unserer Assoziation.

„Der Herr deckt mich in seiner Hütte zur bösen Zeit…“, dieser Vers stand am Freitag, den 20. März in den Losungen der Herrenhuter Brüdergemeinde für das Jahr 2020. Als „böse Zeit“ empfinden wir alle die Corona-Krise mit ihren Bedrohungen und mit den daraus folgenden Beschränkungen. Nur wenige Kontakte und schon gar kein Gottesdienst! Das gemeinsame Glauben in Gottesdienst oder Hauskreis bricht weg. („sie bleiben aber stängig zusammen; sie ließen sich von den Aposteln unterweisen und teilten alles miteinander, feierten das Mahl des Herrn und beteten gemeinsam…“, funktioniert so nicht mehr)

Wir als Christen sind doch eine Gemeinschaftsbewegung! Der Kern des christlichen Lebens ist getroffen! Was macht das mit meinem Glauben? Ich behaupte: unter Umständen was Gutes! Aber verliere ich nicht den Kontakt zu Jesus?

In einer Hütte oder einem Zelt ist aber Platz für zwei: Jesus und mich. Wenn Jesus etwas Wichtiges zu sagen hatte, hat er es nur im Jüngerkreis erklärt (… dass er z. B. sterben würde und nach drei Tagen wieder auferstehen) – oder er hat einen betreffenden Jünger allein beiseite genommen. Jesus stellt Petrus z. B. alleine die Frage, ob er ihn liebhabe, nachdem er Jesus dreimal verleugnet hatte. Dass Petrus sich gleich wieder um Johannes Gedanken machen muss, ist eine andere Sache…

Johannes der Täufer geht in die Wüste und Gott erklärt ihm seinen Auftrag. Selbst Jesus geht in die Wüste und zieht sich auch immer wieder während seines Auftretens zurück.

Gott redet immer persönlich. So war es bei Mose durch den brennenden Dornbusch, bei Elia im leisen Wind, bei Paulus vor Damaskus… Es ist für mich richtig schön, im Gottesdienst oder dem gemeinsamen Lobpreis mit anderen Christen an Gott zu glauben und seine Nähe zu erleben. Aber meine tiefsten Gotteserfahrungen habe ich ganz alleine mit Jesus gemacht. „Der Herr deckt mich in seiner Hütte zur bösen Zeit, er birgt mich im Schutz seines Zeltes.“

Gott redet immer persönlich, auch „in dieser „bösen Zeit“ - oder trotzdem - durch Bibelworte, Stille, die Natur, andere Menschen, Bücher oder Ereignisse, in denen wir Gott „hören“ oder erkennen können.

Nutzen wir die Zeit in „der Hütte“ und lassen wir es zu, dass Gott uns in seinem Zelt bergen möchte, dass wir den Schutz in seinem Zelt erfahren.

„Der Herr deckt mich in seiner Hütte zur bösen Zeit, er birgt mich im Schutz seines Zeltes.“ (Psalm 27, 5)

Vielleicht können wir diesen Psalmvers  nach der Zeit unserer Isolation als unsere Erfahrung mitsprechen. Das wünsche ich uns.

Silke Stadali



23.03.2020

„Denn ich weiß, was für Gedanken ich über euch habe, spricht der Herr, Gedanken des Friedens und nicht des Unheils, um euch eine Zukunft und eine Hoffnung zu geben. Und ihr werdet mich anrufen und hingehen und zu mir flehen, und ich will euch erhören; ja, ihr werdet mich suchen und finden, wenn ihr von ganzem Herzen nach mir verlangen werdet.

Jeremia 29,11-13

 

Gott redet diese Worte zum Volk Juda, als es im Exil in Babel war. Für das Volk war es eine Situation, die so ganz neu war. Sie waren aus ihrer Heimat vertrieben und Gott lies dem Volk durch Jeremia ausrichten, dass sich dies vorerst auch nicht ändern würde. Die Leute mussten sich erstmal mit der Situation abfinden, ob sie wollten oder nicht. Doch auch wenn es Zeiten waren, die nicht gerade ein Genuss für das Volk waren, so wusste Gott doch ganz genau, warum er dies alles so geschehen ließ. Er wollte sein Volk wieder zu sich zurückführen, nachdem es sich durch Götzendienst von ihm abgewandt hatte. Es waren zwar drastische Mittel dafür nötig, doch trotz allem ließ Gott sein Volk wissen: „Denn ich weiß, was für Gedanken ich über euch habe, spricht der Herr, Gedanken des Friedens und nicht des Unheils, um euch eine Zukunft und eine Hoffnung zu geben.“ Gott versichert seinem Volk, dass die Umstände zwar vorerst so bleiben, wie sie sind, und dass nun ein anderes Volk über sie herrscht, aber dass Er in dieser Situation nach wie vor Herr der Lage ist. Er versichert seinem Volk, dass er ihm nicht Unheil zustoßen lassen will, sondern, dass er es zu sich zurückführt, damit es wieder eine Hoffnung hat und mit Ihm in Frieden leben kann.

Ähnlich ist es momentan auch bei uns. Wir befinden uns im Moment in einer Krise, wie wir sie in solch einer Form wahrscheinlich noch nie erlebt haben. Es kann sein, dass in solchen Momenten auch Fragen aufkommen: „Wo bleibt Gottes Eingreifen in dieser Situation, er kann uns doch nicht einfach so unserem Schicksal hingeben?“ Und gerade in dieser Zeit dürfen auch wir uns Gottes Worte zu Herzen nehmen: Gott hat uns auf keinen Fall aufgegeben oder uns vergessen, sondern er hat einen Plan mit uns. Es kann sein, dass es auch Teil des Plans ist, dass wir vorerst in einer Lage sind, die uns herausfordert, die uns unsere Grenzen aufzeigt, die uns bewusst macht, dass wir nicht so stark sind, wie wir vielleicht dachten. Aber Gott möchte diese Zeiten nutzen, um uns dabei auch zu zeigen, dass wir IHN brauchen, und zwar mehr als alles andere. Er möchte diese Zeiten des „Unheils“ dazu gebrauchen, um uns zu zeigen, worin unsere wirkliche Hoffnung liegt, nämlich in ihm, und dafür sorgen, dass noch viele weitere Menschen das erkennen und sich zu ihm umwenden.

Und Gott sichert uns in dieser Situation auch zu, dass wir in dieser Zeit nicht alleine sind. Wir können jederzeit zu ihm kommen, ihm das abgeben, was uns beschäftigt und wissen dass er es erhört. Er selbst verspricht uns, dass wir ihn jederzeit finden werden, wenn wir ihn von Herzen suchen, und dass er uns dann auch erhören wird, womit auch immer wir zu ihm kommen.

Vielleicht durchlebst du gerade aber auch eine persönliche Krise, die dir das Gefühl gibt, Gott wäre nicht mehr da. Da gilt genau dasselbe. Ich kann dir nicht versprechen, dass diese Phase schnell wieder vorbei sein wird, es kann sein, dass es eine längere Durststrecke ist, die Gott dich gehen lässt. Doch einer Sache kannst du dir immer bewusst sein: Gott tut das nicht, um dich zu Fall zu bringen, sondern um dich dafür bereit zu machen, eines Tages vollendet vor ihm zu stehen! Und er versichert dir, dass du in dieser Zeit nicht alleine bist, sondern, dass er für dich da ist, dass er immer ein offenes Ohr für dich hat.

In diesem Sinne wünsche ich jedem von euch Gottes reichen Segen für die nächste Zeit. Wir alle wissen nicht genau, was auf uns als große Gemeinschaft aber auch auf jeden persönlich zukommt, und deswegen ist es wichtig, dass wir uns Gottes Zusagen zu Herzen nehmen und darauf vertrauen, dass er alles in der Hand hat, um uns bewusst zu machen, dass wir ihn brauchen, und zwar Tag für Tag.

Kevin Radegin


Hoffnungsbote

25.05.2020

„Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.“ (Psalm 139,5)

 Welche Geborgenheit drückt sich in diesem Satz aus!

So wie die Luft uns von allen Seiten umgibt, ohne doch eigens bemerkt zu werden, so wie das Tageslicht uns von allen Seiten erhellt, ohne doch selber gesehen zu werden, so ist ER da in unserem Leben, ER, der allgegenwärtige Gott. ER ist da und ist uns näher, als wir ahnen! Kaum bemerkbar, mit Leichtigkeit übersehbar. Aber ER ist da und ist uns näher, als wir ahnen.

Oft merken wir es erst, wenn uns die Luft auszugehen droht, dass wir in ihr und von ihr leben. Und wenn es dunkel oder gar finster wird in unserem Leben, dann erinnern wir uns ganz bestimmt des Lichtes – wenn auch etwas wehmütig. Doch Gottes Nähe verschwindet nicht wie die Helligkeit des Tages!

Unser Psalm spricht eine bildhafte Sprache:

 „Von allen Seiten umgibst du mich, und hältst deine Hand über mir.“

Wie ein Töpfer das Stück Ton, das er auf seiner Töpferscheibe modelliert, voll im Griff hat, so umschließt uns Gottes Hand von allen Seiten. Unser Leben ist fest in seiner Hand!

Die segnende Hand Gottes über uns!

Die führende Hand Gottes vor uns.

Die bewahrende Hand Gottes neben uns.

Die schützende Hand Gottes hinter uns. 

Die tragende und haltende Hand Gottes unter uns.

Ja, auch unter uns:  Gottes Hand!

„Du kannst nie tiefer fallen als in Gottes Hand.“

Im Leben und im Sterben – von Gott umgeben.

In gesunden und kranken Tagen von Gott gehalten.

 „Ich gehe oder liege, so bist du um mich.“

Was für ein tiefes Vertrauen, das hier zur Sprache kommt!

Gott ist da! ER ist uns ganz nah!

Zu solch einem Vertrauen werden wir eingeladen.

Solch ein Vertrauen tut not – in einer Welt und in einer Zeit, in der so Viele an der „scheinbaren“ Abwesenheit Gott leiden.

 
„Von allen Seiten umgibst du mich...“

 - so betet hier einer, der von „Feinden“ nur so umringt ist.

Der Dichter unseres 139. Psalms lebt gefährlich.

Er hat viele Gegner um sich. Sie verfolgen ihn. Sie lauern ihm auf. Sie bedrängen ihn. Sie verleumden ihn. Sie jagen ihm Angst ein. Sie machen ihm das Leben schwer. (V. 10-22)

Dennoch weiß er sich in Gottes Schutz geborgen!

 Es soll ja auch „unsichtbare Feinde“ geben, wie z.B. die unheimlichen Corona-Viren, die einem nahe kommen, die in eine Krise stürzen können, die Angst einjagen könnten.

Da heißt es: Schütze sich und andere wer kann! Z.B. durch Abstandhalten.

Aber auch hier gilt: Unser Vater im Himmel distanziert sich nicht von uns!  Der Herr Jesus, der alle Tage bei uns ist, ist und bleibt uns näher, als wir ahnen!

 „Von allen Seiten umgibst du mich...“

 Von allen Seiten umgeben zu sein bedeutet, im Mittelpunkt zu stehen. Von allen Seiten von Gott umgeben zu sein heißt, im Zentrum des Interesses Gottes, im Brennpunkt der Liebe und Barmherzigkeit Gottes zu stehen.

Das gilt besonders für Menschen, die von sich aus nicht unbedingt im Mittelpunkt stehen wollen, die eher so am Rande stehen oder gar ausgegrenzt sind, die nicht im Rampenlicht der Öffentlichkeit stehen. Aber bei Gott, für den es keine Finsternis gibt, stehen sie in einem hellen Licht!

ER, der uns von allen Seiten umgibt, hat uns „verinnerlicht“.

Für IHN sind wir „in“, nicht „out“.

Reinhold Brunkel



18.05.2020

Mein Gott, ist das schön !

 

Seht euch an, wie die Lilien blühen! Sie mühen sich nicht ab und können weder spinnen noch weben. Ich sage euch, selbst König Salomo war in seiner ganzen Herrlichkeit nicht so prächtig gekleidet wie eine von ihnen. Wenn Gott sogar die Blumen so schön wachsen lässt, die heute auf der Wiese stehen, morgen aber schon verbrannt werden, wird er sich nicht erst recht um euch kümmern? Vertraut ihr Gott so wenig?    Lukas 12, 27-28

 

Hast Du es erkannt? Das Hintergrundbild der ersten Seite? Genau. Der Forggensee. Nah bei dem Freizeitheim, in dem wir als Gemeinde viele schöne Gemeindefreizeiten erleben durften. Eine Landschaft „wie gemalt“. Ein schöner Text, um näher auf Gottes Kraft, seine Kreativität und seine Zuverlässigkeit einzugehen:

 

 

Gott ist der einzig wahre Designer

 

Die meisten von Euch wissen, dass ich Designer bin. Meine Arbeitsschwerpunkte sind Caravans und Reisemobile, die ich konzipiere, entwerfe und gestalte. Aber ganz ehrlich und ohne falsche Bescheidenheit: Wenn ich mir die Natur anschaue, wird meine „Kunst“ ganz, ganz klein, unvollkommen und fehlerhaft:

 

Egal ob unsere Erde, aus dem All fotografiert. Oder der Sternenhimmel. Oder eine Landschaft wie am Forggensee. Oder die vielen schönen Stellen hier um Biberach, die wir durch die derzeitige „Zwangspause“ beim Spazieren oder Radfahren wieder neu schätzen gelernt haben. Oder eine Roggen-Ähre aus der Nähe. Die Struktur eines Blattes. Die mikroskopische Aufnahme einer Zelle.

 

Gott präsentiert uns hier täglich und aus jeder Perspektive, wie genial er ist. Viel zu oft gewöhnen wir uns daran und sehen es kaum noch. Oder wir bewundern menschliche Kunst, menschliches Tun und ignorieren, dass Gott es um ein Vielfaches besser, schöner, perfekter macht. Übrigens: Dass wir Naturschutz, Tierschutz oder Lebensschutz oft wenig ernst nehmen, liegt vielleicht auch an einer manchmal fehlenden Wertschätzung von Gottes Kunst.

 

 

Gott spricht durch die Bibel. Und er verwöhnt uns mit Natur.

 

Beides wird von uns Menschen, auch von Christen, nicht genügend wertgeschätzt. Wir nehmen wir uns selten genügend Zeit und Ruhe, in der Bibel zu lesen, darüber nachzudenken, zu beten.

 

Ebenfalls zu selten bewundern und loben wir Gott als Designer des Weltalls, der Erde, der Natur, der Pflanzen, der Tiere, der Mikroorganismen, der einzelnen Zelle oder des Atomes. Und vor allem  als Designer von jedem Menschen. Dir und mir. Im Detail geplant. Genial konstruiert. Einmalig umgesetzt. Gewollt. Geliebt.

 

Wir wollen immer viel. Haben Wünsche. Sorgen. Sind unzufrieden. Bitten Gott um dies und das. Ein Tipp an uns alle: Sowohl die Bibel, als auch die Natur einfach mal wieder wirken lassen, sich daran erfreuen. Gott als genialen Designer zu erkennen und ihn dankbar und begeistert dafür zu loben.

 

 

Gott sorgt für Dich. Vertraue ihm!

 

Das ist besonders für mich als Freiberufler gar nicht so einfach. Erst recht nicht in der aktuellen Phase. Da geht es um Existenzielles. Und dann sagt Gott mir und Dir: Darauf sollst Du Dich nicht konzentrieren. Mach Dir keine Sorgen. Verkrampfe nicht. In Vers 31 geht Jesus sogar noch weiter: „Setzt Euch vielmehr für Gottes Reich ein, dann wird Er Euch mit allem anderen versorgen.“

 

Oft leichter gesagt als getan... Aber wenn Gott mich jeden Tag mit schönen Details, Pflanzen und der unendlichen Vielfalt seiner göttlichen Kreativität und Ästhetik verwöhnt, dann wird er doch auch generell für mich sorgen?! Er will uns den Rücken freihalten, damit wir uns auf das noch Wichtigere konzentrieren: Uns für sein Reich einsetzen. Menschen ansprechen. Für sie beten. Ihnen helfen.

 

Ich selbst und auch wir als Gemeinde sollten das nie aus dem Blick verlieren.                          

Euer Michael Studer



11.05.2020

Hoffnung und Veränderung

 

„Wenn die Angst anklopft, schick die Hoffnung an die Tür“ – das ist ein typisches Spruch-Postkartenzitat. Aber es trifft meine Stimmung gerade ganz gut. Der Corona-Virus und die momentane Krise machen mir Angst. Wahrscheinlich bin ich da nicht alleine. Aber ich will nicht bei meiner Angst stehen bleiben. Jesus sagt:

„In der Welt habt ihr Angst, aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.“

Diese Zusage gibt mir Hoffnung und Zuversicht.

Noch sind wir im Ausnahmezustand. Es herrscht große Unsicherheit - wie wird es weitergehen, mit meiner Gesundheit, meiner Arbeit, meinem Alltag. Wird aus meinem Umfeld auch jemand krank, werde ich selber infiziert werden?

Die Sorge um meine Angehörigen, die zur Risikogruppe gehören.

Die Frage, ob und wann wieder so eine Krise auftreten wird, wann es einen Impfstoff und Medikamente gegen Corona geben wird.

Wir merken, dass “all unser Wissen Stückwerk“ ist, dass auch in unserer hochtechnisierten Welt mit hervorragenden Wissenschaftlern viele Dinge noch nicht zu verstehen sind und erst langsam entschlüsselt werden können. Und dass alles seine Zeit braucht.

 Noch fühlt sich alles irgendwie nicht real an. Aber die Zeit schreitet fort und es wird irgendwann wieder eine gewisse Normalität einkehren.

Was bedeutet das dann für uns – geht das Leben weiter wie bisher? Nein, das ist nicht möglich, dazu ist diese Situation zu einschneidend. Es gibt kein „Zurück auf Start“. Vieles wird sich verändert haben.

Was darf ich hoffen, wenn ich an die Zeit nach der Krise denke? Was ist und was bleibt? Was kann ich aus der Krise lernen? Wird sich mein Verhalten nachhaltig ändern?

 

Einige Gedanken dazu:

Die Beschränkungen sind nicht zu übersehen- wir können nicht mehr reisen, wohin wir wollen, nicht mehr treffen, wen wir wollen, nicht mehr ins Restaurant gehen, wann wir wollen. Und wir können nicht mal mehr kaufen, was wir wollen – die Regale sind ungewohnt leer, Dinge, die es immer im Überfluss gab, sind plötzlich Mangelware („Klopapier“!). Viele Dinge sind nicht mehr möglich, unsere Freizeitbeschäftigungen reduzieren sich. Die vielen kleinen unangenehmen Dinge summieren sich und machen uns das Leben schwerer.

Auch wenn alle Beschränkungen wieder aufgehoben werden, die Bedrohung durch Corona wird uns die nächste Zeit begleiten. Und die Masken beim Einkaufen und Arbeiten sind noch lange Zeit ein mahnendes Menetekel. Dabei sehne ich mich nach Verlässlichkeit und weiß um die Schwierigkeit, sich mit neuen Situationen und Veränderungen arrangieren zu müssen.

Die Angst, dass es nie wieder so sein wird wie früher - die berechtigte Angst vor Veränderung darf und soll mich nicht lähmen, ich will Veränderungen als Chance für Neues begreifen.

Und ich sehe Hoffnung:

Ich weiss mit Sicherheit, dass Gott größer ist als alle Krisen, dass alles, was geschieht, vorbeigeht und wir auch die schlimmsten Dinge Gott anbefehlen können. „Als ich den Herrn suchte, antwortete er mir und errettete mich aus aller meiner Furcht“, Ps.34,5

Das unangenehme Gefühl der Machtlosigkeit, der plötzlichen Konfrontation mit etwas, dass ich nicht beeinflussen kann, wird langsam weichen und Platz machen für ein Gefühl, dass ich etwas gelernt habe, etwas wirklich verstanden haben - unsere Nachkriegsgeneration kennt bisher keine wirklichen Krisen (übrigens sind wir damit global und menschheitsgeschichtlich gesehen die Ausnahme). Ich darf auch in der Krise froh und dankbar sein, ich „freue mich und bin fröhlich über deine Güte“, Psalm 31,7. Und wende meine Gedanken zu dem, was ich an Positiven sehe.

Ich empfinde großen Respekt und Dankbarkeit für Menschen, die „den Laden am Laufen“ halten, für all die stillen Helfer und Dienstleister, die mitten in einer chaotischen Lage einfach weiter „funktionieren“ und bis an den Rand der Erschöpfung arbeiten. Ich will ihnen in Zukunft mit echter Freundlichkeit begegnen, z. B. beim Einkaufen, im Pflegedienst, dem Paketboten gegenüber,… und  will ihre Arbeit mehr wertschätzen und nicht für selbstverständlich nehmen.

Ich staune über die Einsichtigkeit vieler Menschen - das Wir-Gefühl hält unsere Gesellschaft zusammen und hilft in Krisenzeiten, dass die Lage nicht noch chaotischer wird. Auch über die Geschlossenheit, zu der sich unsere Regierung durchgerungen hat und die hoffentlich über die Krise hinaus Bestand hat. Endlich finden unnötige Diskussionen über zweitrangige Themen keinen Platz mehr in den Medien. Populistische, hetzerische Äußerungen finden keine offenen Ohren mehr, die Menschen verstehen, dass Ideologien ihnen in Zeiten realer Bedrohung nicht weiterhelfen, dass es jetzt nicht um Worte, sondern um Taten geht.

Ich freue mich über Christen, die Zeichen der Liebe setzen – so wie die Priester in Italien, die zu schwer erkrankten Coronapatienten gehen, um ihnen Trost und Nähe zu geben. Und über Menschen, die plötzlich positive Tatkraft in sich entdecken, wie zum Beispiel die Fußball-Ultras des VFB Stuttgart, die nun für alte Menschen einkaufen gehen, anstatt sich aus Spaß mit anderen zu prügeln.

Ich freue mich auf das Nachlassen der harten Einschränkungen - endlich wieder ein Eis auf dem Marktplatz, vielleicht sogar bald ein Treffen im Café mit Freunden....

Ich freue mich darauf, wieder mit netten Menschen zusammen ins Café zu gehen, essen zu gehen, gemeinsam einem Hobby nachzugehen, Sport zu machen, endlich wieder das gewohnte Klopapier zu habenJ. Und natürlich darauf, endlich wieder gemeinsame Gottesdienste zu feiern.

 

Was werde ich aus dieser Krisensituation mitnehmen und behalten?

 Die „Entdeckung der Langsamkeit“ – das Entdecken einer seltsamen Art von Entschleunigung - es tut gut, sich nicht immer in der Geschäftigkeit des Alltags verlieren zu müssen - nicht immer muss es beim Einkaufen, Autofahren, Kochen schnell, schnell gehen. Ich lasse mir Zeit, ganz einfach, weil ich die Zeit habe. Und mache auf einmal Dinge, für die ich sonst keine Zeit zu haben meine.

Die Wertschätzung meiner sozialen Kontakte, selbst bei der oft so stressigen Arbeit - ich lerne zu schätzen, was ich habe, anstatt immer dem nachzutrauern, was mir fehlt und mich darüber aufzuregen, was gerade nervt.

Die Unterscheidung von wichtigen und unwichtigen Dingen - ist es nicht auch in Zukunft egal, wenn es im Supermarkt mal ein leeres Regal gibt oder ein Zug Verspätung hat?

Ich merke, auf einmal bekommen ganz andere Dinge eine Bedeutung. Die Prioritäten verschieben sich. Ich lerne: Wenn alles um mich herum unsicher ist, bleibt das Wissen, dass Gott unser aller Leben in der Hand hältst und unsere Wege siehst und kennst und deine Hände über uns hältst. Deshalb kann ich sagen:
„Du bist mein Schirm, du wirst mich vor Angst behüten, dass ich errettet gar fröhlich rühmen kann“ Psalm 32,7

Ich wünsche uns allen, dass Gott unsere Ängste und Unsicherheit in diesen Zeiten verwandeln kann in Gelassenheit,  Zuversicht und Hoffnung.

 

Petra Mack



04.05.2020

„Nicht dass ich es schon erlangt hätte oder schon vollendet wäre; ich jage aber danach, dass ich das auch ergreife, wofür ich von Christus Jesus ergriffen worden bin. Brüder, ich halte mich selbst nicht dafür, dass ich es ergriffen habe; eines aber [tue ich]: Ich vergesse, was dahinten ist, und strecke mich aus nach dem, was vor mir liegt, und jage auf das Ziel zu, den Kampfpreis der himmlischen Berufung Gottes in Christus Jesus.“

Philipper 3,12-14

 

In Zeiten wie diesen lohnt es sich, sich darauf zu besinnen, wer wir eigentlich sind. Was macht uns aus? Woher kommen wir, wohin gehen wir? Was ist der Sinn unseres Lebens hier auf Erden? Gerade solche Zeiten führen uns wieder vor Augen, wie vergänglich ALLES ist. Die Wirtschaft bricht zusammen. Überfluss wird plötzlich zu Mangel, da wo man es nie vermutet hätte. Das sonst so zu Recht hochgelobte Gesundheitssystem steht vor Aufgaben, die dem Ganzen seine Grenzen aufzeigen. Menschen sterben teilweise scheinbar unaufhaltsam. Kurz gesagt: Die Schönheit der Dinge in unserem Leben und insbesondere unser Leben selbst sind vergänglich. Aber ist es das, wofür Gott uns geschaffen hat? Sind wir nur hier, um die Welt zu erleben, in die Gott uns gesetzt hat? Sind wir nur dafür da, um hier auf der Erde aufzublühen und dann wie eine Blume zu verdorren? Mit Sicherheit nicht! Gott hat uns zu weitaus mehr bestimmt. Er hat uns durch Jesus Christus errettet und uns eine neue Perspektive, eine neue Hoffnung geschenkt.

Diese Hoffnung richtet sich nicht auf die Dinge dieser Welt, sondern auf weitaus mehr. Unser Ziel sollte es nicht sein, hier auf der Erde ein möglichst schönes Leben mit den Genüssen dieser Welt zu leben, sondern unser Leben auf die Ewigkeit auszurichten. Paulus, von dem diese Bibelworte stammen, schreibt, was das für uns bedeutet: „...ich achte es [(das, was ihm vorher ein Gewinn auf dieser Welt war; das, was ihn ausmachte)] für Dreck, damit ich Christus gewinne...“

Um das zu ergreifen, wofür wir von ihm ergriffen wurden, also die Auferstehung zum ewigen Leben, müssen wir die Dinge, die uns hier in der Welt ein Gewinn sein können, die uns Ansehen und Ehre und scheinbare Erfüllung bringen, hinter uns lassen. Wir müssen sie als Dreck erachten. Und was passiert mit Dreck? Richtig, er muss weg! Wir sollten vergessen, was hinter uns liegt und unseren Blick allein auf das ausrichten, was uns wirklich ausmacht, nämlich das, wohin wir gehen. Es ist egal, woher wir kommen, die Bibel sagt uns, dass wir das, was hinter uns liegt vergessen sollen. Sie sagt uns, dass wir viel mehr auf das bedacht sein sollen, was vor uns liegt, wozu wir von Jesus ergriffen worden sind, nämlich das ewige Leben und nicht das Leben hier auf Erden. Dass das auch mal Kampf bedeuten kann und nicht immer leicht ist, ist quasi vorprogrammiert. Denn noch sind wir einfache Menschen, die dieses Ziel noch nicht ergriffen haben, und immer wieder auch von den menschlichen Begierden geplagt werden, durch die der Teufel unsere Augen auf andere Dinge richten möchte. Aber der Kampf, den wir durchstehen müssen, wird uns letztlich ans Ziel bringen, das wir nie aus den Augen verlieren sollten.

Vielleicht möchte uns Gott gerade durch die momentane Situation zeigen, wie vergänglich diese Welt ist und wie riskant eine Anlage in die Aktien dieser Welt ist. Aber gerade dadurch sollten wir uns auch die Augen für das öffnen lassen, was uns ausmacht, und uns von Gott auf genau dieses Ziel ausrichten lassen, nämlich das ewige Leben bei Gott.

Ich wünsche uns allen, dass wir uns gerade in diesen Zeiten neu bewusst machen, worin unsere Hoffnung besteht. Nicht in dieser Welt und all den Dingen, die uns hier umtreiben, sondern in der himmlischen Berufung Jesu für uns. Ich wünsche uns, dass wir die Zeit, nutzen, um uns von Gott darauf ausrichten zu lassen, und unseren Blick auf das Ziel auszurichten und nicht auf die Dinge, die diese Welt hin und her schwanken lassen.

 

Liebe Grüße und Gottes Segen,

Euer Kevin Radegin



27.04.2020

„Denn Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.“ (2. Tim. 1,7)

Dieser Bibelvers ist mir in dieser und für diese „verrückte“ Zeit in den Sinn gekommen.

Die Atmosphäre ist gerade eher von einem Geist der Furcht, teilweise sogar einer Hysterie geprägt. Die Gründe der Furcht brauche ich nicht aufzählen, wir lesen sie in der Zeitung und hören sie in den Nachrichten. Auch bekommen wir von Freunden und Bekannten per whatsapp oder email unzählige Videos, Sprüche und Vorträge geliefert.

An einem dieser Vorträge möchte ich euch teilhaben lassen, weil er in eine ganz andere,  viel optimistischere Richtung geht. Er ist von dem Trend- und Zukunftsforscher Matthias Horx , der zu eine RE-Gnose auffordert. Im Gegensatz zur Prognose schaut die Technik der RE-Gnose von der Zukunft aus zurück ins Heute. Wir sollen uns vorstellen, dass wir im Herbst zurück auf die jetzige Zeit schauen und überlegen, worüber wir uns dann rückblickend wundern werden:

Hier ein paar Zitate: „Wir werden uns wundern, dass die sozialen Verzichte, die wir leisten mussten, selten zu Vereinsamung führten. Im Gegenteil. Nach einer ersten Schockstarre fühlten viele von uns sich sogar erleichtert, dass das viele Rennen, Reden, Kommunizieren auf Multikanälen plötzlich zu einem Halt kamen. Verzichte müssen nicht unbedingt Verlust bedeuten, sondern können sogar neue Möglichkeiten eröffnen. Paradoxerweise erzeugte die körperliche Distanz, die der Virus erzwang, gleichzeitig neue Nähe. Wir haben alte Freunde wieder häufiger kontaktiert, Bindungen verstärkt, die lose und locker geworden waren. Familien, Nachbarn, Freunde sind näher gerückt und haben bisweilen sogar verborgene Konflikte gelöst.“

„Gleichzeitig erlebten scheinbar veraltete Kulturtechniken eine neue Renaissance. Plötzlich erwischte man nicht nur den Anrufbeantworter, wenn man anrief, sondern real vorhandene Menschen. Man kommunizierte wieder wirklich. Man ließ niemanden zappeln. Man hielt niemanden mehr hin. So entstand eine neue Kultur der Erreichbarkeit. Der Verbindlichkeit.“

„Menschen, die vor lauter Hektik nie zur Ruhe kamen, auch junge Menschen, machten plötzlich ausgiebige Spaziergänge (ein Wort, das vorher eher ein Fremdwort war).“

„Wir staunen rückwärts, wieviel Humor und Mitmenschlichkeit in den Tagen des Virus tatsächlich entstanden ist.“

„Könnte es sein, dass das Virus unser Leben in eine Richtung geändert hat, in die es sich sowieso verändern wollte?“

Das ist eine sehr außergewöhnliche und optimistische „Corona-Rückwärts-Prognose“.

(Wer sie komplett lesen möchte: https://kress.de/news/detail/beitrag/144775-die-welt-nach-corona-wie-wir-uns-wundern-werden-wenn-die-krise-vorbei-ist.html)

An dieser Stelle möchte ich wieder auf den Bibelvers zurückkommen. Gott möchte uns ausstatten mit dem Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit. Ich wünsche mir und uns allen, dass wir mit Besonnenheit überlegen, wo in dieser unsere Kraft und Liebe zum Einsatz kommen kann. Und das wir in diesem Sinn im Herbst zurückschauen und merken, dass Gott auch in und durch die Krise etwas zum Positiven bewirkt /verändert hat und dass wir daran mitwirken durften.

Darüber hinaus wünsche ich mir, dass wir für alle Politiker und sonstige Entscheidungsträger beten, dass Gott ihnen seinen Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit schenkt.

Ute Kuhlmann



20.04.2020

Staunendes Erwachen

 

Als ich gestern Morgen aufwachte kamen meine Gedanken zu dem, was uns in Jesus Christus alles geschenkt worden ist. Dabei fiel mir das Wort aus Epheser 1 Vers 3-5 ein.

 

„Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns gesegnet hat mit jedem geistlichen Segen in den himmlischen Regionen in Christus, wie er uns in ihm auserwählt hat vor Grundlegung der Welt, damit wir heilig und tadellos vor ihm seien in Liebe. Und ER hat uns vorherbestimmt zur Sohnschaft für sich selbst durch Jesus Christus, nach dem Wohlgefallen seines Willens.“

 

Dann habe ich mir vorgestellt, was unser Vater im Himmel Jesus alles übertragen hat und in IHM auch mir, der ich durch Gottes Gnade in Christus versetzt bin. (1.Kor.1;30) Z.B. Gottes Herrlichkeit sehen und Gemeinschaft mit Ihm haben, Ewiges Leben ohne Krankheit, Schwachheit, Ängsten, Freude wie man sie sich kaum vorstellen kann, Gemeinschaft mit allen Kindern Gottes und vieles mehr

Danach konnte ich Gott nur noch danken für seine Gnade und Barmherzigkeit, die er mir geschenkt hat. Von dieser Perspektive aus sehen die Dinge dieser Welt anders aus, auch wenn sie sich im Augenblick nicht verändert haben. Aber so weiß ich, dass Jesus mich hält und weiß, welche Schwierigkeiten wir manchmal mit den Gegebenheiten dieser Zeit, in der wir augenblicklich leben, haben. Er hat ja auch als Mensch zu seiner Zeit gelebt und das Leben mit allen Schwierigkeiten dieser Zeit kennen gelernt.

Aus diesem Blickwinkel kann auch ich besser mit den augenblicklichen Gegebenheiten umgehen und zufrieden sein.

Harro Schroeder



13.04.2020

Neulich las ich in der Losung einen grandiosen Vers: „Seit der Erschaffung der Welt sind seine Werke ein sichtbarer Hinweis auf ihn, den unsichtbaren Gott, auf seine ewige Macht und sein göttliches Wesen.“ (Römer 1,20)

Diese Worte kamen mir wieder in den Sinn, als ich an einem sonnigen Nachmittag spazieren ging. Der Frühling ist nicht mehr aufzuhalten, er bricht in Wald und Wiesen hervor wie eine Naturgewalt. Alles ist belebt, ein Zwitschern und Summen erfüllt die Luft, in zarten Farben blühen die Bäume, neue Blätter entfalten sich in jungem Grün, die Narzissen, Schlüsselblumen und Primeln leuchten wundervoll auf dem noch kargen Boden. In all dieser Pracht, diesem Duft, diesem Frühlingsklang liegt eine Botschaft: Der Tod ist überwunden.

Die gleiche Botschaft ruft uns das Osterfest zu, das wir gerade gefeiert haben: Der Tod ist überwunden.

Jeder von uns kennt Krisenzeiten. Manchmal läuft nicht alles rund, wir haben mit Schwierigkeiten, Niederlagen und Enttäuschungen zu kämpfen. Krankheiten werden zur Bedrohung, Verletzungen bremsen uns aus. Es gibt Sorgen und Nöte der vielfältigsten Art. Wer von uns kann schon sagen, dass immer rundum alles gut ist?

Und jetzt erleben wir eine globale Beunruhigung. Die ganze Welt steckt in der Krise. Dachtet ihr auch, als COVID-19 in Wuhan ausbrach, das wäre wie eine dieser schlimmen Meldungen, die uns nicht direkt betreffen? Wie ein Erdbeben in Albanien, ein Bürgerkrieg in Syrien, ein Tsunami in Thailand – erschütternd und schrecklich, aber weit weg? 

Und plötzlich ist dieses Virus in Europa, in Deutschland, in Baden-Württemberg, in Biberach, in der Nachbarschaft. Unser Leben wird beschnitten und beschränkt: Social Distancing, kein Klopapier in den Regalen, Mehl und Hefe ausverkauft, kein Treffen mit Freunden, kein Präsenz-Gottesdienst, kein Sport im Verein, kein Hauskreis, keine Umarmung, kein Handschlag mehr. Dazu die Sorge um die weitere Entwicklung der Pandemie, um die geliebten Menschen, die zu den Risikogruppen gehören, um die Kapazitäten unseres Gesundheitssystems, die Angst vor einem kompletten wirtschaftlichen Zusammenbruch.

Viele Menschen haben wie ich ihre Arbeit verloren, anderen droht die Kurzarbeit, wieder andere arbeiten bis zur Erschöpfung und sind einem großen Ansteckungsrisiko ausgesetzt. Jeder von uns ist in irgendeiner Form betroffen.

Es ist ein düsteres Szenario, mit dem wir gerade leben, und manchmal finde ich es bedrückend. Es ist überhaupt nicht abzusehen, wann wir zur „Normalität“ zurückkehren können. Werden wir uns überhaupt jemals wieder so unbeschwert in großen Menschengruppen bewegen wie früher, oder wird der Mund-Nasen-Schutz unser ständiger Begleiter werden?

Aber Krise hin oder her – der Frühling ist da, er lässt sich weder aufhalten noch ignorieren und ganz laut verkündet er seine Botschaft: Der Tod ist überwunden. Das ist wie ein göttlicher Einwurf in dieser Situation: „Ja, die Menschheit hat ein Problem. Aber meine Macht und mein göttliches Wesen bleiben bestehen. Meine Zusagen wanken nicht.“

Ist das nicht unglaublich tröstlich und ermutigend? Die Auferstehungskraft von Ostern, diese gewaltige Macht, die Jesus aus dem Tod ins Leben zurückgeholt hat, die wirkt auch heute. Sie zeigt sich in der Auferstehung der Natur und erinnert uns daran, dass unsere persönlichen Krisen und diese globale Krise nicht das letzte Wort haben. Jesus ist der Auferstandene. Er ist der Sieger!

Darum lasst uns gerade jetzt mit König David beten: „Ich will fest auf Gott vertrauen, denn er ist meine Hoffnung. Er ist mein Fels und meine Hilfe, meine Burg, in der mir nichts geschehen kann.“ (Psalm 62,6-7)      

Ulrike Chuchra



06.04.2020

„Jesus aber sprach zu ihm: Wenn du glauben kannst — alles ist möglich dem, der glaubt!

Und sogleich rief der Vater des Knaben mit Tränen und sprach: Ich glaube, Herr; hilf mir, loszukommen von meinem Unglauben!“  Markus 9,23-24

 

Liebe Geschwister, liebe Freunde! Die momentane Situation drängt uns alle in die Angst. Wir machen uns Sorgen. Tätigen Hamsterkäufe und geraten in Panik. Jeder hat Angst vor jedem. Noch nie haben wir auf Befehle so brav reagiert wie jetzt. Die Worte „du sollst nicht“ und „du darfst nicht“ nehmen wir jetzt mit Respekt. Und eigentlich wissen wir, dass es nur zu unserem Besten dient.

Ich lese momentan das Buch Hiob, und an einer Stelle sagt Satan zu Gott: „Ja, alles, was der Mensch hat, gibt er hin für sein Leben; aber strecke doch deine Hand aus und taste sein Gebein und sein Fleisch an, so wird er dir sicher ins Angesicht absagen!“ Hiob 2,4-5

Wenn es um unser Leben geht, haben wir Angst! Jeder von uns! Psalm 31,16 sagt uns aber: „In deiner (Gottes) Hand steht meine Zeit;“ Gott will uns damit sagen, dass wir auf ihn vertrauen sollen. In unserem Text vom Markus-Evangelium sagt Jesus nichts Anderes als „Vertraue mir! Alles ist dem möglich, der mir vertraut.“ Und jetzt sind wir gefragt! Wir, als Kinder Gottes, können uns auf unseren Vater im Himmel verlassen. Wir sind von Krankheiten und Sterben nicht ausgegrenzt. Aber wir können uns in die Hände dessen geben, der seinen Sohn für uns geopfert hat, damit wir leben.

 

Jesus sagt: „In der Welt habt ihr Bedrängnis; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden!“ Johannes 16,33

Wir haben wunderbare Möglichkeiten in seinem Wort (Bibel) zu lesen. Wir können jeder Zeit zu Ihm beten.

Nichts kann uns von Ihm und seiner Liebe trennen!

„Denn ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Fürstentümer noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch irgendein anderes Geschöpf uns zu scheiden vermag von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn.“ Römer 8,38-39

Es ist leicht, von Vertrauen zu singen oder zu sprechen, aber wenn uns das selber trifft, dann sagen wir, als schwache Menschen:

Ich glaube, Herr; hilf mir, loszukommen von meinem Unglauben!

Und wenn du nicht glauben/vertrauen kannst, dann bete zu Gott und er gibt dir Kraft, zu glauben. Gib der Angst KEINE Chance!!!

Wenn du noch nicht bekehrt bist (Gott um Entschuldigung gebeten hast und von neuem geboren bist) und keinen Vater im Himmel hast, empfehle ich dir dein Leben zu überdenken, um tiefen Frieden mit Gott und in Gott zu finden.

Denn nur in Ihm können wir ruhig und geborgen in die vor uns liegende Zeit gehen.

Wenn Gott dich bis hier her gebracht hat, dann hilft er dir auch weiter. Er lässt dich nicht mitten im Weg stehen.

 

Euer Benjamin Radegin



30.03.2020

„Der Herr deckt mich in seiner Hütte zur bösen Zeit, er birgt mich im Schutz seines Zeltes.“ (Psalm 27, 5)

Schutzhütten im Gebirge sind klein, Zelte sind zunächst auch nicht riesig, wenn ein Bild in unserem Kopf auftaucht, sondern für ein bis drei Personen. Es gibt die typische kleine Zeltform in unserer Assoziation.

„Der Herr deckt mich in seiner Hütte zur bösen Zeit…“, dieser Vers stand am Freitag, den 20. März in den Losungen der Herrenhuter Brüdergemeinde für das Jahr 2020. Als „böse Zeit“ empfinden wir alle die Corona-Krise mit ihren Bedrohungen und mit den daraus folgenden Beschränkungen. Nur wenige Kontakte und schon gar kein Gottesdienst! Das gemeinsame Glauben in Gottesdienst oder Hauskreis bricht weg. („sie bleiben aber stängig zusammen; sie ließen sich von den Aposteln unterweisen und teilten alles miteinander, feierten das Mahl des Herrn und beteten gemeinsam…“, funktioniert so nicht mehr)

Wir als Christen sind doch eine Gemeinschaftsbewegung! Der Kern des christlichen Lebens ist getroffen! Was macht das mit meinem Glauben? Ich behaupte: unter Umständen was Gutes! Aber verliere ich nicht den Kontakt zu Jesus?

In einer Hütte oder einem Zelt ist aber Platz für zwei: Jesus und mich. Wenn Jesus etwas Wichtiges zu sagen hatte, hat er es nur im Jüngerkreis erklärt (… dass er z. B. sterben würde und nach drei Tagen wieder auferstehen) – oder er hat einen betreffenden Jünger allein beiseite genommen. Jesus stellt Petrus z. B. alleine die Frage, ob er ihn liebhabe, nachdem er Jesus dreimal verleugnet hatte. Dass Petrus sich gleich wieder um Johannes Gedanken machen muss, ist eine andere Sache…

Johannes der Täufer geht in die Wüste und Gott erklärt ihm seinen Auftrag. Selbst Jesus geht in die Wüste und zieht sich auch immer wieder während seines Auftretens zurück.

Gott redet immer persönlich. So war es bei Mose durch den brennenden Dornbusch, bei Elia im leisen Wind, bei Paulus vor Damaskus… Es ist für mich richtig schön, im Gottesdienst oder dem gemeinsamen Lobpreis mit anderen Christen an Gott zu glauben und seine Nähe zu erleben. Aber meine tiefsten Gotteserfahrungen habe ich ganz alleine mit Jesus gemacht. „Der Herr deckt mich in seiner Hütte zur bösen Zeit, er birgt mich im Schutz seines Zeltes.“

Gott redet immer persönlich, auch „in dieser „bösen Zeit“ - oder trotzdem - durch Bibelworte, Stille, die Natur, andere Menschen, Bücher oder Ereignisse, in denen wir Gott „hören“ oder erkennen können.

Nutzen wir die Zeit in „der Hütte“ und lassen wir es zu, dass Gott uns in seinem Zelt bergen möchte, dass wir den Schutz in seinem Zelt erfahren.

„Der Herr deckt mich in seiner Hütte zur bösen Zeit, er birgt mich im Schutz seines Zeltes.“ (Psalm 27, 5)

Vielleicht können wir diesen Psalmvers  nach der Zeit unserer Isolation als unsere Erfahrung mitsprechen. Das wünsche ich uns.

Silke Stadali



23.03.2020

„Denn ich weiß, was für Gedanken ich über euch habe, spricht der Herr, Gedanken des Friedens und nicht des Unheils, um euch eine Zukunft und eine Hoffnung zu geben. Und ihr werdet mich anrufen und hingehen und zu mir flehen, und ich will euch erhören; ja, ihr werdet mich suchen und finden, wenn ihr von ganzem Herzen nach mir verlangen werdet.

Jeremia 29,11-13

 

Gott redet diese Worte zum Volk Juda, als es im Exil in Babel war. Für das Volk war es eine Situation, die so ganz neu war. Sie waren aus ihrer Heimat vertrieben und Gott lies dem Volk durch Jeremia ausrichten, dass sich dies vorerst auch nicht ändern würde. Die Leute mussten sich erstmal mit der Situation abfinden, ob sie wollten oder nicht. Doch auch wenn es Zeiten waren, die nicht gerade ein Genuss für das Volk waren, so wusste Gott doch ganz genau, warum er dies alles so geschehen ließ. Er wollte sein Volk wieder zu sich zurückführen, nachdem es sich durch Götzendienst von ihm abgewandt hatte. Es waren zwar drastische Mittel dafür nötig, doch trotz allem ließ Gott sein Volk wissen: „Denn ich weiß, was für Gedanken ich über euch habe, spricht der Herr, Gedanken des Friedens und nicht des Unheils, um euch eine Zukunft und eine Hoffnung zu geben.“ Gott versichert seinem Volk, dass die Umstände zwar vorerst so bleiben, wie sie sind, und dass nun ein anderes Volk über sie herrscht, aber dass Er in dieser Situation nach wie vor Herr der Lage ist. Er versichert seinem Volk, dass er ihm nicht Unheil zustoßen lassen will, sondern, dass er es zu sich zurückführt, damit es wieder eine Hoffnung hat und mit Ihm in Frieden leben kann.

Ähnlich ist es momentan auch bei uns. Wir befinden uns im Moment in einer Krise, wie wir sie in solch einer Form wahrscheinlich noch nie erlebt haben. Es kann sein, dass in solchen Momenten auch Fragen aufkommen: „Wo bleibt Gottes Eingreifen in dieser Situation, er kann uns doch nicht einfach so unserem Schicksal hingeben?“ Und gerade in dieser Zeit dürfen auch wir uns Gottes Worte zu Herzen nehmen: Gott hat uns auf keinen Fall aufgegeben oder uns vergessen, sondern er hat einen Plan mit uns. Es kann sein, dass es auch Teil des Plans ist, dass wir vorerst in einer Lage sind, die uns herausfordert, die uns unsere Grenzen aufzeigt, die uns bewusst macht, dass wir nicht so stark sind, wie wir vielleicht dachten. Aber Gott möchte diese Zeiten nutzen, um uns dabei auch zu zeigen, dass wir IHN brauchen, und zwar mehr als alles andere. Er möchte diese Zeiten des „Unheils“ dazu gebrauchen, um uns zu zeigen, worin unsere wirkliche Hoffnung liegt, nämlich in ihm, und dafür sorgen, dass noch viele weitere Menschen das erkennen und sich zu ihm umwenden.

Und Gott sichert uns in dieser Situation auch zu, dass wir in dieser Zeit nicht alleine sind. Wir können jederzeit zu ihm kommen, ihm das abgeben, was uns beschäftigt und wissen dass er es erhört. Er selbst verspricht uns, dass wir ihn jederzeit finden werden, wenn wir ihn von Herzen suchen, und dass er uns dann auch erhören wird, womit auch immer wir zu ihm kommen.

Vielleicht durchlebst du gerade aber auch eine persönliche Krise, die dir das Gefühl gibt, Gott wäre nicht mehr da. Da gilt genau dasselbe. Ich kann dir nicht versprechen, dass diese Phase schnell wieder vorbei sein wird, es kann sein, dass es eine längere Durststrecke ist, die Gott dich gehen lässt. Doch einer Sache kannst du dir immer bewusst sein: Gott tut das nicht, um dich zu Fall zu bringen, sondern um dich dafür bereit zu machen, eines Tages vollendet vor ihm zu stehen! Und er versichert dir, dass du in dieser Zeit nicht alleine bist, sondern, dass er für dich da ist, dass er immer ein offenes Ohr für dich hat.

In diesem Sinne wünsche ich jedem von euch Gottes reichen Segen für die nächste Zeit. Wir alle wissen nicht genau, was auf uns als große Gemeinschaft aber auch auf jeden persönlich zukommt, und deswegen ist es wichtig, dass wir uns Gottes Zusagen zu Herzen nehmen und darauf vertrauen, dass er alles in der Hand hat, um uns bewusst zu machen, dass wir ihn brauchen, und zwar Tag für Tag.

Kevin Radegin



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